Es ist ein kontroverses Thema - das jeder für sich selbst bescheiden sollte.
Ich schreibe hier einfach noch einmal, was ich bereits in einem anderen Thread gepostet hatte...
Mein letzter Zoobesuch liegt einige Jahre zurück. Das war damals der Zoo W....
Im Eingangsbereich begrüßte mich ein verstörter Eisbär, der permanent hin- und herpendelte. Die Raubtiergehege spotteten jeglicher Beschreibung.
Danach war mein Entschluß gefasst.
Ich habe auch noch, längere zurückliegend, die Gorillas im Zoo Du... vor Augen, wie ihren eigenen Kot fraßen und gegen Panzerglasscheiben sprangen.
Nachfolgend meine
persönlichen 5ct zur Sache:
Zur ortsnahen Belustigung eines Publikums sollten zumindest jene Tiere nicht in Gefangenschaft gehalten werden, deren Raumbedürfnis,
Sozial- und Territorialverhalten in keiner Weise durch ein, wie auch immer geartetes, Gehege befriedigbar ist.
Auch nicht in den vermeintlich schicken, neuen, "geräumigen" Themengehegen, mit denen einige Zoos massenhaft Publikum anlocken.
In solchen Örtlichkeiten laufen die Besucher in erster Linie Gefahr, sich selbst etwas vorzumachen: Solche Neugehege sind zwar besser, befriedigen doch letzten Endes vor allem das Auge und Gewissen des Publikums.
Beispiel: Ein Braunbär hat in freier Bahn ein Territorium, dass sich zwischen einem Dutzend und mehreren hundert Quadratkilometern erstreckt. Welcher Zoom oder sonstwas dieses Planeten soll dies bitte gewährleisten?
Es mag Tiere geben, deren Haltung in Zoos weniger bedenklich ist, z.B. domestizierte Tiere. Aber kaum ein Zoo beschränkt sich darauf.
Auch ist für mich die geläufige Argumententation schwer nachvollziehbar, dass durch Zoos die Erhaltung gefährdeter Arten gewährleistet wird.
Solche Erhaltungsmaßnahmen sind m.E. mit der notwendigen Energie und finanziellen Ressourcen in den jeweiligen Artlebensräumen effektiver - und prioritär geboten.
Sei es durch Schulung und Unterstützung der lokalen Bevölkerung oder durch Einrichtung von Naturschutzgebieten.
Weiterhin stellt sich die Frage, inwiefern eine durch eine Zooumgebung erhaltene Art, irgendeine Bedeutung für das Fortbestehen einer Spezies in der Natur haben soll. Ich persönlich unterscheide hier zwischen Zoos und Aufzucht-, Pflege- und Renaturierungseinrichtungen, in denen Tiere mit möglichst wenig menschlicher Prägung bestmöglich auf ein Leben in freier Natur vorbereitet werden.
Ebenso wenig zieht m.E. die "edukative Argumentation" - die Schulung von Kindern. Worin schulen? Wie man Wildtiere besser nicht halten sollte?
Ich wüsste nicht, welchen Bildungswert ein verhaltensgestörtes Wildtier hinter Gittern bieten sollte. Ich denke, es gibt da sinnvollere Alternativen.
Ich persönlich halte es für sinnvoller, Kindern dahingehend zu sensibilisieren, welchen Preis diese Tiere dafür zahlen, wenn wir unserem Bedürfnis nach bequemer Nähe nachzugeben.
Manchmal ist man m.E. mit einer hochkarätigen Dokumention im TV schlichtweg besser beraten!
Soll aber jeder, der mal einen Löwen, ein Krokodil oder einen Tiger erleben will auf eine elitäre Safari gehen, mit einem nicht gerade umweltfreundlich sparsamen Jeep Afrika unsicher machen?? Würde das der Sache dienlich sein?
Natürlich macht es in einer, wie auch immer gearteten Ökobilanz, keinen wirklichen Sinn, sich 8000km mit dem Flieger irgendwohin zu begeben, um Tiere, die es in unseren Breiten nicht gibt, in freier Bahn zu beobachten. Andererseits ist das vor Ort ausgegebene Geld insofern gut angelegt, als dass es den Reservaten, in denen die Wildtiere in weitgehend ursprünglicher Natur leben können, zugute kommt. Weiterhin bietet eine solche Form des Tourismus, Einheimischen die Perspektive, dass ein Auskommen durch aktiven Erhalt der endemischen Arten möglich ist.
Persönlich konnte ich genau diesen positiven Einfluß im Yala-, Singharaja und Komodo-Nationalpark beobachten.
Grüße,
Oz