Fotografie im Restaurant

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softdown1

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Moinsen zusammen,

zwar betrifft es mich nicht akut, aber ein paar Gedanken um die allgemeine Problematik habe ich mir doch gemacht, weil es mich am vergangenen Wochenende doch etwas störte.

Kurze Erklärung:
mein Weibchen und ich waren beim Chinesen essen. Das Lokal war gut gefüllt und der verbleibende freie Tisch war einer neben einer Hochzeitsgesellschaft von etwa 30 bis 40 Personen.
Eine Person (ob nun extern bezahlt oder zur Hochzeitsgesellschaft gehörend kann ich nicht sagen) wurde da mit "Bilder machen" beauftragt. Gefühlt waren es sicherlich viel mehr, aber realistisch wären so gute 150 bis 200 Bilder in unter zwei Stunden (alle mit Blitz und daher Auslöser meiner Gedanken).
Ich kann nicht genau sagen, welches Equipment verwendet wurde, aber die Kamera war schon rein der Größe nach mind. APS-C - das Display der Cam schon fast so groß wie meine E-M10 ;).
Der Blitz selber hatte auch einiges an Leistung - zumindestens daher vermutet, als das ich mit dem Rücken zu dem Fotografen saß (Entfernung aber nur 3 oder 4 Meter), der Blitz direkt auf die Personen gerichtet war (also nicht indirekt und auf die Decke) und bei seinem Abfeuern mein Teller doch recht gut ausgeleuchtet war :D.

Der Abend war entgegen der Normalität also recht fix zu ende und wir sind lieber ins traute Heim gefahren. Ein derartiges (Fehl)Verhalten gehört mit Ignoranz nicht unter 100 Jahren bestraft.

Davon ab ist meine Frage nun: offensichtlich hat da jemand viel Geld in Body und Blitz gesteckt, aber dann war die Kohle für Objektive alle (es war wirklich ausreichend hell).
Von ganz, ganz, ganz viel früher wei0 ich noch, dass da auch mal am Geburtstag im Restaurant der Blitz geblitzt hat. Da wusste man, es macht nun zwei oder dreimal Klick und dann ist Ruhe. Aus der Erinnerung hat sich daran niemand groß gestört.

MIt der heutigen Kadenz sieht das aber komplett anders aus. Wie geht man da an die Sache heran. Schon ob der guten Optiken, dem geringen Rauschverhalten moderner Cams etc. kann man ja fast beliebig die ISO hochziehen ohne große Verluste, aber irgendwann braucht es doch mal den Blitz
Gibt es da eine best practice nach der man vorgehen kann/soll? Hängt natürlich immer von der Location ab - soweit ist mir das klar. In besagtem Restaurant hätte ich jetzt einfach komplett auf Blitz verzichtet und mich mit der Lichtstärke der Objektive gerettet (halt eben kein Zoom).

Fragende Grüße,
Mike
 
03.11.2017
#1

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Guest

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Toms

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Ich versuche so wenig wie möglich mit Aufsteckblitz zu blitzen. Mag ich überhaupt nicht. Bei der letzten Hochzeit habe ich in den dunklen Innenräumen gezielt unterbelichtet und dann in Lightroom hochgezogen. Gab bei mir ein angenehmeres Rauschen als richtiges High-ISO out of cam.
 
dj69

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Also wenn man Indoor eine Party fotografiert, sollte man nach Möglichkeit auf den Blitz verzichten, wenn sich das nicht nicht vermeiden lässt, warum und aus welchem Grund auch immer, dann ist der indirekte Einsatz des Blitzes Pflicht.

Es gibt nichts schlimmeres als totgeblitzte Partyfotos.... :mad:

Also lichtstarke Optiken, ISO rauf, RAW!!!, anpassung im RAW-Konverter.
Alles andere ist "schnulli-bulli..."
:D
 
Janni

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...meine Frage nun: offensichtlich hat da jemand viel Geld in Body und Blitz gesteckt, aber dann war die Kohle für Objektive
alle (es war wirklich ausreichend hell).
Denke mal das eine hat mit dem anderen nix zu tun.
Selbst wenn sich jemand teures Equipment zulegt oder ausleiht, muss das noch lange nicht heissen das derjenige weiss was er
da macht, die Bilder werden dann ja auch nicht automatisch besser nur weils "teure Dinge" sind :p

Ärgerlich ist das natürlich schon wenn man selber beim gemütlichen Essen im Restaurant fast ununterbrochen von einem Geblitze
genervt wird, elber hätte ich dann den Kellner freundlich daraufhingewiesen aber vermutlich ist denen am Ende eine zahlende
Gruppe von 40 Personen lieber als 2 nörgelnde Gästen :mad:

Wie man es als Fotograf in solch einer Situation selber macht oder herangeht wird sicherlich unterschiedlich sein, kann daher nur
sagen wie ich es (vermutlich) gemacht hätte.
Wenn man davon ausgeht das 99,9% der dort gemachten Bilder als Erinnerungsfotos an diese Feier gemacht werden und höchstens
als Druckversion in einem Fotobuch erscheinen, nicht aber als Grossdruck in 2m an der Wand, kann man getrost die ISO hochfahren
um ausserhalb eines Verwackelungs- und Bewegungsunschärfebereichs zu sein ;)
Das der Blitz dann nur als indirekter (dezenter) Aufhellblitz bei grösseren Gruppenbildern eingesetzt wird ist klar, meist muss man
auch mal eine Tischreihe entlang fotografieren wo man wegen der erforderlichen grösseren Schärfentiefe die Blende mal weiter
schliessen muss, aber die meisten Bilder sind dann meist Oberkörper- oder Kopfportraits, die macht man zu 70-80% an so einem
Abend, da würde ich kein Blitz verwenden sondern sehr lichtstarke Portraitbrennweiten mit sehr offener Blende ;)

Aber wie gesagt, man steckt nicht drin und ich kenne auch die dortigen Gegebenheiten und Lichtverhältnisse nicht :p

Kenne jedenfalls ein einziges Restaurant wo ich die Kamera niemals mitnehmen würde...warum ?.....weil der dortige Besitzer nicht
die geringste Ahnung von Beleuchtungsanlagen und deren daraus resultierende Gemütlich- und Behaglichkeit hat, dort sind im gan-
zen (sehr offenen) Lokal vier unterschiedliche Farbtemperaturen gleichmässig gemischt was auf den Gast dort sehr ungemütlich
und unattraktiv wirkt (viele wissen vermutlich noch nichtmal warum sie sich dort nicht so wohl fühlen) : An der Decke durchgehend
Halogenstrahler mit kaltem Weisslicht, an den Wänden noch alte Wandleuchten mit Glühbirnen, an vielen Dekoteilen wie Blumenkästen,
kleinen Raumtrennern, etc. starke LED-Strahler und zu guter letzt über der langen Theke noch kräftige Neonleuchten mit starkem Blau-
anteil (wie fürs Aquarium) :eek:
Was man dann auf dem Teller bekommt kann man nur vermuten weil die Farbtreue von gewöhnlichen Pommes oder Reis auf dem Teller
doch stark verfälscht sind, zumindest sehen in diesem merkwürdig-kaltem "Matschlicht" die Pommes und der Reis von der Farbe her
ziemlich identisch aus :psst:
Falls es dort mutige Fotografen gibt die trotzdem ein Bild wagen, denen wünsche ich viel Erfolg beim Weissabgleich....am Ende werden
es dort dann doch meist s/w-Bilder :D








Gruss
JAN
 
softdown1

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Moinsen zusammen,

Bei der letzten Hochzeit habe ich in den dunklen Innenräumen gezielt unterbelichtet und dann in Lightroom hochgezogen. Gab bei mir ein angenehmeres Rauschen als richtiges High-ISO out of cam.
Super Idee - ich habe bisher immer nur der Auto-ISO mehr Raum gegeben (je nach Situation bis 6.400). Das war dann sogar noch erträglich.
Das ganze via RAW zu lösen dürfte aber in der Tat wohl viel besser aussehen!

Es gibt nichts schlimmeres als totgeblitzte Partyfotos.... :mad:
Nach dem, was ich im Augenwinkel gesehen habe, hatte der Fotograf beim Zeigen der Bilder jedenfalls nichts dabei, was unterbelichtet war (mal so ein wenig freundlich formuliert).

Also lichtstarke Optiken, ISO rauf, RAW!!!, anpassung im RAW-Konverter.
Alles andere ist "schnulli-bulli..."
:D
Gut zu wissen, dass ich nicht als einziger so denke. Die RAW Idee kam mir noch nicht - ich konnte sogar mit meinem ISO Rauschen leben :D (die jpg's sind bei Oly nicht mal sooo schlecht).
Du unterstreichst aber quasi meinen Gedanken - "warum mit einem teuren Blitz" Probleme beheben, die das Objektiv betreffen?!?!

Denke mal das eine hat mit dem anderen nix zu tun.
Selbst wenn sich jemand teures Equipment zulegt oder ausleiht, muss das noch lange nicht heissen das derjenige weiss was er
da macht, die Bilder werden dann ja auch nicht automatisch besser nur weils "teure Dinge" sind :p
Ich wollte auch nicht unterstellen, dass teures Equipment gute Ergebnisse bringt (egal ob gekauft oder geliehen).
Mein Weib weißt mich nur öfters darauf hin, dass ich nicht immer den Kopf schütteln soll, wenn ich mal wieder nicht verstehe, warum da jemand Porsche kauft obwohl er nur in der City fährt (das ist ja nicht verboten, aber wirklich Sinn macht es meiner Meinung nach nicht).
Rein geschätzt hatte der Kollege Equipment in der Hand, wo der Body sehr ok war, aber nur das Kit-Objektiv beilag (was nicht mal schlecht sein muss, aber eben nicht sonderlich lichtstark). Die fehlende Lichtstärke wurde dann mit $Teuros durch einen Blitz kompensiert.

Nun gibt es ja auch von der Firma HGP einen BiTurbo getunten Golf mit 760PS und >350km/h Spitze, aber wenn man schon solche Fahrrillen in die Autobahn ziehen möchte, greift man typischerweise zu dem dafür entwickeltem Werkzeug :p.

hätte ich dann den Kellner freundlich daraufhingewiesen aber vermutlich ist denen am Ende eine zahlende Gruppe von 40 Personen lieber
Wir sind in dem Restaurant öfters - das Personal wusste schon, warum viele Stammkunden recht flott wieder weg waren. Einmalig geht das ja auch ok - wir wollen mal nicht heiliger sein als der Papst. 30 Besuche und einer war Murks ist noch ok.

Ansonsten natürlich volles ACK - das Personal mal orakeln was der Käse soll (im zweifelsfall gab es da ja sogar vorab Absprachen, wo das explizit genehmigt wurde). Da wäre ich nun der letzte, der Dr. Blitz von der Arbeit abhält :).

Kenne jedenfalls ein einziges Restaurant wo ich die Kamera niemals mitnehmen würde...warum ?
:daumen: :klatschen: :D :D

Lebhafte Geschichte, die ich mir wirklich vorstellen kann. Hat mich in solcher Kombination noch nicht ereilt, aber einige Jahre Südamerika prägen den Blick für Licht (da gibt es im Grunde nur Neonröhren - gemütliche Atmosphäre Adé, aber wenigstens nur eine miese Lichtfarbe :D).

Ansonsten aber vielen Dank für deine Einschätzung - ist ja nu mehrfach bestätigt, dass mehrere an das "Problem" anders heran gegangen wären. Ich wollte da halt nur nicht (quasi über den Kam) jemanden verurteilen, nur weil ich alleine der Meinung war, dass es wirklich Blödsinn war bzw. es besser geht (dazu fehlt mir definitiv noch die Praxis - und es zieht auch gefühlt immer noch das Argument: wer das dickere Gerät hat, weiß wie man Rennen fährt).

Beste Grüße,
Mike