Sehgewohnheiten und Geschmack prägen auch die Bildbetrachtung und -interpretation.
Die Schaufensterauslage bei Nr. 2 stört mich zum Beispiel gar nicht. Leicht - um 1 bis 2 Grad - nach links gedreht erhält das Bild einen klar erscheinenden Bezug zwischen Vordergrund und Hintergrund. Vorn agiert der sehenswerte Straßenkünstler, aber außer den Kunstprodukten in der Schaufensterauslage schaut ihm niemand zu. Das ist gut in Beziehung gesetzt.
Bei Bild 3 meine ich das Bemühen erkennen zu können, den -scheinbar- störenden Hintergrund etwas aus dem Bild zu verbannen. Ein zu großes Opfer, wie ich finde. Die Vielfalt der ihm zur Verfügung stehenden Utensilien bleibt zu einem großen Teil auf der Strecke und die Einsamkeit seines Wirkens ebenfalls.
Anders ist es bei Nr. 1. Hier steht der Akteur im Vordergrund. Der Hintergrund ist bereits durch die Unschärfe weitgehend ausgeblendet. Und gleichwohl wirkt er noch auf das Bild ein, ablenkend. Hier schiene es mir gewinnbringend, nochmals die Schere anzusetzen und links neben dem linken der beiden grünen Bügel zu schneiden. Der Ball gerät so in die Region der linken Drittellinie. Nimmt man rechts noch ein wenig weg, ergibt sich eine Linie von oberer rechter Ecke über den Kopf zum Ball. Sehr ausdrucksstark, finde ich.
LG Albrecht