Infrarot mit Serien-D7000 - ein Versuch

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Steffen1207

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Moin Leute,

ich war eben mal im Park, um die D7k (unmodifiziert) auf ihre Infrarotfähigkeit zu testen. Bei F4, ISO 200 und dem super Sonnenlicht heute habe ich 3 Sekunden belichtet. Das verwendete Objektiv war mein Nikkor 16-85.

Fazit: Wenn es hübsch windstill ist, kann so arbeiten, ansonsten gibt es Bewegungsunschärfen. Es führt eben doch kein Weg an einer auf IR definierten Kamera vorbei. Dann paßt auch der AF wieder absolut exakt, der hier auch etwas danebenliegt. Sehr positiv hingegen: Das 16-85 zeigt keinerlei Neigung zur Bildung von Hotspots, ist also für IR bestens geeignet.





comp__DSC1071.jpg


comp__DSC1071sw.jpg
 
05.05.2013
#1

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Guest

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Steffen1207

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Ich habe das verwendete Filter vorhin unterschlagen: Hoya R72
 
Waldschrat

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Hi Steffen!

Das ist Dir doch gelungen! :klatschen:

Auf mich wirken die beiden Aufnahmen auch ein bisschen "Puppenstuben-mäßig", als wäre es keine echte Landschaft, sondern ein Modell. Wovon dieser Eindruck kommt, ist mir noch nicht bewusst.

Wenn ich Dich richtig verstehe, "überfährst" Du das Kamera-interne IR-Sperrfilter, und dadurch diese lange Belichtungszeit?


Herzlicher Gruß, und schöne IR-Fotos!
Zeig mehr! :D
 
Steffen1207

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Wenn ich Dich richtig verstehe, "überfährst" Du das Kamera-interne IR-Sperrfilter, und dadurch diese lange Belichtungszeit?
Genau so ist es. Das geht, weil ein Filter eben nie zu 100% "abdichtet".
Übrigens, weil ich hier den direkten Vergleich ziehen kann, eignet sich die D7000 besser als die D3100, mit dieser habe ich zwischen 6 und 10 Sekunden belichten müssen.
 
Waldschrat

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Genau so ist es. Das geht, weil ein Filter eben nie zu 100% "abdichtet"....
Da muss Dein IR-Durchlassfilter vor dem Objektiv aber deutlich tiefer das sichtbare Licht aussperren, als das Kamera-interne IR-Sperrfilter das IR aussperrt. Sonst kann das nicht klappen. Eine spannende Frage wäre in diesem Zusammenhang, ob an dieser Stelle solche China-extra-billig-IR-Filter, wie sie für zwanzig Euro nochwas verscherbelt werden, noch einen Effekt erkennen lassen?


Viel Freude Dir beim Erkunden des IR!
Ich sattele gerad mein Fahrrad und verschwinde selbst nochmal in die Natur. :)

Herzlicher Gruß!
Der Waldschrat aus Berlin... :)
 
Steffen1207

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Da muss Dein IR-Durchlassfilter vor dem Objektiv aber deutlich tiefer das sichtbare Licht aussperren, als das Kamera-interne IR-Sperrfilter das IR aussperrt. Sonst kann das nicht klappen. Eine spannende Frage wäre in diesem Zusammenhang, ob an dieser Stelle solche China-extra-billig-IR-Filter, wie sie für zwanzig Euro nochwas verscherbelt werden, noch einen Effekt erkennen lassen?
Das Hoya R72 läßt alles passieren, was länger als 720 nm ist. Genau das wird vom Sensorfilter eigentlich gesperrt. Aber eben nicht vollständig, ein geringer Rest geht durch das Filter durch. Mit diesem Rest Infrarotlicht wird dann gearbeitet, daher die langen Belichtungszeiten.
Die China-Billigfilter zeigen den gleichen Effekt wie teure. Aber schlechter, den Unterschied machen die verwendeten Materialien. Aluminium und hochwertige optische Gläser auf der einen und reiner Kunststoff auf der anderen Seite. Die Auswirkung der Materialauswahl ist die gleiche, wie bei jedem anderen Filterglas auch. Mit Billigschrott wird man sich das Bild ruinieren. Deshalb kaufe ich nur anständiges Material.
 
Steffen1207

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Übrigens kann man die Wirkung eines IR-Filters auch ganz billig haben. Einfach zwei Lagen unbelichteten, entwickelten Diafilm übereinander legen und ab vors Objektiv. Eignet sich aber nur zum Testen.
 
SchwedenwuerfelOtto

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DAS experiment find' ich interessant! wie der atmosphär. dunst wie mit einem brotmesser durchteilt wird. und was aus den tonwerten wird.
das wäre 'was für ein tele und fernsichten.

danke auch, für den tip: filter R72! (von so'was habe ich bisher so gut wie keine ahnung)
 
Steffen1207

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DAS experiment find' ich interessant! wie der atmosphär. dunst wie mit einem brotmesser durchteilt wird. und was aus den tonwerten wird.
das wäre 'was für ein tele und fernsichten.

danke auch, für den tip: filter R72! (von so'was habe ich bisher so gut wie keine ahnung)

Moin Otto,

danke.
Der Dunst ist in diesem Wellenlängenbereich allerdings Geschichte, Dunst reflektiert vor allem UV. (Daher sollen ja UV-Sperrfilter diesen beseitigen). Wir sind hier aber weit jenseits von UV. Daher diese Klarheit.
Mit einer nicht auf IR definierten Kamera ist das alles aber eine Mühe: Bild komponieren, scharfstellen, Filter drauf, je nach Kamera zwischen 1 und 30 Sekunden belichten. Dann noch ein bißchen Arbeitsaufwand beim bearbeiten. Also, entweder Zweitkamera umbauen lassen (dann kann man wie gewohnt mit dem Sucher arbeiten), einige Modelle von Sigma sind auch direkt verwendbar, da sich bei diesen der Sperrfilter entfernen läßt. Dann muß man aber weiterhin Bild komponieren, scharfstellen, Filter vors Objektiv. Zudem gehen dann keine Aufnahmen mit Restrot, aufgrund der Konstruktion des Foveon-Sensors geht nur reines IR.

Ein Statement zur Qualität von Filtergläsern gab es weiter oben von mir. Das Hoya R72 ist ein gutes Material für Aufnahmen mit Restrot. Dieses hatte ich mir einst für Versuche mit Serienkamera zugelegt. Trotz teuer. Sollten mir die Aufnahmen anschließend nicht zusagen, muß ich dann die Fehlersuche nicht beim Material beginnen.:D