Kameraportrait PRAKTICA VLC 2

Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
19.881
Hallo zusammen,

meine Vorliebe für historische Kameras aus Dresden ist nichts ganz neues und so hat es sich ergeben,
dass ich nach längerem Suchen an eine Praktica VLC 2 gekommen bin .... für nicht wirklich viel Geld.

L-PRAKTICANTEN: 1969-1985

Das "L" dieser Modellreihe steht für "Lamellenverschluss", der den Tuchverschluss der Vormodelle ablöste.
Praktika L Modelle gehören zu den hochwertigsten und langlebigsten Kameras, die je gefertigt wurden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du eine 1969er L-Praktica nach 51 Jahren einfach nur in die Hand nimmst und dass sie dann einfach nur tadellos funktioniert, liegt bei geschätzten 95%. Die wenigen, die die Zeit nicht überlebt haben, sind meistens sehr schlecht behandelt oder gelagert worden:

Bild - 16.jpg

Von links nach rechts:
-Praktica L aus 1969 ... das einfachste Modell ohne Belichtungsmesser

-Praktica LB (hier Porst CX 4 gelabelt / Exportmodell für Foto Porst in Westdeutschland) LB ..... das "B" steht für den ungekoppelten batterieunabhängigen Selenbelichtungsmesser. Diese Praktica MUSS unberdingt DUNKEL (am besten in ihrer Bereitschaftstasche) gelagert werden, weil Selenzellen keine jahrelange Dauerbeleuchtung vertragen und so zerstört werden.

-Praktica TL1000 .... ein Modell mit TTL-Belichtungsmesser .... nur Arbeitsblendenmessung. Im Grunde eine MTL 5 ohne Vorlaufwerk (Zeitauslöser).

Praktica VLC 2 ... das Luxusmodell der L-Baureihe (1974-81) TTL Modell mit Offenblend-und Arbeitsblendenmesseung, Vorlaufwerk und Wechselsuchersystem, um diese besondere und vergleichsweise seltene Praktica soll es heute gehen.

Bild - 17.jpg

Die erste Begegnung mit einer VLC liegt nun schon einige Monate zurück.

Prints and prison cells: the Portuguese Centre for Photography, Porto

In Porto (zweitgrößte Stadt Portugals) fiel mir eine VLC im städtischen Photographie Museum auf ... eine Kamera, die ich auf Anhieb interessant fand!
Die VLC ist eine Praktica der L- Spiegelreflex Serie, die austauschbare Sucher hat. 😊
Neu ist die Idee nicht wirklich ..... genau die Option, eine Kleinbild SLR mit Schachtsucher zu haben, hatte mich schon an der viel älteren Praktica FX-2 fasziniert, die ich hier schon vorgestellt hatte:
Praktica FX2 .... Kameraportrait

Die Lichtschachtsucher (insbesondere an Kleinbildkameras) kamen LEIDER nach dem Krieg fast ganz aus der Mode.
Sehr schade, wie ich finde, denn die Kamerafürhrung am Lichtschachtsucher hat ganz sicher ihren eigenen Reiz.😊😊

Bild - 5.jpg

Sigfried Böhm (der Erfinder der Praktika/Praktina Baureihen) hatte schon mit der FX-2 die Idee, beides, Lichtschacht- und Prismensucher in einer einzigen Kamera zu realisieren. Wer wissen möchte, wie das schon 1956 gemacht wurde, der folge bitte meinem FX-2 Link weiter oben.
Dass es tatsächlich auch Modelle der späteren L-Serie mit Wechselsuchern geben sollte, wusste ich bis zum Besuch des Museums in Porto gar nicht.
Tatsächlich steht dort eine solche Praktica VLC im Glaskasten ... sehr interessant.😊

Idee also gespeichert und danach gefahndet ... die VLC ist eine vergleichsweise seltene L-Version (Bauzeit 1974-1981).
Ich habe nun eine VLC-2 ergattert ... wie gesagt, in sehr schönem Zustand für einen sehr günstigen Preis .... teuer kriegt man sie eigentlich immer.
Es gibt insgesamt drei Versionen .... die VLC, die VLC-2 und die VLC-3.
Unterschiede zwischen den Versionen gibt es genau genommen gar keine .... das Design wurde lediglich geändert.
Die Gesamte VLC Produktion wird auf ca. 85.000 Stück geschätzt .... verschwindend wenig im Vergleich zu Modellen, wie der MTL Baureihe z.B..
Insgesamt wurden mehr als 10.000.000 Praktica-L in allen Varianten über die gesamte Produktionszeit gefertigt und in die ganze Welt verschifft.
Kameras aus Dresden waren ein wichtiger Devisenbringer für die damalige DDR.

Im "Westen" waren die Prakticanten oft belächelte Billigheimer, die der DDR als Devisenbeschaffer dienten und in Massen gefertigt wurden.
Wer sich auskannte und auf das Prestige anderer Marken nicht angewiesen war, wusste, dass die Sachen (insbesondere mit Pentacon oder sogar Carl Zeiss Jena Objektiven) alles andere als schlecht waren.

Typisch für eine Dresdener Kamera ist es (von wenigen Ausnahmen bestimmter Modelle abgesehen), dass die Sachen nach vielen Jahrzehnten auch ohne besonderen Service noch tadellos funktionieren und ad hoc einen heute eingelegten Film tadellos belichten. Für die Praktica L-Serie ist das eigentlich durchgehend zu erwarten.
Bei Pentacon wurde zwar in Massen, aber mit hoher Güte und Präzision gefertigt.
Was kann die VLC?
Jede Praktica der L-Serie hat einen vertikal ablaufenden Stahl- Lamellen - Verschluss, der die horizontal ablaufenden Tuchverschlüsse der Vorserien ablöste. Ganz frühe L-Prakticanten können nur bis zu einer 1/500s belichten .... fast alle anderen L-s können 1/1000s bis 1s und BULB belichten.
Der Verschluss ist rein feinmechanisch und arbeitet daher batterie-unabhängig, auch dann, wenn der L-Prakticant eine Batterie (für den Belichtungsmesser) hat.
Neben den generellen Tugenden jeder "L" ist die VLC für damalige Verhältnisse das Luxusmodell der L-Serie!

Bild - 1.jpg
Bild - 6.jpg

Das besondere Schmankerl ist der austauschbare Sucher.
Pflicht sind zwei dieser Sucher ... der obligatorische Schachtsucher und der dringend zu empfehlende Prismensucher.
Ein auch erhältlicher Lupensucher ist IMHO nicht ganz so interessant .... aber .... ich hätt'n natürlich auch schon ganz gerne .... andere sammeln Briefmarken ... aber egal!
Offenblendmessung: (hier der Umschalter von Offen - zu Arbeitsblenden-Messung:

Bild - 15.jpg

Die VLC ist eine der wenigen L-Prakticanten, die tatsächlich mit ihrem eingebauten Belichtungsmesser eine Offenblendmessung zustande bringen ..... ABER ........
Für eine (heute absolut selbstverständliche) Offenblendmessung muss die Kamera wissen, welche Blende am Objektiv als "Arbeitsblende" nun gerade eingestellt ist, damit die Belichtung kameraintern auf Arbeitsblende "umgerechnet" werden kann.

Dabei hatten es damals die "Bajonetthersteller" CANON, NIKON, OLYMPUS usw. vergleichsweise einfach, weil man die Arbeitsblende ganz einfach mechanisch vom Objektiv abtasten konnte.

Genau das aber geht beim ansonsten ja genialen M42-Schraubgewinde deshalb nicht, weil die Objektive keine ganz genau Drehwinkellage um die optische Achse haben ... sie werden ja nunmal einfach festgeschraubt. Die Einstellskale ist dann UNGEFÄHR oben ... aber eben nicht "gradgenau".

Die Blende musste deshalb damals schon elektrisch abgefragt werden .... kurz .... für tatsächliche Offenblendmessung benötigt man bis heute die relativ seltenen M42-ELECTRIC Objektive.

Hat man die nicht, sondern NUR die normalen M42-Objektive, dann ist das auch kein wirkliches Problem, denn die typische MTL-Arbeitsblenden-Messung kann sie natürlich auch noch.
Ein kleines Problemchen allerdings dann doch noch ......
Die VLC hat leider keine Gehäuse-Abblendtaste mehr. Man ist bei der VLC auf Objektive angewiesen, die über eine manuelle Abblendmöglichkeit verfügen. Erfreulicherweise haben das aber fast alle M42-Objektive, so dass sich dieser Nachteil relativiert.

Ich habe hier aus meinem reichhaltigen M42 Fundus ein sehr gutes Porst-Reflex 50mm/f1,7 für die VLC 2 herausgesucht, das ihr IMHO wirklich gut steht und das einen solchen A-M Umschalter hat:

Bild - 4.jpg

Das ganz "billige" DOMIPLAN 50mm/2,8 ist deswegen z.B. für eine VLC weniger geeignet, weil es sich nicht manuell abblenden lässt (nur über Springblende).
Damit müsste man also bei Blende 2,8 messen und dann im Kopf auf andere Arbeitsblenden umrechnen ... auch nicht unmöglich .... oder einen Handbelichtungsmesser nutzen.
Batterieproblem:
Wer eine Praktica heute noch nutzen will, muss sich darüber klar sein, dass er ein Batterie-Problem in dem Moment hat, wo die Kamera für ihren Belichtungsmesser eine Batterie benötigt! Die unterschiedlichen Batterien sind nicht mehr lieferbar!
Alle diese Batterie-Probleme sind lösbar, wenn man mal weiter unten guckt:
Wie man die Dresdener Kameras auch heute noch mit Strom versorgt, kann man hier erfahren:

Batterieersatz

Für die VLC ist die kaum noch aufzutreibende 4,5V PX-21 Batterie erforderlich.

Ich habe den Typ tatsächlich noch bei REAL (kein Witz!) als einzigem Anbieter bestellt und im Zulauf, arbeite aber an einer günstigeren Alternativ-Lösung.

Sobald ich da mehr weiß, werde ich hier berichten.

Die Batterie ist mit fast 20,€ absurd teuer ..... hält natürlich jahrelang .... man gönnt sich ja sonst nix ... aber trotzdem muss das günstiger gehen ... wie gesagt ... ich kriege da eine Budget-Lösung hinne und werde berichten!😊

HIer die VLC 2 mit Pentaprismensucher und beiliegendem Lichstschachtsucher in OVP:

Bild - 2.jpg

Der Schachtsucher hat eine wirklich hochwertige Sucherlupe implementiert, die ganz exaktes Fokussieren ermöglicht:


Bild - 13.jpg

Ein schönes Stück Kleinbild Nostalgie! Photos werde ich natürlich noch liefern!

Die Batterie ist übrigens inzwischen geliefert worden .... auch der Belichtungsmesser funktioniert einwandfrei und liefert plausibele Werte .... eine Praktica eben
....die funktioniert eben!

Die Sachen sind in schönstem Museumszustand ... da achte ich natürlich drauf ... zum alten Eisen gehört eine "L" noch lange nicht!
Film liegt bereit .... jetzt brauch' ich nur noch ZEIT!😞

Grüße und schöne Film-Photos

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
10.09.2020
#1

Anzeige

Guest

Schau mal hier: Kameraportrait PRAKTICA VLC 2 . Dort wird jeder fündig!
Harald

Harald

Beiträge
1.367
Da bin ich auf deinen Bericht gespannt!
Eine VLC wollte ich auch immer haben und konnte im Frühjahr eine 3er mit allen drei Suchern kaufen.
Ausprobiert habe ich sie aber noch nicht.

Wegen der Batteriegeschichte schau mal hier:
Batterieersatz
Ich habe meine mit einer CR123 zum Laufen gebracht, muss mir aber noch aus einer Alustange und einem Stück passenden Schlauch einen Lückenfüller bauen.
 
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
19.881
Hallo Harald,
genau Deinen Link habe ich doch oben schon genannt. 😊
Ärgerlich ist, dass ich den sog. Pentacon-Adapter nicht mehr auftreiben kann,
der eine CR123 Batterie kompatibel macht.😞

Irgendwie sympathischer ist mir aber eine günstige 4,5V Lösung .... und die habe ich möglicherweise
gerade gefunden:

Batterie Adapter für Kameras Praktica ee2, 3/vlc/plc/llc | eBay

Mit diesem Adapter lassen sich drei preiswerte LR44 Zellen zu einer PX-21 Zelle "verarbeiten".

Bestellt ist er .... ich werde berichten .... kann aus Bulgarien aber etwas dauern.
Die von REAL gelieferte Batterie ist zwar teuer, funktioniert aber klasse ..... sollte für Jahre reichen!

Grüße und schöne Photos

Klaus


P.S1.:

Zeig' doch bitte mal Deine VLC-3 hier im Faden!

Lupensucher: ???? Kannst Du den mal vorstellen? Der ist ja zu bekommen ... aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der gegen den Schachtsucher mit Einbaulupe noch Vorteile haben soll????

Was meinst Du dazu??

P.S.2: Wie willst Du das Batterieproblem lösen?
 
Harald

Harald

Beiträge
1.367
Bilder mach ich mal davon.
Der Lupensucher... Ganz ehrlich: Ich habe damit noch kein scharfes Sucherbild hinbekommen. 😊
Vielleicht was für am Balgen?
Aber wie gesagt habe ich mich noch gar nicht ausführlich mit der Kamera beschäftigen können.

Zum Ausfüllen des leeren Raums bei der CR123 hatte ich irgendwo einen Bericht gesehen, wo jemand aus Aquariumschlauch und einer Alustange einen Adapter gebaut hatte. Sowas wollte ich auch basteln.
(Sorry, ich hatte deinen Link oben als Zwischenüberschrift missdeutet)
 
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
19.881
....kleine Ergänzung ....

Wer den Lichtschachtsucher damals nicht brauchte, konnte auf die damals ansonsten baugleiche
-Praktica PLC-
ausweichen, die erheblich preisgünstiger war, aber nur den üblichen fest verbauten Pentaprisma-Sucher hatte.

Grüße

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
Harald

Harald

Beiträge
1.367
Durch die Brückenschaltung sei die Praktica sehr spannungstolerant, sagt die Literatur.
Soll also auch mit 3V funktionieren. Ich werds ausprobieren.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R
RoToR

RoToR

Beiträge
320
Alte Kameras können so schön sein. Tolle Sammlung!
Die X-T3 kommt dem wunderschönen Design dieser Praktikas schon sehr nahe.
 
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
19.881
Hallo ihr zwei beiden,
bei dem Batterieproblem sehe ich nicht durch 🧐
Die CR123 hat doch nur 3V und in die VLC 2 müßten doch 4,5V ?
z.B. sowas: https://akkuplus.de/Batteriepack-Ersatz-fuer-PX-21-PX21-21PX-3LR50-45-Volt-500mAh-Alkali-Mangan
die aus 3 ST. LR50 besteht und davon eine ca. 8€ kostet.
Brückenschaltung heißt, dass die Kamera intern mit einer deutlich geringeren Spannung arbeitet, die über eine Spannungskonstanthaltung aus einer teilweise deutlich höheren Batteriespannung generiert werden kann. So arbeitet der Belichtungsmesser auch bis zuletzt mit einer schwächelnden Batterie noch exakt, selbst wenn die Nennspannung abfällt.

Die drei LR50 Zellen (die Stück wirklich nicht unter 8,-€ über den Tisch gehen) sind zwar möglich, müssten dann aber auch noch mit Panzertape zusammengewickelt werden (doofer Fummel finde ich!)

Außerdem lande ich mit der Fummellösung dann bei strammen 24,-€. 😊

Dann doch lieber die fertige PX-21 Batterie für knapp 20,€ ... von Real .... funktioniert gut!
Den Adapter, den ich oben verlinkt habe, finde ich eigentlich am zweckmäßigsten .... wenn er denn funktioniert ....ich werde dann berichten.

Grüße

Klaus

P.S. Der Link von Dir funktioniert irgendwie nicht ....

PX-21 - Akkuplus.de - Akku leer? Kein Problem!

Dieses Angebot hier??
 
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
19.881
Also ..... 😊
Wir können LR 50 kaufen:

Knopfzelle - LR50 / PX1 / PCA1 - 1,5 Volt 500mAh Alkali-Mangan - Akku

Versandkostenfalle!!! Viel gefummelt und noch 'draufgezahlt!

Alkaline Knopfzelle LR50 PX1 - 1,5V Vinnic

Super Rabatte .... aber wer braucht "lohnende" Mengen???😊

Amazon.de: Einkaufsangebote: NX - Alkaline Batterie 4.5V 580mAh 3LR50 S

Gleich fertig "gebunden" kaufen ..... genau so sieht übrigens meine REAL-Lieferung auch aus ...

(auch wieder Versandkostenverarsche).

Ich liege noch'n Euro günstiger mit meiner REAL-PX-21 Fertigbatterie

Leuts .... wir geben an anderen Stellen sooo viel Kohle für Quatsch aus ......

Die PX-21 hält jahrelang .... so what? ....

Auch mein Adapter ist im Grunde Quatsch .... ich hab' ja jetzt die BAKTERIE🤪 .... den Adapter brauche ich dann vielleicht mal in 8 Jahren, falls ich dann noch lebe ... oder auch nie .... but nice to have .... schon bescheuert!

Aber wisst Ihr eigentlich, wie viele Paar Schuhe meine Frau hat??? Kein Sch..... ich könnte ja mal den Schuhschrank ablichten ....

Gönnen wir uns doch einfach die READY TO USE BATTERIE ..... denn wir gönnen uns doch sonst rein gar nix! 🤪🤪🤪

Grüße und viel Spaß

Klaus
 
othello8

othello8

Beiträge
1.087
Hallo Klaus,

vielen lieben Dank für deinen Beitrag. Wie ich dich beneide, daß Du die ganzen alten Schätzchen aus Dresden noch (oder wieder) in deinem Besitz hast.😍 Vielen Dank auch für die ganzen Hintergrundinfo´s, die mir zum Teil bislang unbekannt waren. 👍
Mich verbindet mit den "Praktikanten" eine Menge liebevoller Erinnerungen. War es doch eine Praktika, die ich nach der geschenkten Braun Paxette von meinem Vater, als erste richtige Spiegelreflexkamera mein eigen nennen durfte.
Es begab sich im Herbst Anno 1982, als Foto Quelle einen Sonderkatalog zum 25 jährigen Firmenbestehen herausgab. Und dort war sie: Die Revueflex TL-25 für 199,- DM. Ein Betrag, den ich mir in meiner damaligen Ausbildung mühsam zusammengespart hatte. Und plötzlich war ich stolzer Besitzer einer Spiegelreflexkamera:

TL-25.jpg


Die Hintergründe dieser Kamera habe ich erst viel später erfahren. Es war eine Praktika Sonderanfertigung, speziell für das Jubiläum von Foto Quelle.
Dieser Abwandlung der MTL-3 folgten bei mir dann später noch einige Praktika´s mit den vorzüglichen Pentacon (Zeiss) Objektiven, mit denen ich die Fotografie voll manuell von Grund auf gelernt habe.

Im Gegensatz zu Dir, lieber Klaus, habe ich mich irgendwann, als man noch Geld für die Sachen bekam, davon getrennt, um mit der Minolta X-700 den nächsten Schritt in die Fotografie zu unternehmen.
Sehr bedauerlich, wie ich es heute sehe....

Viele Grüße

Dieter
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R und RoToR
Harald

Harald

Beiträge
1.367
Ich habe heute mal schnell einen "Adapter" für die CR123 gebastelt.
Material: eine 17mm lange und 6mm dicke Alustange, diverse Schlauchreste und eine Rolle Tesa 😆 (weil mein Isolierband leer war).
Das Alu sollte an den Enden noch etwas poliert werden. ☺

adapter.JPG



adapter2.JPG
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R
Harald

Harald

Beiträge
1.367
Mal noch 2 Ansichten der VLC3 (in meiner geblümten Bastelecke :D).
Beim Lupensucher habe ich jetzt mal herausgefunden, dass man eine Fokuskalibrierung machen sollte...
Den Sucher kann man entsprechend dem eigenen Sehvermögen so einstellen, dass bei passendem Schnittbild auch die Mattscheibe an dieser Stelle scharf erscheint. 😆
Dann ist Scharfstellen durch die 5-fache Vergrößerung sehr genau möglich.
Ungewohnt ist - wie beim Schachtsucher - das seitenverkehrte Sucherbild.


vlc1k.jpg


vlc3k.JPG
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
19.881
Ich habe heute mal schnell einen "Adapter" für die CR123 gebastelt.
Material: eine 17mm lange und 6mm dicke Alustange, diverse Schlauchreste und eine Rolle Tesa 😆 (weil mein Isolierband leer war).
GUTE IDEE!!!! 😊 😊 👍 👍

Hallo Harald,
im Grunde muss ja nur der Pluspol der CR123A Zelle um die besagten 17mm verlängert werden. Es sollte also auch einfach reichen, eine Gewindestange (oder Schraubenaschaft) M16 entsprechend abzulängen und mit Schrumpfschlauch gegen das Gahäuse der CR123A am Rand zu isolieren zu isolieren. Machbar ist das!

Frage dann .... liefert der Belichtungsmesser mit 3V wirklich plausibele Werte?

Grüße und danke für diesen Beitrag!

Klaus
 
Harald

Harald

Beiträge
1.367
Nein, das habe ich noch nicht überprüfen können.

16mm Vollmetall geht auch - und die Kamera fühlt sich mit dem Zusatzgewicht gleich noch wertiger an (alter Chinatrick :D).
Man muss allerdings den Minuspol verlängern. Der ist bei der CR123 nämlich etwas vertieft und würde direkt anliegend somit keinen Kontakt im Batteriefach bekommen.
Aus diesem Grund müsste man dann auch die Enden der dicken Metallstange etwas anspitzen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
19.881
Hallo Klaus,

vielen lieben Dank für deinen Beitrag. Wie ich dich beneide, daß Du die ganzen alten Schätzchen aus Dresden noch (oder wieder) in deinem Besitz hast.😍 Vielen Dank auch für die ganzen Hintergrundinfo´s, die mir zum Teil bislang unbekannt waren. 👍
Mich verbindet mit den "Praktikanten" eine Menge liebevoller Erinnerungen. War es doch eine Praktika, die ich nach der geschenkten Braun Paxette von meinem Vater, als erste richtige Spiegelreflexkamera mein eigen nennen durfte.
Es begab sich im Herbst Anno 1982, als Foto Quelle einen Sonderkatalog zum 25 jährigen Firmenbestehen herausgab. Und dort war sie: Die Revueflex TL-25 für 199,- DM. Ein Betrag, den ich mir in meiner damaligen Ausbildung mühsam zusammengespart hatte. Und plötzlich war ich stolzer Besitzer einer Spiegelreflexkamera:

Anhang 169428 betrachten


Die Hintergründe dieser Kamera habe ich erst viel später erfahren. Es war eine Praktika Sonderanfertigung, speziell für das Jubiläum von Foto Quelle.
Dieser Abwandlung der MTL-3 folgten bei mir dann später noch einige Praktika´s mit den vorzüglichen Pentacon (Zeiss) Objektiven, mit denen ich die Fotografie voll manuell von Grund auf gelernt habe.

Im Gegensatz zu Dir, lieber Klaus, habe ich mich irgendwann, als man noch Geld für die Sachen bekam, davon getrennt, um mit der Minolta X-700 den nächsten Schritt in die Fotografie zu unternehmen.
Sehr bedauerlich, wie ich es heute sehe....

Viele Grüße

Dieter
Hallo Dieter,

vielen Dank für Deinen Beitrag!😊

Du zeigst hier eine umgelabelte Praktica MTL3 bzw, MTL5, die sich nur designmäßig, nicht aber funktional unterscheiden.😊

Sowohl für Foto Quelle, wie auch für Foto Porst wurde das Design des Prismengehäuses geändert (gleichermaßen für Quelle und Porst). Die Porst "L"s bekamen zusätzlich noch ein anders gestaltetes Zeitenwährad ... ansonsten natürlich blütenreine Prakticanten!😊👍

Ich hatte damals NUR die allereinfachste Praktica L mit dem günstigsten "Domiplan" 50er f:2,8.
Die "L" (später die L2) hatte gar nix ... nichtmal einen Belichtungsmesser.

Du hast mit den wirklich guten DDR Klamotten einfach sehr bewusst photographieren müssen und eben das hat geprägt.

Ich verbinde mit der L-Baureihe wirklich viele Erinnerungen .... eine spätere CANON AL-1 (Zeitautomat) lässt mich heute vergleichsweise kalt .... ich habe da irgendwie gar kein Interesse, einen Film einzulegen und den dann "automatisch" zu belichten.

Eine MTL3 oder gar eine VLC2 hätte ich mit in den späten 70ern nicht leisten können (da war ich Schüler).
Jetzt kann ich im damaligen "Luxus"😊 schwelgen.

Ich habe heute einen KODAK GOLD200 durchgezogen! Hat enormen Spaß gemacht ....insbesondere mit dem Schachtsucher bodennah zu knipsen.
Die umständliche Handhabung (selbst dieser LUXUS "L") merke ich gar nicht .... da sitzt immer noch jeder Handgriff so, wie vor 40 Jahren.😊

Ich hoffe, dass ich zeitnah dazu kommen werde, den Streifen zu entwickeln und zu digitalisieren!

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: othello8
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
19.881
Nein, das habe ich noch nicht überprüfen können.

16mm Vollmetall geht auch - und die Kamera fühlt sich mit dem Zusatzgewicht gleich noch wertiger an (alter Chinatrick :D).
Man muss allerdings den Minuspol verlängern. Der ist bei der CR123 nämlich etwas vertieft und würde direkt anliegend somit keinen Kontakt im Batteriefach bekommen.
Aus diesem Grund müsste man dann auch die Enden der dicken Metallstange etwas anspitzen.
URGS .... natürlich hast Du Recht! Der Minuspol muss verlängert werden, was ja im Grunde noch einfacher ist .... dann muss im Grunde gar nicht mit Schrumpfschlauch isoliert werden ... ist dann absolut kurzschlusssicher!

Dann braucht es ja wirklich nur ein M16 Gewindestück, 'ne Pucksäge zum groben Ablängen und einen Schleifstein zum genauen Ablängen bzw. zum "Anspitzen" des Adapterstückes.

Grüße

Klaus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Harald
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
19.881
.... Soooo.... der KODAK GOLD 200 hängt am Haken:

Bild - 2.jpg

Ich habe heute "sommerliche" 24 Grad Prozesstemperatur gefahren ..... und mit meinen interpolierten
Entwicklungszeiten gearbeitet .... natürlich wieder mit der COMPARD DIGIBASE C41-Photochemie .... genial das Zeugs!😊

C41 Farbfilme zu Hause selber entwickeln ... ganz einfach!

Die stimmen ganz offensichtlich wirklich für beliebige Prozess = Umgebungstemperaturen, so dass wirklich das doofe C41-39 Grad Temperierungsproblem für Hobbylaboranten Geschichte ist. 😊

Dabei habe ich weder das Licht ausgeknipst, noch meinen Dunkelsack bemüht, sondern wieder meine uralte AGFA RONDINAX 35U Tageslicht-entwicklungsdose verwendet:

Agfa RONDINAX Tageslicht-Entwicklungstanks .....

So geht Filmentwicklung AD HOC.😊

Ich kann jetzt schon sagen, dass der Filmtransport der VLC2 (wie bei jeder Praktica fast schon selbstverständlich) unbeschadet über die Jahre gekommen ist.

Wegen des genialen PLS "Praktica Lade Systems" kriegt man mit allen L-Prakticanten 38 Aufnahmen auf einen 36er 135er Film.

Im Großlabor werden die beiden zusätzlichen Filmfenster leider meistens abgeschnitten, wer selber verarbeitet, kann sie immer nutzen.

Der Belichtungsmesser hat die Jahrzehnte wirklich schadlos überstanden! Keine einizige Fehlbelichtung!
Dabei sind Aufnahmen im prallen Sonnenlicht und LOW LIGHTs bei Blende 1,7.
Alle Aufnahmen haben perfekte Dichte.

Sobald durchgetrocknet, werde ich den KODAK schneiden, archivieren und digitalisieren .... mein PLUSTEK Opticfilm Scanner wartet schon.

Grüße und schöne Film-Photos

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: sun und Harald