Digitalphotos selber auf Photopapier ausbelichten .... geht das?

Klaus-R

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Nun .... ob das Sinn macht oder nicht, soll da bitte jeder selber fĂŒr sich entscheiden .... 😊

ich finde die Option, digital bearbeitete Aufnahmen selber in wirklich guter QualitĂ€t ausbelichten zu können schon mal interessant und ĂŒberlegenswert!

Die meisten von uns gucken gerade auf einen RIESIGEN photofÀhigen Monitor, der ein sehr ansehnliches Bild abliefert und bei normalem (sinnvollem) Betrachtungsabstand ja eben auch nicht mehr als Full HD abliefert! (Punkt)

Digitalphotos liefern inzwischen Auflösungen, die selten oder nie wirklich genutzt werden (können), weil unser Sehvermögen da den Bremsklotz wirft.

Interessant werden dann allerdings BildausschnittsvergrĂ¶ĂŸerungen ... genau da wird die hohe native Auflösung der Kameras wirklich interessant und ganau da hat die "Handynegativ-Methode" gar kein Problem!

Sinnvollerweise schraube ich nĂ€mlich jetzt nicht den VergrĂ¶ĂŸerer hoch, um am eigentlich guten Auflösungsvermögen des Smartphonedisplays zu scheitern, sondern wĂ€hle meinen Bildausschnitt DIGITAL am Rechner und schicke den passenden Bildausschnitt dann gleich auf das Display zum Ausbelichten.

Ich schaue hier gerade auf meinen riesigen ULTRA-WIDE Monitor mit 2560 x 1080 Pixeln Auflösung und vermag mit sinnvollem Betrachtungsabstand wirklich keinen Pixel zu erkennen. (niemand kann das).

Eine Àhnliche Lage ergibt sich folglich, wenn ich mit eben dieser Auflösung ausbelichte.

Wenn ich fĂŒr "lupenreine" PlakatwĂ€nde tatsĂ€chlich dann doch D-A gewandelte Ausberlichtungen benötigen wĂŒrde, wĂ€re tatsĂ€chlich ein Druck beim Ausbelichter eine von drei Möglichkeiten, mein HP DESIGNJET A0 Photdrucker ist die zweite Möglichkeit oder ein Internegativ auf Mittelformat von meinem 85 Zoll 4k Flachpanel wĂ€re die dritte Möglichkeit.😊

Allerdings ...... 😊 .... 13x18cm Ausbelichtungen fĂŒr das Photoalbum sind mir im Moment viel lieber .... das geht nun wirklich tadellos und ist (meinen Überlegungen und Versuchen nach) noch lange nicht grĂ¶ĂŸtmöglich mit dieser Methode.

Skalierbarkeit:

Na klar! Ich habe inzwischen drei Großformat Kameras. Klar kann ich die auch umdrehen und dann ein Tablet in die Filmebene legen .... allerdings habe ich keines mit höherer Auflösung als mein Handydisplay.... es wĂŒrde also wenig Sinn machen. 😊

Und ja .... Negative (SW wie Farbe) sind traditionell und sinnvollerweise kontrastarm (ich habe das "flau" genannt ... so sagte man frĂŒher ... "flau" fĂŒr kontrastarm und "hart" fĂŒr kontraststark.)

Das ist volle Absicht und sinnvoll!

Auf dieser relativ kontrastarmen Abbildungseigenheit beruht ja gerade der enorme Belichtungsspielraum und die enorme ZeichnungsfÀhigkeit von Negativ-Filmmaterial.

Anders gesagt sorgt dieses kontrastarme Verhalten ja eben gerade auch fĂŒr die relative Fehlbelichtungstoleranz von Negativ-Material ... ebenfalls erwĂŒnscht! 😊

Das Photopapier ist (ausgleichnederweise) dann wieder relativ kontraststark in seinem Verhalten, um die flauen Negative dann wieder ansehnlich im Kontrast aufzusteilen.

Genau das geht ja eben bei Umkehrfilmen "DIAS" nicht ... da kann man das so nicht machen, weil's nicht aussehen wĂŒrde. Das Dia muss in der Projektion ja eben gleich kontrsaststark und brillant in der Bildwirkung sein .... man kann da die ĂŒberlegene Tonwertdynamik eines Negatives nicht nutzen, wie das bei der Digitalisierung oder der Ausbelichtung auf Photopapier mit Negativen möglich ist!

Man sieht das (wie oben schon gezeigt) mit dem bloßen Auge:

Bild - 20.jpeg

Links ein natives Color Negativ (vor den Bildschirm gehalten und durchleuchtet und rechts ein (positiv optimierter) also korrekt lichtwertverteilter SCAN dieses Negatives, den ich nur invertiert und orange-maskiert habe.

Egal, ob ich nun digital oder konventionell dieses Negativ umsetze, ich werde immer den Kontrast
anheben. 😊

Nun habe ich bei SW Papier einige Möglichkeiten, den Kontrast definiert anzuheben (Festgradation oder Multigrade), bei RA4 Color Papier aber kann ich mir die Garadation nicht aussuchen.

Wie "hart" RA4 Papier sich benimmt, durfte ich erfahren, als ich damals versucht hatte, RA4-Farbpapier als Negativ zu verwenden ... in meiner Großformat-Knipse:

Großformat-Photographie in Farbe auf RA4- Farbphotopapier ......

Die damaligen Versuchsergebnisse bestĂ€tigen genau das, was wir gemeinsam hier sehen .... So weich, wie Nagative sich benehmen, so hart zeichnet (im Ausgleich) das Photopapier.😊

Genau das macht ja auch Sinn ... ich habe beim Ausbelichten einigen Spielraum, mir ĂŒber eine passende Ausbelichtung genau den Luminanzbereich "herauszuvergrĂ¶ĂŸern", den ich haben möchte.

Umgekehrt geht das leider gerade mit Farbmaterial nicht! Verwende ich Photopapier als Negativ, sensen mir die zu harten Kontraste Lichter und Schatten an den RĂ€ndern des Histogrammes total ab.

Mit SW Papier geht das ĂŒbrigens etwas besser, in dem ich festgraduiertes weiches Papier verwende und das dann nicht in Papierentwickler, sondern in satrk verdĂŒnntem Rodinal entwickele.

Tipp: Wer bildschirmoptimiertes Bildmaterial nach der gezeigten Methode ausbelichten möchte, der sollte den Kontrast der Aufnahmen um etwa 80% reduzieren um so das (wie ich es nenne) "flaue" Negativ digital nachzubauen.

Ich erreiche so SW wie Farbe sehr natĂŒrliche Tonwertverteilung und Zeichnung .... man sieht's ja glaube ich auch ganz gut?!

Danke fĂŒr Euer Interesse und viel Spaß beim "Nachbauen" und Experimentieren ... wie gesagt ... nach der Fernsteuerung des Handydisplays habe ich noch weitere Ideen .... insbesondere den Workflow zu verbessern.

Das Photoalbum fĂŒllt sich derweil ......

GrĂŒĂŸe und rettet Film

Klaus
 
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Erfahrungswerte fĂŒr Belichtungszeiten:

Wie ich auch erwartet hatte liefert das Handydisplay (bei natĂŒrlich maximal eingestellter Hintergrundbeleuchtung) eine nur geringe LichtstĂ€rke.

Ich habe das Kameraobjektiv leicht auf Blende 5,6 abgeblendet und komme bei 13x18 Ausbelichtung SW auf etwa 18s Ausbelichtungszeit.

Das ist im Vergleich zu einer Negativ-Ausbelichtung im selben Maßstab relativ lange.

In Farbe wird das alles noch VIEL EXTREMER! Das LED-Backlight harmoniert nun gar nicht mit dem RA4 Color Papier, weil es extrem kalt (blaulastig) im Vergleich zur GlĂŒhfadenlampe eines VergrĂ¶ĂŸerers kommt.
ZusĂ€tzlich muss dann ja auch noch die Orangemaskierung des Farbnegatives "nachgebaut" werden und zwar optisch. Das geht nicht mehr innerhalb des Regelbereiches des Displays ĂŒber digitale EinfĂ€rbung.
Schließlich kommt dann noch die digitale Feinanfilterung (Weißabgleich) am Rechner, so dass nur noch wenig Ausbelichtungslicht ĂŒbrig bleibt.

Ich muss dann genau 2 min. lang ausbelichten.

FĂŒr ein 18 x 24cm Bild ergeben sich dann folglich 4 min. fĂŒr ein 30 x 40cm Bild etwa 9 min Belichtungszeit.
Ein lichtstĂ€rkeres Objektiv wĂŒrde bei Blende 4 die Belichtungszeiten jeweils um die HĂ€lfte verkĂŒrzen.

GrĂŒĂŸe und rettet Film😊

Klaus
 
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Hallo nochmal,

hier ein weiterer Erfahrungswert zu den Smartphone "DIGITAL-C-Prints".😊

Ich habe hier mal 30x40cm Aufnahmen mit dem Handy als NEGATIV-Geber ausbelichtet.
Dabei konnte ich erfreulicherweise durch eine ganz andere neue optische Filterung die Lichtausbeute
deutlich erhöhen und die lange Ausbelichtungszeit mehr als halbieren.

Alledings habe ich der Einfachheit halber nicht die oben gezeigte umgebaute 6x9 Faltkamera verwendet,
sondern das Smartphone mit einem angefertigten Adapter in das VergrĂ¶ĂŸerungsgerĂ€t eingelegt.

Bild - 10.jpg

Die Bildergebnisse sind auch in dieser GrĂ¶ĂŸe brauchbar und ansehnlich, wenn man einen sinnvollen
Betrachtungsabstand einhĂ€lt. NatĂŒrlich werden Pixelrasterungen sichtbar, wenn man sehr nahe herangeht.
Das ist aber (zumindest bei Color-Kleinbild-Negativen) auch schon eine BildgrĂ¶ĂŸe, die das Filmkorn
mehr als deutlich sichtbar macht.
Dazu muss gesagt werden, dass ich nicht mehr als ein Billig-No-Name Smartphone habe.
Ich werde beim nÀchsten Neukauf dann mal in eines mit 4k-Display investieren.
Mit einer solchen Auflösung lassen sich dann auch sehr große Ausbelichtungen
als DIGITAL-C-Prints noch hochwertiger in Eigenregie anfertigen.

GrĂŒĂŸe und schöne Photos

Klaus