Kaufempfehlung Holzstative

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  • Kaufempfehlung Holzstative Beitrag #1
2F C2
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Hallo Hobbykollegen,

als Schreiner und staatl. gepr. Holztechniker kenne ich ja die Vorzüge vom natürlich nachwachsenden Rohstoff "Holz" zu genüge.

Manch andere wissen, dass Holz ein natürlich nachwachsender Rohstoff und deshalb besonders umweltfreundlich ist. Dem nächsten ist bekannt, dass Holz im Ofen gut brennt und wieder andere mögen einfach die warme Haptik von Holz.

Dass Holz aber auch gute schwingungsdämpfende Eigenschaften hat ist den wenigsten bekannt - daher möchte ich hier mal eine Lanze für Holzstative brechen und jedem der ein neues Stativ sucht möchte ich dazu raten auch mal über ein Holzstativ nachzudenken.



Kurzes Vorgeplänkel:


Ich selbst war im August diesen Jahres auch wieder auf der Suche nach einem neuen Stativ, mein jetziges BENRO TravelAngel war auf Wanderungen zwar wirklich ein Engel (sehr leicht und kompakt) aber die Tragkraft, Höhe und die Standfestigkeit waren mir dann doch ein Tick zu gering; also machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Stativ.

Lange habe ich im Internet rumgesucht, Berichte gelesen, Vor- und Nachteile von Alu-und Carbonstativen rauf und runtergewälzt bis ich ohne weiteres zutun mal auf den Gedanken kam "gibt es denn keine Stative aus Holz?"

Also Rechner an und in Google "Fotostativ Holz" eingegeben - und gleich als erster Link wird "" angezeigt, naja die Seite mal überflogen und um es kurz zu machen: Ich war verliebt - es musste als neues Stativ ein Holzstativ sein.

Gut aber bevor ich jetzt Hals über Kopf in eine Affäre stürze die nicht glücklich ausgeht informiere ich mich lieber noch ein wenig über die Vorzüge von Holzstativen (obwohl ich mir die meisten aufgrund meiner Tätigkeit auch selber denken konnte).



Vorzüge von Holzstativen:

- Schwingungsdämpfende Eigenschaften
- hohe Tragkraft (verglichen mit gleichhohen Alu- oder Carbonstativen)
- günstiger Preis (ja man wird lachen, die Holzstative sind richtig günstig*1)
- schöne Optik, auch im Wohnzimmer ein Hingucker
- keine kalten Rohre im Winter
- gute Funktion in Matsch und Wasser (daheim einfach abbrausen)
- geringe Anfälligkeit ggü. Beschädigungen



Hersteller:

Da ich mir, bevor ich mich für einen Anbieter entscheide, noch gerne alternativen anschaue habe ich noch weiter gesucht und neben noch gefunden.

Beides "Made in Germany" und beides schön gefertigte Holzstative.

Was mich letztenendes dazu bewegte ein Berlebach Stativ zu kaufen kann ich nicht mehr 100%ig sagen - zumal Wolf Regional gewesen wäre und Freiburg ja "fast" vor der Haustür ist; allerdings hat mich die altbackene Anmutung der Homepage und die wenigen Informationen über Wolf doch etwas abgeschreckt.

Also landete ich Schlussendlich beim Berlebach Report 833 und bin wirklich begeistert.


Das Berlebach Report 833 ist wirklich ein solides und tragfähiges Stativ; es ist zwar etwas schwerer und größer als mein Benro TravelAngel dafür hat es mehrere Vorzüge:

Tragkraft
Berlebach gibt hier beim 833 eine Tragkraft von 10kg an, das TravelAngel hat laut BENRO eine Tragkraft von 12kg.

Was soll ich sagen - ich finde BENRO übertreibt und BERLEBACH untertreibt. Mein subjektiver Eindruck ist, dass beim BENRO 8kg schon zu viel sein können während ich dem Berlebach locker auch 15-20kg aufschultern würde.

Beinverstellung
Das BENRO hat 2 Abspreizwinkel (30°+60°) während Berlebach mit 5 Abspreizwinkeln aufwartet (20°+40°+60°+80°+100°) - wahnsinn was man mit den verschiedenen Beinwinkeln anfangen kann.

Beinklemmung
Am Anfang dachte ich, ich werde mit dem Berlebach noch doof - das Klemmen mit den Schrauben war einfach ungewohnt - mit der Zeit aber hat man den Dreh raus und ist teilweiße sogar schneller als mit dem Drehgriff von BENRO.

Kopfaufnahme
Hier hat BENRO eine normale gerade Aufnahmeplatte während Berlebach ein sogenanntes Modulsystem bietet in welches man je nach gusto verschiedene Module einschrauben kann - ich finde das System genial; momentan habe ich MODUL 3 sprich eine fest eingebaute Nivellierkugel die sich um 30° in alle Richtungen kippen lässt.

Dank der Moduleinsätze hat man die Möglichkeit mit 1 Stativ viele Einsatzbereiche abzudecken.

Spikes / Füße
Beim BENRO kann man die Gummifüße abschrauben und Spikes einschrauben; beim BERLEBACH sind Gummifüße und Spikes in einem - man dreht einfach die Gummifüße nach oben und die Schraube kommt durch den Gummifuß raus und dient als Spike --- bis jetzt einfach TOP.


Mein Fazit: Sicher mein erstes, jedoch nicht mein letztes Holzstativ

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  • Kaufempfehlung Holzstative Beitrag #2
*1) Günstiger Preis
Ich bin auf den günstigen Preis gekommen da ich die Eigenschaften meines BERLEBACH REPORT 833 mit einem vergleichbaren Aluminium- und Carbonstativ (die groben Umrisse sind ähnlich) verglichen habe und festgestellt habe, dass die Preisdifferenz zu Aluminium nur marginal ist.

Berlebach Report 833 -- 253,00€ -- Tragkraft 10kg -- Höhe max 135 cm -- 2,70 kg

Gitzo GT 0542 -- 661,00€ --- Tragkraft 8kg -- Höhe max 137 cm -- 1,12 kg

Manfrotto MT055XPRO3 -- 242,00 € --- Tragkraft 9kg -- Höhe max 170 cm -- 2,50 kg


Wie man hier vllt. sieht ist die Preis- und Gewichtsdifferenz zu Aluminium wirklich fast zu verachten. Klar das Manfrotto kommt höher - allerdings mit Ausgezogener Mittelsäule (ohne ist es auch "nur" 140 cm hoch) - genauso das Gitzo es ist auch nur mit ausgefahrener Mittelsäule 137 cm hoch.

Vom Gewicht her ist klar - wer wenig schleppen will nimmt Carbon aber Hoppla, für mehr als 400€ trage ich gerne 1,6kg mehr Holz mit mir rum - zumal mir hier auch die Sicherheit bleibt, dass ich statt maximal 8kg locker 15-20kg draufpacken kann.

Nebenbei kann man mit dem Moduleinsatz Nr.1 das Berlebach auch etwas leichter machen - Maximalhöhe 131 cm - Gewicht 2,40 kg.
 
  • Kaufempfehlung Holzstative Beitrag #3
Moin,

als ich ein Stativ im letzten Jahr gesucht habe, war ich auch drauf und dran ein Berlebach
zu nehmen. Ich bin Sohn eines Tischlers (Im Süden der Republik sagt man wahrscheinlich Schreiner)
und kenne mich mit Holz und seinen Eigenschaften einigermaßen aus.
Was mich letztlich zu einem Alu-Stativ von Sirui bewogen hat, war das Packmaß.
Auf deinem letzten Bild ist der Unterschied deutlich zu sehen.
Und für mich kam noch der Aspekt des Gewichtes hinzu, mein Sirui wiegt die Hälfte des Berlebachs.
Allerdings gebe ich zu, es ist im Wohnzimmer schöner anzusehen als ein Alu-/Carbonstativ.
Und wenn das Berlebach-Stativ dann noch in Nußbaum gebeizt und anschließend mattiert wird, könnte ich schwach werden.......
 
  • Kaufempfehlung Holzstative Beitrag #4
Hallo Peter,

genau in Baden-Württemberg und Bayern sagt man eher Schreiner; wobei sich Tischler aufgrund der vielen zugezogenen "Nordlichter" auch langsam durchsetzt :-D

ja das Packmaß ist für Wanderungen schon recht "groß" und hätten mich auch fast vom Kauf abgehalten.

Ich bin auf jedenfall fest entschlossen für längere Wanderungen noch ein Report 703 zu kaufen da ist die Transportlänge dann 48cm, das Gewicht 1,90 kg --- aber halt nur noch eine Maximalhöhe von 87cm (ohne Kopf).

Oder gar für Radtouren noch ein Berlebach Mini :daumen:

Aber das Stativ das man immer dabei hat ist bekanntlich besser als keins.


Das tolle an den Berlebachs ist ja, man könnte auch dort anrufen und sich das Stativ auf seine "wunschmaße" fertigen lassen. Alternativ kann natürlich jeder auch selber sein Stativ hier und da etwas einkürzen um ein geringeres Packmaß zu erhalten, aber dennoch nicht unter seine Mindesthöhe zu kommen.
 
  • Kaufempfehlung Holzstative Beitrag #5
Ich kann deine Begeisterung gut verstehen. Als ich für die mein Sigma 800mm ein bezahlbares Stativ gesucht habe, bin ich auf Berlebach gestoßen.
Und hab es nicht bereut. Es ist das Uni 16c geworden. Allerdings sind 7 kg schon eine Ansage. Mit dem Nil-Kopf ergibt sich ein Gesamtgewicht von nahezu 9 Kg.
Die Stabilität ist hervorragend. Mit meinem Rucksack, der mit nun mit 8 Kg Kamera und Objektiv gefüllt ist, komme ich so fast auf 20 Kg.
Allerdings wird das alles für weitere Wege auf einem Eckla-Trolly transportiert.
Bis zu einem Kilometer trage ich das alles zusätzlich mit Tarnüberwurf und Stuhl.
Für die Makro-Fotografie hab ich mir das Berlebach-Mini mit Nivelliereinheit zugelegt.
So kann der Kugelkopf meist wegfallen.
Einen Fehler hab ich aber gemacht: Ich hätte mir das Berlebach Uni in der Version mit Tarnlackierung zulegen sollen. Denn ein Bein schaut immer ein wenig aus dem Tarnüberwurf heraus. Auswirkungen freilich hab ich noch keine bemerkt.
 
  • Kaufempfehlung Holzstative Beitrag #6
Die Stativ-Frage habe ich mir in sehr vergleichbarer Weise gestellt ... bei mir gab allerdings das Gewicht den entscheidenden Grund, auf Karbon zu setzen. Ein Holzstativ würde ich aber nach wie vor immer wieder als Alternative in Betracht ziehen. Wenn das Gewicht nicht ganz so wichtig ist, ist ein Holzstativ eigentlich die logische Wahl. Der Preis und der ökologische Werkstoff sind einfach gewichtige Argumente.
 
  • Kaufempfehlung Holzstative Beitrag #7
Ja das liebe Gewicht, da habe ich natürlich auch lange mit mir gehadert und mir im Endeffekt gesagt, wenn das Stativ halt 1 kg schwerer ist wird halt 1/2 Liter Wasser und 1 Objektiv weniger mitgenommen :D.


Allerdings bin ich momentan auch dran mir noch ein Berlebach Report 813 zu kaufen - da ist das Gewicht bei 2,4 kg; das Stativ will ich noch ein Ticken einzukürzen so dass es vom PAckmaß zwischen BENRO und Report 833 liegt und dann noch einen leichteren Kugelkopf draufpacken (der Manfrotto Junior hat schon sein Gewicht - allerdings ist er für Innenraumaufnahmen erste Sahne).
 
  • Kaufempfehlung Holzstative Beitrag #8
Prima! :daumen:

Ich liebe mein Holzstativ aus dem VEB Foto-Kino-Zubehör in Mulda, gefertigt wohl irgendwann in den 1950er, 60er, oder 70er Jahren.
Der Betrieb ist jetzt als Berlebach Stativtechnik bekannt. ;)
Als Gebrauchtpreis habe ich um das Jahr 1998 dafür 70,-DM über die Theke im Ladengeschäft eines Berliner Foto-Händlers geschoben
und bereue keine einzige investierte Mark, zumal das Stativ nun auch schon ca. 17 Jahre bei mir dient.

Ein großer Vorteil von Holzstativen wurde noch nicht genannt: Es ist optimal für die Arbeit im Wasser!
Während bei Alu-Stativen Wasser in die Hohlprofile läuft und es dann darin dann anfängt zu leben, zu gammeln, und zu riechen, weil
das Wasser kaum wieder vollständig heraus zu bekommen ist (aber mögliche Desinfektion durch Hitze der Sommersonne),
wird ein Holzstativ halt einfach nass, und ist ein paar Stunden später wieder getrocknet, ohne dass sich irgendwelche betrieblichen
Einschränkungen ergeben.


EDIT:
...
- gute Funktion in Matsch und Wasser (daheim einfach abbrausen)
...
Sorry, erst beim zweite Lesen des Freds gesehen. ;)




Herzlicher Gruß vom Waldschrat! :)





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  • Kaufempfehlung Holzstative Beitrag #9
Dennoch gut dass du den Punkt genauer ausführte :daumen:


Was auch genial ist sind die leicht neidischen blicke vorwiegend vonleuten mit canon L-objektiv und Klapperstativ. Da ist erst am letzten Wochenende einer gut 10* um mich rumgeschlichen um zu erhaschen werf denn das schöne teil herstellt...

...hätte aber auch ruhig fragen dürfen - bin ja hobbyknipser und kein markenfeti
 
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