Gedanken zum M-Modus und halb-manuellen Programmen

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Towy

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Den M-Modus der Kamera benutzt man bekanntlich, wenn man Verschlusszeit, Blende und ISO komplett von Hand einstellen möchte. Das verhindert ein ungewolltes Verstellen dieser Parameter durch eine Automatik.

Dies scheint mir sinnvoll bei:
- Aufnahmen mit einem festen (manuellen) Blitz-Setup
- wenn Aufnahmen aus mehreren Aufnahmen zusammengesetzt werden sollen (z. B. Brenizer, Panoramen etc)
- für eine Fotoserie mit gleichbleibenden Lichtverhältnissen
- und natürlich, wenn das Objektiv keine Automatik unterstützt (Altglas)

Für alle übrigen Situationen, was deutlich die Mehrheit der Aufnahmen sein dürfte, macht es mehr Sinn eine Halbautomatik zu wählen.
- AV,wenn die Blende und damit die Tiefenschärfe manuell gewählt werden soll
- TV, wenn die Zeit und damit die Bewegungsschärfe manuell gewählt werden soll.

AV und TV bieten ein großes Plus an Sicherheit, die richtige Belichtung zu erzielen und sind zudem sehr schnell bei der Einstellung. Also eine echte Hilfe.

Ich habe mich aktuell bei Makroaufnahmen und Blumenfotos gefragt, warum jemand dabei den M-Modus nimmt und schon gar nicht kann ich mir das als sinnvoll bei "Alltagsfotos" vorstellen. Übersehe ich etwas in meinen Gedanken?

VG Jens
 
23.08.2017
#1

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Guest

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dj69

dj69

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Wie man es halt macht.
Ob das Sinnvoll ist, bei Plymchen und Altglas den M-Modus zu bemühen weiß ich nicht, es macht aber bestimmt Spaß :)

Um deine Gedanken zum M-Modus noch zu vervollständigen, ich nutze das M auch immer dann, wenn wechselndes Licht, farbiges Licht und punktuelle Beleuchtung die Belichtungsautomatik irritieren.
Ein Konzert ist zum Beispiel so eine Situation. Ich nutze da auch keinen Blitz, der killt die Stimmung, finde ich.
 

Peter_M

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M hat seine Berechtigung. Es gibt Fotografen die diesen als alleinigen Modus für ernsthaftes Fotografieren sehen. Ich habe immer ein Problem mit dem Wort "ernsthaft".

In Wirklichkeit drehen DSLR-Nutzer auch nur nach ihrer Belichtungswaage bis es passt und finden das dann meisterhaft. Bei Systemkameras sieht man wenigstens die Belichtung und kann gezielt davon abweichen.

Konzerte immer M, Rest fast immer Blendenvorwahl und Auto-Iso, den Rest regelt die griffige Belichtungskorrektur.

Bei Makro messe ich teilweise die Belichtung gerne mit Spot um dann dem Foto mit der Belichtungskorrektur den Rest zu geben.

Ich knipse allerdings nur.
 
Klaus-R

Klaus-R

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Ganz pragmatische Antwort:

Wer den M-Modus nutzt hat:

-stabile Lichtverhältnisse für ein unveränderliches Motiv
-Zeit
-arbeitet mit einer Blitzanlage, die ausbalanciert werden soll
-oder spinnt:eek:

Wer nun Zeit hat, eine optimale Belichtrung "herauszukitzeln", ein Histogramm zu sichten (bei EVIL Kameras besonders einfach) erreicht sein Ziel ebensogut im "M" Modus, wie z.B. im A-Modus mit entsprechender Belichtungskorrektur.

SO WHAT?;)

Und nochwas! Wer im Nachhinein ein absolutes Maximum an Bildinfo einfahren möchte (und eben doch kein maximal-statisches Motiv belagert) nutzt immer die Mehrfeldmessung einer Kamera. Eben dieser Modus minimiert Überstrahlungen in den Lichtern und abgesoffene Schatten so gut die jeweilige Kiste das nur schaffen kann.

Ergänzung: Eine Mehrfeldbelichtungsmessung ist selbstverständlich auch im M-Mode möglich ... die Ergebnisse werden angezeigt, müssen aber manuell umgesetzt werden.....

Es ist dann Sache gezielter EBV, aus maximalen Bildinformationen das herauszuarbeiten, was später DEIN Bild ausmachen soll.;)

Entschuldigt bitte mein undiplomatisch deutliches Auftreten in dieser Sekunde ... aber manchmal ist die Physik "einfacher" als der "Glaube".

Wenn ich Typen lese, die mir erzählen, dass sie mit einem "Handbelichtungsmesser" das Allerletzte aus 'ner Szene herausholen ... was die Kamera alleine nie könnte ... dann kann ich nur freundlich die Klappe halten oder dementieren.
jede Digitalkamera hat den für sie optimierten Belichtungsmesser schon eingebaut und kein Handbbelichtungsmesser liefert sooo viel Info, wie das Luminanz (oder RGB) Histogramm der eigenen Kamera ... das kann JEDE ernstzunehmende Kamera zumindest nach einem Testshot ... die EVILs sogar live im EVF.

All das hat gar nix mit "M" Mode zu tun ... das geht immer .... hauptsache man interessiert sich überhaupt mal dafür und nutzt sokche Möglichkeiten auch.

Grüße und schöne Photos;)

Klaus
 
Tenno

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Da ich ja so in die Fotografiererei reingerutscht bin und so alleine vor mich her brassele, habe ich mir vor Kurzem zwei Bücher mit "Workshops" gegönnt mit dem Gedanken weiter zu lernen und andere Anregungen zu bekommen.

Auch hier wird geraten, die Kamera auf manuell umzustellen. Das hat mich noch nicht mal so sehr gewundert als vielmehr die Aufforderung die Belichtung im Histogramm nach "rechts" vorzunehmen ohne hinten abzuschneiden, da dort der meiste Informationsgehalt liegen würde.

Ich selbst belichte in der Regel in die Lichter hinein, um diese nicht ausfressen zu lassen und so liegt bei meinen Bildern das Histogramm sehr oft auf der linken Seite.

Wenn ich den "alten Hasen" dann sagen würde, dass ich die Belichtung mehr als oft in LR korrigiere, beulen sich da wahrscheinlich die Fußnägel auf.

Ich werde das Fotografieren im M - Modus aber auf jeden Fall mal eine Weile ausprobieren und auch diese Belichtung nach rechts im Histogramm. Jedenfalls dann, wenn es nicht schnell gehen muss.
 
Towy

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Nach "rechts" belichten macht aber nur Sinn, wenn man im RAW-Format fotografiert (bei JPEG passt die Kamera den Dynamikbereich selbsttätig mehr oder weniger gut an). Die Idee dabei: aufgrund technischer Gegebenheiten einer Digitalkamera ist der Tonwertumfang um so höher, je heller der Bildbereich ist. In den dunklen Bereichen befinden sich im RAW signifikant weniger Tonwerte, was sich auf die Dynamik des Fotos auswirkt. Also: möglichst hell (ohne Ausfressen der Lichter) aufnehmen und in der RAW Bearbeitung die Belichtung runterregeln. Das ganze ist auch motivabhängig und lohnt sich insbesondere für dunkle Bildszenen. Lohn der Mühen: mehr Dynamik in den dunklen Bildpartien und weniger Rauschen.
 
muezin

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Also ich fotografiere sehr viel die Handballspiele meiner Kinder und da ausschließlich in M.
Blende ganz auf, Zeit auf 350stel oder 500stel und Iso aus Auto...
Will ich nicht missen.
 
ThomasRS

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..... Das hat mich noch nicht mal so sehr gewundert als vielmehr die Aufforderung die Belichtung im Histogramm nach "rechts" vorzunehmen ohne hinten abzuschneiden, da dort der meiste Informationsgehalt liegen würde.
......
Das ist einfach zu erklären.
Wenn der Erklärende Dir gegenüber steht, ist seine
rechte Histogrammseite Deine Linke. Umgekehrt natürlich
genauso. Wenn er jetzt Deine Linke Seite meint und seine
Rechte sieht, kann er schon mal durcheinander kommen :rolleyes:

Vielleicht halten die aber auch die Kamera falschrum.....:cool:



Ich werde das Fotografieren im M - Modus aber auf jeden Fall mal eine Weile ausprobieren und auch diese Belichtung nach rechts im Histogramm. Jedenfalls dann, wenn es nicht schnell gehen muss.
Und damit hast Du es wahrscheinlich perfekt getroffen.
Dafür braucht man etwas Zeit.
Mehr, als würde man sich auf die (Halb-)Automatiken verlassen.
 
Klaus-R

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Also ich fotografiere sehr viel die Handballspiele meiner Kinder und da ausschließlich in M.
Blende ganz auf, Zeit auf 350stel oder 500stel und Iso aus Auto...
Will ich nicht missen.
Oh ja ... daran hatte ich jetzt nicht gedacht! Für mich impliziert der M-Modus immer irgendwie auch eine feste ISO-Einstellung.;)

Wenn Du den ISO-Parameter natürlich offen lässt, dann ist natürlich auch im "M" Mode eine kameragesteuerte automatische Belichtung möglich.

Grüße

Klaus
 
Klaus-R

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EXPOSE TO THE RIGHT???

Ich finde, dass das Problem HIER sehr schön und einfach erklärt ist ... gibt aber auch jede menge deutschprachige Seiten darüber .... ABER...

https://luminous-landscape.com/expose-right/

Ich bin mit dieser Sache eben nicht wirklich glücklich bzw. generell einverstanden.

Wenn ich eine Landschaftsaufnahme belichte und einen sehr hellen, aber interessant in den Spitzenlichtern gezeichneten Himmel habe, dann nimmt eine gute Kamera die Belichtung deutlich zurück, so dass die Landschaft selber sehr "düster" kommt, der Himmel aber eben gerade noch Vollzeichnung hat. Die Chance, das so zu machen hat die Kamera ber nur, wenn ich mit Mehrfeldmessung den hellen Himmel eben mit einbeziehe.

Setze ich einen Spot auf die Landschaft, ignoriert sie den Himmel, belichtet die Landschaft kräftiger (kommt dann freundlicher) lässt den Himmel aber total ausbrennen ...

Viel gelungener find' ichs dann, die (vermeindlich zu dunkele) Landschaft am Rechner aufzuhellen .... da ist nix verwerflich 'dran ... die enorme Dynamik, die wir nutzen können, macht das möglich.

Das Problem, wenn ich schon bei der Aufnahme hergehe und den Weißpunkt versuche OPTIMAL auszureizen, inden ich das Luminanzhistogramm exakt rechts auslaufen lasse ist, dass das Luminanzhistogramm erstens nicht nach RGB-Farbkanälen unterscheidet (will sagen ein einziger Farbkanal kann ausfressen, ohne dass ich das angezeigt bekomme UND das wenige Pixel gar nicht erfasst werden .... ich mach's mal an einem Beispiel:

Ich photographiere einen schneeweißen Reiher vor dunkelem HG. Einige kleinere Teile des Gefieders sind extrem hell (Glanzlichter), das betrifft aber nur sehr wenige Pixel. Die Kamera merkt das trotzdem und nimmt die Belichtung zurück, um hier Zeichnung zu erhalten und ausgefressene Lichter zu vermeiden. Diese wenigen Pixel, die aber insbesondere bei der beschriebenen Szene sehr wichtig sind (siehst Du im Luminanzhistogramm nicht!) Du denkst, da kann ich ja noch mächtig "nach rechts" belichten, und verlierst die Bildinformation unwiderbringlich.

Ich schreibe ja nicht zum ersten mal, dass ich empfehle auf maximale Bildinformation zu belichten und lieber das Histogramm später am Rechner zu optimieren. Man glaubt gar nicht, was in den Schatten noch 'drinsteckt ... bei einer guten Kamera ... ausgefressene Lichter aber ... da geht im Anschluss gar nichts mehr.

Nur mal so nachgedacht!

(...)Ich selbst belichte in der Regel in die Lichter hinein, um diese nicht ausfressen zu lassen und so liegt bei meinen Bildern das Histogramm sehr oft auf der linken Seite.
Genau so halte ich's für richtig ... und je "schwieriger oder härter" das Licht wird, umso deutlicher so ....

Wenn ich den "alten Hasen" dann sagen würde, dass ich die Belichtung mehr als oft in LR korrigiere, beulen sich da wahrscheinlich die Fußnägel auf.
Nun ... Helmut Kohl hätte gesagt: "Lasst es mich ertragen":D:D

Grüße

Klaus

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Tenno

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Ich danke Euch, dass Ihr mir das mit der rechten Seite des Histogramms erklärt habt und wußte das nicht, dass dort der Informationsgehalt höher ist. Da Ihr das sagt, der Buchautor und der Artikel auf englisch ebenfalls, sind meine Zweifel jetzt verflogen. Es gehört ja nicht unbedingt hierhin, denn nach rechts kann ich ja auch mit der Belichtungskorrektur und Blenden- oder Zeitautomatik belichten. Da brauche ich ja den M-Modus nicht. Deshalb nochmals vielen Dank!
 
Klaus-R

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I(...) denn nach rechts kann ich ja auch mit der Belichtungskorrektur und Blenden- oder Zeitautomatik belichten. Da brauche ich ja den M-Modus nicht. Deshalb nochmals vielen Dank!

Und eben das ist die entscheidende Erkenntnis!:daumen:

Wir müssen nicht diskutieren, dass sog. Motivprogramme für eine interessierte Photographin konntraproduktiv sein müssen (warum sonst verzichten sääähr teure Kameras komplett darauf?)

Die Strategieen "M;A;S;P" sind unverzichtbare Features einer anspruchsvollen Kamera!

Dabei aber nur den "M" Modus als "anspruchsvoll" zu deklarieren ist reichlich dösig und greift voll daneben! Ich mag ja sowieso keine ABSOLUTEN Aussagen .... gut möglich, dass sogar "Motivprogramme" irgendeinen Sinn machen .... für mich dann allerdings nicht mehr ... bin endgültig zu alt für irgendwelche FUZZY-LOGIC, die ich mir nicht mehr vorstellen kann.;)

Grüße

Klaus
 

Peter_M

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Nikon, Fuji und Sony, eigentlich jede Kamera mit Sony-Sensor, haben sehr viele Reserven in dem unterbelichteten Bereich. Wenn man also nicht mit Verlauffiltern fotografieren will, belichte ich auf den Himmel bzw. nehme einen Zwischenwert, kurble also an der Belichtungskorrektur, und ziehe die Tiefen dann später hoch.
Moderne Kameras haben schon eine sehr gute Dynamik. Es geht zwar nicht alles aber schon so viel das ich meine Filter zu Hause lasse.


Alte Hasen sagen auch das man immer eine passende Kurbel zur Hand haben muss wenn die Autobatterie platt ist. :eek:
 
Klaus-R

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Nikon, Fuji und Sony, eigentlich jede Kamera mit Sony-Sensor, haben sehr viele Reserven in dem unterbelichteten Bereich. Wenn man also nicht mit Verlauffiltern fotografieren will, belichte ich auf den Himmel bzw. nehme einen Zwischenwert, kurble also an der Belichtungskorrektur, und ziehe die Tiefen dann später hoch.
Moderne Kameras haben schon eine sehr gute Dynamik. Es geht zwar nicht alles aber schon so viel das ich meine Filter zu Hause lasse.


Alte Hasen sagen auch das man immer eine passende Kurbel zur Hand haben muss wenn die Autobatterie platt ist. :eek:
....dem ist nix hinzuzufügen und inhaltlich das, was ich oben auch vertrete!!!

Eine optiomale Belichtung (am Set) ist NUR diejenige, die maximal viele Bildinfo mitnimmt ..... OHNE Rücksicht auf die spätere Ausarbeitung der Aufnahme am Rechner!!!

Dein "Flair" machst Du später am Bildschirm ... und optimal dann, wenn möglichst viele Bildinfos gesichert wurden .... NUR DAS liefert eine "optimale" Kamerabelichtung!!

Wie das fertige Bild später kommt, ist Sache der Bild EBV .... und nicht schon Ergebnis einer "optimalen" Belichtung.

Ich bin selber ein alter Sack ... aber genau da lasse ich mir von alten Säcken nix "Dolles" mehr erzählen ... schon gar nicht von solchen, die mit einem Handbelichtungsmesser herumrennen und explizit immer nur den "M" mode nutzen ..... sorry, but no .... dafür lichtbildnere ich selber nun wirklich auch schon zu lange ..... das ist Unfug!

Grüße

Klaus
 
Towy

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Hi Klaus, was den M-Modus anbelangt, bin ich 100% bei Dir. Bei ETTR ist das ein bisschen diffiziler. Es geht ja nicht darum überzubelichten, sondern möglicht weit nach rechts ohne Ausfressen des Lichter aufzunehmen. Dadurch bekommt man mehr Bildinformationen/Tonwerte in den Tiefen, was dem Foto insgesamt zugute kommt. und - ganz wichtig - das ganze ist ohnehin nur bei RAW von Bedeutung!! ETTR schafft bei RAW die Grundlagen dafür, was die Kamera intern bei JPEG-Optimierung bereits von sich aus macht. Nie vergessen, auf dem Kamera-Display wird nie das RAW angezeigt.
 
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