Klaus-R
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Eine "frühe" Stahlbrücke über die Donau.
1896 wurde die Freiheitsbrücke über die Donau geschlagen und verbindet seitdem die Stadtteile Buda und Pest (heutiges Budapest).
Sie tut das mit einer Unterbrechnung ... 1945 wurden alle 9 Donaubrücken Budapests von der deutschen Wehrmacht gesprengt.
Die Freiheitsbrücke war aber nur so leicht beschädigt, dass sie repariert werden konnte und noch heute aus sehr vielen Originalteilen besteht ... sie ist technisch seit 1896 nicht verändert worden.
Heute steht sie in sehr gutem Zustand da, nachdem sie zuletzt in 2009 instandgesetzt wurde.
1896 war Stahl ein noch seltener Werkstoff, der weltweit in nur wenigen Stahlwerken hergestellt werden konnte. Die meisten Brückenteile wurden aus England importiert und so wundert es auch nicht, dass man sich technisch den Erkenntnissen britischer Brückenbauer bediente. Architektonisch macht diese schöne und elegante Konstruktion einen sehr "viktorianischen" Eindruck auf mich.
Statisch ist sie eine Stahl-Fachwerk-Konstruktion, die aber schon sehr von der "modernen" Seilstatik der ersten und vieler späteren Hängebrücken geprägt ist. Schaut man sich den Obergurt des mitteleren Brückensegmentes diesbezüglich an, so erkennt man die Parabelform eines durchhängenden Seiles ... die Idealform um günstige Zugspannungen zu erzeugen und ungünstige Biegespannungen zu vermeiden.
Auch der Untergurt zeigt (bei genauem Hinsehen) die "umgedrehte" Linienführung einer Parabel ... eine wirklich intelligente und schöne Konstruktion!:daumen:
Auf der Baustelle schweißen konnte man 1896 noch nicht. So sind alle Einzelteile der Brücke mit abertausenden von Nieten warmgenietet worden.
Schaut man genau hin, dann erkennt man auch Schraubverbindungen, die es 1896 mit Sicherheit noch nicht gab. Das ist ein Hinweis auf spätere Instandsetzung. HV-Schrauben haben sich im Brückenbau erst nach dem Krieg etabliert, weil "schneller" und "billiger".
Die Brücke war zu ihrer Zeit wie ein Weltwunder ... technisches Neuland und wie viele Brücken auch ein Wagnis. Entsprechend liebevoll wurde sie ornamentiert.
Die Brücke ist also nicht nur Mittel zum Zweck sondern ein wirkliches Kunstwerk (wie ich finde viktoriansch geprägt).
Zahlreiche Schmiede-Ornamente, Voluten, Schnörkel, Ausleger und Laternen schmücken diese Verkehrsader zwischen Buda und Pest.
334m lang und 20m breit ... ein Schmuckstück ... schaun' wir mal.
SONY A7r + SIGMA 12-24mm EX DG HSM + Olympus 75-150mm f:4
+Olympus 35mm f:2 (Nightshots)
#1

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geht weiter .....
1896 wurde die Freiheitsbrücke über die Donau geschlagen und verbindet seitdem die Stadtteile Buda und Pest (heutiges Budapest).
Sie tut das mit einer Unterbrechnung ... 1945 wurden alle 9 Donaubrücken Budapests von der deutschen Wehrmacht gesprengt.
Die Freiheitsbrücke war aber nur so leicht beschädigt, dass sie repariert werden konnte und noch heute aus sehr vielen Originalteilen besteht ... sie ist technisch seit 1896 nicht verändert worden.
Heute steht sie in sehr gutem Zustand da, nachdem sie zuletzt in 2009 instandgesetzt wurde.
1896 war Stahl ein noch seltener Werkstoff, der weltweit in nur wenigen Stahlwerken hergestellt werden konnte. Die meisten Brückenteile wurden aus England importiert und so wundert es auch nicht, dass man sich technisch den Erkenntnissen britischer Brückenbauer bediente. Architektonisch macht diese schöne und elegante Konstruktion einen sehr "viktorianischen" Eindruck auf mich.
Statisch ist sie eine Stahl-Fachwerk-Konstruktion, die aber schon sehr von der "modernen" Seilstatik der ersten und vieler späteren Hängebrücken geprägt ist. Schaut man sich den Obergurt des mitteleren Brückensegmentes diesbezüglich an, so erkennt man die Parabelform eines durchhängenden Seiles ... die Idealform um günstige Zugspannungen zu erzeugen und ungünstige Biegespannungen zu vermeiden.
Auch der Untergurt zeigt (bei genauem Hinsehen) die "umgedrehte" Linienführung einer Parabel ... eine wirklich intelligente und schöne Konstruktion!:daumen:
Auf der Baustelle schweißen konnte man 1896 noch nicht. So sind alle Einzelteile der Brücke mit abertausenden von Nieten warmgenietet worden.
Schaut man genau hin, dann erkennt man auch Schraubverbindungen, die es 1896 mit Sicherheit noch nicht gab. Das ist ein Hinweis auf spätere Instandsetzung. HV-Schrauben haben sich im Brückenbau erst nach dem Krieg etabliert, weil "schneller" und "billiger".
Die Brücke war zu ihrer Zeit wie ein Weltwunder ... technisches Neuland und wie viele Brücken auch ein Wagnis. Entsprechend liebevoll wurde sie ornamentiert.
Die Brücke ist also nicht nur Mittel zum Zweck sondern ein wirkliches Kunstwerk (wie ich finde viktoriansch geprägt).
Zahlreiche Schmiede-Ornamente, Voluten, Schnörkel, Ausleger und Laternen schmücken diese Verkehrsader zwischen Buda und Pest.
334m lang und 20m breit ... ein Schmuckstück ... schaun' wir mal.
SONY A7r + SIGMA 12-24mm EX DG HSM + Olympus 75-150mm f:4
+Olympus 35mm f:2 (Nightshots)
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