Die Foveon-Geschichte

Diskutiere Die Foveon-Geschichte im Sigma Digitalkameras Forum im Bereich Sigma Forum; Hallo, kenn Ihr das Buch von George Gilder, "The Silicon Eye"...
  • Die Foveon-Geschichte Beitrag #1
Dirk124
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Hallo,

kenn Ihr das Buch von George Gilder, "The Silicon Eye"?

http://www.amazon.de/The-Silicon-Eye-Computers-Enterprise/dp/0393057631/ref=sr_1_1

Hab' ich mir mal preiswert gebraucht gekauft; es kam direkt aus einem Buchladen in den USA.

Das Buch erzählt die Geschichte von Foveon und der Erfinder des Aufnahmechips. Es ist sehr interessant zu lesen, wenngleich es an vielen Stellen an technischer Tiefe fehlt, dafür manchmal etwas langatmig ist und etliche leere Worthülsen benutzt. Das Buch ist von 2005, endet also so mit der Geschichte der Jahre 2003/2004 als Foveon gerade den Plan hatte, Millionen von Chips zu produzieren, die in jedes Handy, jeden Computer und jede Kompaktkamera eingebaut werden sollten :daumen: Die erste war die X530, und dann sollte es aber richtig losgehen. :klatschen:
Es erzählt auch die Geschichte, daß eine neue Technik sich nicht durchsetzen kann, wenn sie nicht mindestens entweder zehnmal besser oder zehnmal billiger ist als die etablierte. Und daß die großen japanischen Herstellen nicht die Bohne Interesse an dem Chip hatten, weil es mit den klassischen CCD's und CMOS so gut lief.
Mit Ausnahme eben von Sigma :daumen:
Immerhin ist der Foveon-Chip - zusammen mit den Chips von CMOSIS, Belgien, der einzige, der nicht aus Fernost kommt.

Alles in allem mein sehr lesenswertes Buch. Final hat es mich dazu bewogen, bei dem jetzigen Preis - schon aus Prinzip - die SD1 zu kaufen.


Viele Grüße

Dirk
 
  • Die Foveon-Geschichte Beitrag #2
Buch

Wollte nach der interessanten Diskussion über den Sigma-Bildband auf dieses Buch verweisen.
Ist leider in Englisch, aber wer Lust hat, es zu lesen, wird es höchst interessant finden.


viele grüße

Dirk
 
  • Die Foveon-Geschichte Beitrag #3
Wollte nach der interessanten Diskussion über den Sigma-Bildband auf dieses Buch verweisen.

Ich erkenne, ehrlich gesagt, keinen Bezug zwischen der Geschichte der Fa. Foveon und einem Foto-Werbetour-Bildband der Fa. Sigma.

Ist leider in Englisch, aber wer Lust hat, es zu lesen, wird es höchst interessant finden.

Ich habe mir das Buch, es kostet gebraucht in der Tat kaum etwas, zu Gemüte geführt.

Vielleicht vorab etwas über den Author, dem ich persönlich, würde er nicht über den Foveon schreiben, kein Blatt Papier abkaufen wollte:



Zum Inhalt: Wie zu erwarten, haben weder Carver Mead, Frederico Faggin, Richard Merrill noch Richard Lyon eine 288-seitige Intimbeichte über die Firma Foveon mit allen zugehörigen Details abgelegt. Das Foveon-Thema beschränkt sich im Buch auf rund 80 Seiten.

Also wie schreibt man dann so ein Buch? Ein großer Teil des Werks besteht darin, die curriculum vitae der genialen (!) Akteure, vermengt mit einer gehörigen Portion profundem Halbleiterwissen der Authors, aneinanderzureihen. (Dieser Ansatz streut übrigens so weit, dass sogar die Story der Fa. Synaptics, gegründet von Faggin und Mead, mit ihren Touchpads erzählt wird.)

Was sich zunächst wenig interessant und langatmig anhört, ist mitunter informativer als der Foveon-Part, in das Gilder am Ende seine NeoCon-gefärbten Expertisen über Marktmechanismen erbricht. "Schön zu wissen", dass er alles besser weiß. Ich jedenfalls kann auf solch' selbstgefälligen Analysen verzichten.

Dennoch bereue ich die Lektüre nicht, da gerade über den Werdegang jener genialen Personen, die hinter der Idee des Mehrschichtsensors bzw. der Prismenkamera stehen, praktisch nirgendwo etwas zu finden ist.

Man erfährt viel über das Zusammenspiel der individuellen Fähigkeiten der einzelnen Akteure, welche gerade in jener Konstellation die Erschaffung des X3-Sensors ermöglicht haben.

Amüsant finde ich den Part, in dem Richard Lyon sich überaus anstrengen muss, dem laut Marketing inherent RGB-sehenden Sensor das "echte Farbensehen" beizubringen. Die technischen Ausführungen, decken sich erfreulicherweise recht gut mit den meinigen an in diesem Forum. ;)

Kein tolles Buch - dafür sorgt der Author. Dennoch stellenweise sehr informativ.

Gruß,
Oz
 
  • Die Foveon-Geschichte Beitrag #4
Hallo Oz,
ich stimme Dir in vielen Teilen Deines Textes zu.
Die politische Position von Herrn Gilder ist schon interessant, um es mal so zu formulieren. Ich habe mir allerdings nicht seine Vitae angesehen, bevor ich das Buch für kleines Geld kaufte.
Immerhin steht wenigsten "etwas" über die Foveon-Geschiche da drin.
Stellenweise eben sehr langatmig, mit einigen Insights der US-Halbleiterindustrie, die ich noch nicht so kannte.


Viele Grüße

Dirk
 
  • Die Foveon-Geschichte Beitrag #5
Gilder has asserted that the culture of Native Americans was "corrupt and unsuccessful", and consequently Native American culture "failed". He describes both African and Native American cultures as "destructive cultures", "tragic failures" and "virtual social suicide", and upholding Native American or African cultures is a "terrible perversion."

Schöne Ansichten.

George Gilder—a highly influential thinker

In einem Land in dem die geistige Sonne sehr tief steht werfen auch Zwerge lange Schatten.
 
  • Die Foveon-Geschichte Beitrag #6
Schöne Ansichten.



In einem Land in dem die geistige Sonne sehr tief steht werfen auch Zwerge lange Schatten.

Man sollte ein Land mit seinen Menschen nicht über einen Kamm scheren. Aber ja, der Typ ist offenkundig ein Widerling. Um es mal nett zu umschreiben.

Im vorliegenden Buch ist aber von seinen geistigen Tiefflügen und kranken Ansichten, bis auf die angemerkten Dinge, nichts zu merken.
 
  • Die Foveon-Geschichte Beitrag #7
Ich habe mir allerdings nicht seine Vitae angesehen, bevor ich das Buch für kleines Geld kaufte.

So auch ich.

Mich haben (im Nachgang) seine nervigen Ausführungen, wie denn Foveon hätte erfolgreich sein können:rolleyes:, d.h. jenseits der einwandfreien Sach- und Personenbeschreinungen, neugierig gemacht. Bei der Recherche bin ich dann halt auf überaus Bizarres gestoßen.

Na immerhin bietet der staubtrockene Buchinhalt keine Projektionsfläche für Gilder's verrottete ethnische, religiöse und geschlechtsspezifische Weltansicht. Nicht einmal die Beschreibung des Wirkens der querdenkenden, kiffenden Neuroinformatikerin Mahoway, welche die Idee einer künstlichen Retina in Meads Kopf setzte, läßt seine ideologische Heimat vermuten.

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