Kameraportrait Seagull 203 (6x6 /4,5x6 Faltkamera)

Klaus-R

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Hallo zusammen,

vor eineiger Zeit hatte ich meine Kultkamera ADOX Golf 63 vorgestellt ....

Kameraportrait ADOX GOLF 63 .... Eine Kamera erzählt ihre Geschichte!

Die alte Adox ist klasse und wird bei mir bleiben, solange ich noch lebe!
Dennoch hatte ich darauf hingewiesen, dass dann doch so einige Luxus-Details fehlen, die aus Kostengründen damals bei einer solch "PREISWERTEN!" Kamera einfach fehlen mussten.

Je länger ich mich nun mit den alten Photo Zeiten beschäftige, desto faszinierender finde ich die Entwicklung und die ausgeklügelte Kameratechnik der alten Film-Zeiten.

Mich hat da eine besonders interessante Kamera (angelacht), die sich nicht grundsätzlich, aber doch in vielen kleinen Extras von der alten Adox unterscheidet:

😊😊Seagull 203: (6x6/4,5x6 - Faltkamera: 1963-ca. 1977) Hier ein sehr frühes Modell!

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Die Besonderheiten im Unterschied zur oben verlinkten ADOX Golf 63:

-lichtstarke Carl Zeiss Jena Optik (f: 3,5)
-gekoppelter Entfernungsmesser (echte Messsucherkamera!)
-wahlweise nicht nur 6x6 Belichtung, sondern auch 4,5x6 Format möglich.
-Schnellpannhebel (Filmtransport trotzdem manuell mit Schaufenstern!)
-Lichtwertkopplung ... zur vereinfachten Einstellung von festen Blenden/Zeiten-Kombinationen
-Luxus-Zentralverschluss mit allen Zeiten zwischen 1s und 1/300s
-Lichtshutter für die Filmtransport-Fenster
-Vorlaufwerk (Selbstauslöser)

Ich werde die vielen "Schmankerl" dieser tollen Kamera unten noch einzeln erläutern.

Geht gleich weiter .....😊
 
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05.09.2019
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Schau mal hier: Kameraportrait Seagull 203 (6x6 /4,5x6 Faltkamera) . Dort wird jeder fündig!
Klaus-R

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Das Objektiv:

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Mittelformat Objektive können nicht so lichtstark gebaut werden, wie KB Objektive, weil sie einen erheblich größeren Bildkreis ausleuchten müssen. F: 3,5 ist für eine 6x6 Faltkamera schon eigentlich der Spitzenwert!
Es gibt (gehypte) Falter der deutschen Firma "FRANKA", die damals schon F:2,9er Objektive hatten .... allerdings gibt es sehr uneinheitliche Meinungen darüber, ob die wirklich scharf sind ... zumal offenblendig.

Die chinesische Seagull 203 kommt mit einer Carl Zeiss Jena "Fremdoptik" aus dem damals sozialistischen Bruderland DDR.
Die Normalbrennweite einer 6x6 oder 4,5x6 Kamera liegt zwischen 75-85mm Brennweite. Mir persönlich sind 75mm viel lieber, als 80 oder 85mm.

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Das wirklich seltene und tolle an diesem Falter ist sein gekoppelter Messsucher!

Die allermeisten Mittelformat Faltkameras haben gar keinen Entfernungsmesser. Die Entfernung muss also entweder geschätzt werden, oder kann mit einem "entkoppelten" Aufsteck-Entfernungsmesser genau gemessen werden (sehr zu empfehlen, weil man im Nahbereich absolut nicht genau schätzen kann!!!). Das Messergebnis wird dann abgelesen und am Objektiv manuell eingestellt.

Dann gibt es einige (damals sehr teure!) Falter, die eingebaute aber ungekoppelte Entfernungsmesser haben. Will sagen, man muss die gemessene Entfernung an einem Stellrädchen ablesen und dann am Objektiv einstellen.... wie beim Aufsteck-Messsucher (nur dass der dann eingebaut ist).

"Gekoppelt" heißt, dass man das Messergebnis des Michsbild-Entfernungsmessers dann NICHT manuell am Stellring des Objektives einzustellen hat, sondern dass man in Echtzeit fokussieren kann.... und sowas war extrem selten!

Genau so bei der 203! Die Seagull ist eine der ganz wenigen Mittelformat-Falter, die tatsächlich einen gekoppelten Entfernungsmesser hat. Will sagen, Du siehst den Fokus im Messsucher und stellst den Fokus auch gleichzeitig am Objektiv ein!

Letztlich dieses Feature reiht die alte Seagull in die Reihe nur gaaanz weniger Faltkameras ein, die sich echte Messsucher-Kameras nennen dürfen.

Lichtwertkopplung:

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Fast jeder Belichtungsmesser jener Zeit liefert neben den typischen Blende zu Verschlusszeit Kombinationen auch den gemessenen "Lichtwert" als Messergebnis.
Ein Lichtwert ist diejenige Lichtmenge, die bei einer festgelegten Filmempfindlichkeit zu einer korrekten
Belichtung führt!

Jeder Lichtwert lässt sich also durch verschiedenste Blenden/Zeiten Kombinationen realisieren.
Stellt man nun am Stellwerk z.B. Lichtwert 11 ein, dann kann man sich durch Verdrehen eines weiteren Stellringes (quasi ruck zuck!) eine gewünschte Blende-Zeit Kombination aussuchen! Das ist quasi so eine halbautomatische Programmautomatik von damals! 😊

Geht gleich weiter .....
 
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4,5x6 Option:

Man muss quadratische Bilder mögen ..... oder sich darüber klar sein, sie im Post-Processing dann eben zu beschneiden. 😊

Ich finde ja, dass die allermeisten Motive entweder vom Quer- oder Hochformat profitieren!
Eine filmsparende Lösung ist ja dann die Option, auch gleich 4,5x6 cm aufzunehmen!

Neu war diese Idee 1963 ganz sicher nicht! Es gab schon vor dem Krieg einige Faltkameras, die mit sog. "Masken" geliefert wurden. Diese Masken wurden dann eingesetzt, um das Filmfenster von 6x6 auf 4,5x6 oder sogar von 6x9 auf 4,5x6 zu reduzieren (oft sind die Masken aber verloren gegangen).

Irgendwie genial finde ich, wie die 203 die 4,5x6 Umschaltung gelöst hat:

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Zwei Klappen lassen sich (vorher Spulen entnehmen!) umlegen, um das Filmfenster auf 4,5x6 Belichtung zu reduzieren!
Du überlegst Dir also bevor Du den Film einlegst, ob Du 6x6 oder 4,5X6 belichten willst und stellst die
Seagull einfach entsprechend um.

Nun hat die Seagull ja keinen automatischen Filmtransport (wie praktisch alle Falter), sondern einen manuellen!

Will sagen, man transportiert den Film nur soweit, bis die nächste Filmfeld-Zahl im Schaufenster auftaucht:

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Die Seagull hat derer zwei! Das untere deckt die 4,5x6 Spur auf, das obere die 6x6 Spur!
Die "7" im unteren Feld bedeutet, dass der Film auf Feld 7 (Aufnahme 7) bei 4,5x6 Belichtung steht!

Hast Du zu weit gespult, hast Du Pech gehabt .... dann bleibt ein Filmfeld leider leer und man muss bis zum nächsten Filmfeld weiter-transportieren. Zurückspulen geht leider nicht!

Der Film ist (eigentlich!) über den Filmträger und die roten Masken gut lichtgeschützt! dennoch wird empfohlen, den Filmtransport immer im Körperschatten vorzunehmen und eben nicht im direkten Sonnenlicht.
Ist der Filmtransport erledigt, sollte man beide Schaulöcher verschließen:

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Hier wird dann auch daran erinnert, dass bei 6x6 Belichtung 12 Aufnahmen auf einen 120er Rollfilm gehen und bei 4,5x6cm Belichtung dann immerhin 16 Aufnahmen.

Es ist übrigens weit sinnvoller, die 4,5x6 Option einer 6x6 Faltkamera zu nutzen, als die einer 6x9.

75mm-85mm sind nämlich die Normalbrennweite für 6x6 und für 4,5x6cm Kameras.

6x9 Falter haben fast ausschließlich 110mm Normalobjektive .... meint, dass man dann bei 4,5x6 Belichtung automatisch ein Portrait-Tele nutzt! Dann geht mit der 6x9er natürlich auch nix anderes mehr!

Geht geleich weiter ......
 
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Mit der 4,5x6cm Einstellung wird die Seagull 203 natürlich zur "Hochformat-Kamera".
Etwas ungewöhnlch dann, dass man sie für Querformat dann quasi in Hochformat-Lage drehen muss.

Das kleinere Bildfeld ist im Sucher durch Leucht-Striche gut kenntlich gemacht. Ich denke, dass ich diesen Falter vorwiegend 4,5x6 nutzen werde. Sollte ich beide Formate gleichzeitig benötigen habe ich ja noch die ADOX 6x6 oder die Seagull 403A TLR-6x6.

Allgemeines:

Es gibt von der Seagull 203 insgesamt drei Ausführungen, von denen nur die allererste wirklich gut sein soll!

Die Ur-203 hat keinen Blitzschuh und gilt als besonders genau gefertigt und langlebig.

In Folge gab es noch eine Version mit einem angebrachten "Cold Shoe" (Blitzhalter ohne Mittenkontakt-Belegung) und auch noch eine Variante mit "Hot-Shoe" (Blitzhalter mit belegtem Mittenkontakt).

Beide Varianten sollen weit weniger wertig sein, weil sie Kunststoffteile beschäftigen, die ursprünglich aus Metall waren. Ferner sollen die Messsucher reihenweise falsch eingestellt sein und mächtig danabenfokussieren. Erkennbar sind sie eben an den Blitzhaltern und am Plastik-Schnellspannhebel, der ursprünglich aus Metall war.

Die Seagull 203 ist die wirklich einzige erschwingliche Messsucher Mittelformat-Faltkamera.
Eine Voigtländer Bessa II (die hat ebenfalls einen der wenigen gekoppelten Messsucher) ist (funktionierend!) nicht mehr unter 650,-€ zu haben .... solche mit seltenen Spitzenobjektiven rangieren in (für mich unfassbaren) tausenden von Euros.

Dagegen ist so eine 203 ein echter Schnapper!

Ich habe hier keine ganz billige gekauft, sondern ein liebevoll vom Fachmann restauriertes Stück (Verschluss überholt, Sucher gereinigt Fokus justiert usw.)

😊 Ich hab' den alten Falter heute genau gecheckt .... wirklich klasse gemacht ... auch die vergütete Optik ist absolut clean .... sieht aus, wie neu und "klickt", wie neu.

Wirklich "teuer" war das schöne Stück trotzdem nicht. Photos sollen folgen, sobald ich mal nicht arbeiten muss .....😏 .... kann also etwas dauern!


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Grüße und rettet Film!😊😊

Klaus
 
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.... noch ein Nachtrag .... 😊

wirklich wichtig ist bei allen Film Mittelformatern, dass die Kameras eine zuverlässige Doppelbelichtungssperre haben (leider nicht wirklich selbstverständlich!).
Natürlich hat die 203 eine solche!

Was ist also eine Doppelbelichtungssperre (auch Doppelbelichtungssicherung genannt)??

Bei praktisch allen Faltkameras mit Zentralverschluss muss der Verschluss unabhängig vom Filmtransport separat gespannt werden! Dafür muss ein Hebel am Objektiv umgelegt werden.
Gibt es keine Doppelbelihtungssperre, kann man auf dem selben Filmfeld also beliebig oft belichten, ohne transportiert zu haben.
In aller Regel will man das ja nun nicht und muss sich bei Kameras ohne solche penibel merken, ob man schon transportiert hatte, oder noch transportieren muss????
Genau das ging damals ganz oft schief und geht auch heute mit solchen Kameras ganz oft schief ... unendlich schade, wenn man sich eine schöne Aufnahme dann mit einer Doppelbelichtung versaut hat, bzw. ja dann auch die Folgeaufnahme gleich mit!!

Kurz ... geht gar nicht!👎 Wer sich für eine Kamera mit manuellem Filmtransport interessiert (ansonsten nicht schlimm!), der sollte dringend darauf achten, dass sie eine Doppelbelichtungssicherung hat!

Grüße

Klaus
 
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Der Bü...

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Vielen Dank für deinen lesenswerten Beitrag und die Vorstellung so einer tollen, alten Kamera.

Bin schon am schauen, wo man so ein Schmuckstück herbekommt.

Gruß, der Bü...
 
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Hallo Bülent,
danke für Dein interesse .... das mit dem "Schmuckstück" ist, -neben der beeindruckenden Mittelformat-Bildqualität-, natürlich wirklich so!😊

Solche Kameras sorgen "am Set" für gehörig Aufsehen .... gefallen den Leuten ausnehmend gut und viele wollen zumindest wissen: "Wie alt ist die denn?" .... das beantwoerte ich dann immer gerne ... macht vielleicht auch andere mal neugierug auf die alte Film Zeit ... ist halt so, dass junge Leute oft noch nie einen Film überhaupt mal angefasst haben..... kann jeder ändern, der möchte!😊

Grüße und schöne Film Photos

Klaus
 
Kangal1966

Kangal1966

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Auch wenn dies nicht mein Thema ist....ich bin einer mit dem Film der noch nie einen in der Hand hatte 😁 😁 und wahrscheinlich auch nie hat......bedanke ich mich für dein super Bericht, die ich immer mit Interesse verfolge....👍👍
 
Klaus-R

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Hallo zusammen und danke für das Interesse am abgedrehten Thema ...... 😊

Und da hängt er .... tatsächlich eine Premiere auch für mich, der schon sehr viele Filme in der Hand hatte (mit 19 Jahren digitaler Unterbrechung!)😊

Ich hatte tatsächlich noch nie einen Rollfilm 4,5x6 cm belichtet .... hatte noch nie eine Rollfilm-Kamera, die das konnte .... jetzt habe ich eine...

Hängt gerade am Haken zum Trocknen:

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Die Belichtung passt 100%ig, die Entwicklung dementsprechend auch. Mehr kann ich noch nicht sagen .... muss ja erst noch trocknen und dann archiviert und gescannt werden.
Daneben hängt noch ein KB-Film, denn ich hatte auch die kleine Regula heute mit dabei ....

Grüße und weiterspinnen .....😊

Klaus
 
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Klaus-R

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..... und so wird Film archiviert:

159908

Die getrockneten Negative werden dann in kurze Streifen geschnitten und in spezielle Pergament-
Hüllen geschoben.

Links die Mittelformate:
4,5x6 Belichtungen werden zu je vier Aufnahmen geschnitten
6x6 Belichtungen zu je drei Aufnahmen und
6x9 Belichtungen zu je zwei Aufnahmen je Streifen

Rechts ein Kleinbild Film:

Es werden jeweils 6 Aufnahmen je Streifen geschnitten

Ich zeige hier Farb-negativ Filme, die immer orange aussehen, bei genauerer Betrachtung aber natürlich
alle Farben invers beinhalten. Die orange Maske korrigiert Farbfehler der Filmemulsionen und sehen bei allen Farbfilmen (nach Auge😊) ziemlich gleich aus.

Für Interessierte:

Die Farbnegativmaske – Freund und Feind

So ... für heute reicht es .... Scannen dann, sobald ich Zeit habe ... ich freu' mich' drauf....

Grüße

Klaus
 
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Hi Klaus, danke fürs Mitnehmen in die schöne analoge Welt!
Die Kamera ist echt interessant, und das es großen Spaß macht, damit zu fotografieren, das kann ich gut nachvollziehen.
Gerne Mehr zu diesem hoch interessanten Thema! :)
 
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Klaus-R

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Hallo Dirk ... Dank auch an Dich für dein Interesse an diesem Quatsch .... der aber wirklich Spaß macht, wenn man einen an der Schüssel hat ... ist bei mir ja nix Neues.

Mit Film ist jedes Bild wirklich "Arbeit"! Ich müsste einfach ein bischen mehr Zeit dafür haben, die die Film-Photographie einfach kostet .... habe mich heute (bei dem Sauwetter hier) mal mit den Negativen beschäftigt .... hier erste Eindrücke mit der Seagull 203 ... GOILE Kamera, damals, wie heute total unterschätzt .... steht erheblich teurern Prestige Sachen weder bildqualitativ noch von der Handhabung nach!

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😊
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Aufnahmen von gestern aus Düsseldorf ... Schloss Benrath .... phantastisches Licht, unmittelbar vor einem Wolkenbruch .... bin bis auf die Knochen nass geworden ... habe aber meine Kameras trocken halten können .... war wichtiger!

Seagull 203 (anno 1963) auf meinem allerletzten KODAK EKTAR 100 Rollfilm 120 ...... muss ich dringend nachbestellen.

Fokus passt auf den Millimeter (wie geschrieben ... die Kamera wurde just von einem Fachmann neu kalibriert und gereinigt).

Ein schönes Stück Photo-Nostalgie .... und nicht nur das .... die Mittelformat-Bildqualität kann immer noch gefallen .... im alten Film-Look!😊

Schönes Teil! Nicht nur für die Glasvitrine ... damit geht immer noch was.😊

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
Klaus-R

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Das Faszinierende an den uralten Sachen ist ja, dass man die Kameras wirklich verstanden haben muss!
Draufdrücken reicht da nicht😊 .... die machen wundervolle Aufnahmen .... aber nur, wenn man deren Bedienung und am besten auch das Film-Processing drauf hat. Du fühlst, wie es funktioniert!
Ist 'ne wirkliche Herausforderung für jeden (jede), der (die) mal ganz anders photographieren möchte.

Rettet Film!!😊

Grüße

Klaus
 
Der Bü...

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Hej...

ist wirklich toll was du für tolle Bilder aus den alten Eisen zauberst...

Gruß, der Bü...
 
Ludwig

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@Klaus-R

Guten Morgen Klaus - ich kann das gut nachvollziehen - hab selbst noch sehr viele von diesen Negativen von früher aufgehoben und Dias natürlich auch.
Leider kann ich mit diesen älteren Kameras nichts mehr machen hab davon auch nur noch 2 ganz einfache als Andenken aufgehoben - aber im alter kommen so die Zipperlein und da komme ich nicht mehr so zu recht mit den älteren Geräten zumindest wenn ich aus der Hand foten möchte. Finde die Fotos klasse mach weiter so.
 
Klaus-R

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Hallo zusammen und Dankle für das Interesse an der Film Photographie.

Inzwischen ist die digitale Mittelformat-Photogrtaphie von der Bildqualität her nicht mehr notwendig (wohl doch von der Bildanmutung her) .... aber nur für wenige Sehende, die die Unterschiede auch wahrmehmen.

Zu Film Zeiten war (und ist) Mittelformat in Relation zu Kleinbild ein wirklicher und sichrbarer Qualitätsunterschied (ohne Kleinbild Bildqualiotät jetzt unnötog schlecht machen zu wollen .... denn sie ist ja gut.

Wenn man nun hergeht und mal mit KB und Mittelformat Film loszieht und dann die Bildergebnisse vergleicht, wird deutlich, was Mittelformat damals für eine Bedeutung hatte und immer noch hat:

Kleinbild:
Kamera: King Regula anno 1949 mit KODAK GOLD 200 "PRINT" Blende 8 .... 1/100s

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Mittelformat 4,5x6:
Kamera: Seagull 203 anno 1963 mit KODAK Ektar 100 "PRINT Blende 5,6 ....1/125s

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Der Vergleich hinkt natürlich .... der Ektar 100 ist schon ein deutlich feinkörmigerer und niederempfindlicherer Film im Vergleich zum (für einen 200er ebenfalls erstklssigen) KODAK Gold 200!

Dennoch sieht man ganz gut, welche Rolle das Filmkorn beim KB-Film damals wie heute spielte und spielt.

Körnigkeit war DAMALS ein noch viel größeres Problem, als heute mit viel moderneren Filmemulsionen, die es 1955 eben noch nicht gab.

Schärfe, Auflösung und Feinkörnigkeit gab es OPTIMAL eben nur mit einem Mittelformater.

Heute ist es mit KB-Filmen unverzichtbar, einen wirklich hochwertigen Scanner einzusetzen, um das Mögliche aus einem KB-Negativ oder DIA herauszuholen. der Scanner übernimmt in seinen Anforderungen quasi die Rolle des früheren Vergrößerungsobjektives.

Spätestens das Jahr 1999 markiert den Durchbruch der Digitalphotographie und natürlich ist in den letzten 20 Jahren auch einiges an klassischen Filmen gestorben .... z.B. der Kodachrome 64.

Es fehlt aber noch nichts Wesentliches .... es gibt noch fast alles und gar nicht teuer.

Sensationell (ich hatte berichtet!) es gibt sogar eine Neuentwicklung aus dem Hause KODAK als Nachfolge für den Kodachrome 64:

Kodak kommt mit "neuem" Diafilm .... kaum zu glauben, aber wahr!

Ein E6 Diafilm, den man im Gegensatz zum Klassiker Kodachrome 64 auch im Hobbylabor entwickeln kann!

Rettet Film!😊

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
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