Datensicherheit - wie rettet Ihr Eure Fotos?

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Waldschrat

Waldschrat

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Hallihallo!

Unser Seebär Harry schrieb neulich, dass ihm alle Bilder abhanden gekommen sind. :mad:
Für mich ein absolutes Schreckens-Szenario! :eek:
So bescheiden die Fotografie und ihre Früchte hier auch sein mögen:
Immerhin ist es die zentrale Beschäftigung, und an den Fotos hängen nicht
selten die Erinnerungen an wunderschöne Ausflüge, Naturerlebnisse,
Begegnungen, symphatische Menschen... :)


Wie stellt Ihr sicher, dass die digitalen Bilder überdauern?



- Klassische Festplatten gehen irgendwann mit absoluter Sicherheit kaputt.

- Normale CD's / DVD's / Bluerays sind nach paar Jahren nicht mehr lesbar.

- Moderne SSD's sind erstrecht nicht auf Datenerhaltung "gezüchtet".
Für die Samsung EVO-SSD-Reihe (TLC) gibt es eine Abschätzung von
statistisch "8 Monaten" Datenerhalt. (Quelle finde ich leider nicht wieder),
was auch nicht verwundert, sind es doch nur noch wenige Elektronen,
die den Speicherzustand repräsentieren.

JEDEC-Standard JESD218 verlangt von SSDs für Client-Rechner
(Desktop-PCs und Notebooks) nur ein Jahr Datenerhaltung im stromlosen
Zustand bei 30 °C. Server-SSDs müssen das lediglich 3 Monate lang
schaffen, dafür bei 40 °C.
Quelle: http://www.heise.de/ct/hotline/SSD-als-Backup-Datenarchiv-2056534.html



Überlegte schon, ob die Investition in DVD-RAM
http://de.wikipedia.org/wiki/DVD-RAM
Sinn macht. Wäre ein teurer und umständlicher "Spaß".



Ein Kumpel von mir schiebt alle seine Daten in irgendwelche Clouds im Netz.
Das ist vielleicht gar nicht mal so schlecht. Erleichtert auf jeden Fall,
die Schuld im Falle des Falles bei Anderen zu suchen. ;) Ich selbst bin dafür
wohl zu "oldschool" und brauche was "Richtiges zum Anfassen" zu Hause. ;)
Echte Datenträger, die die Daten tragen.

Gegenwärtig zirkulieren hier mehrere SSD's im Kreis, sodass die Daten
immer relativ frisch geschrieben sind, und alles in drei-, bis vierfacher
Redundanz auf physisch getrennten Laufwerken vorliegt.




Nun bin ich auf Euren Input gespannt!
Grüße vom Waldschrat :)




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27.01.2015
#1

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Guest

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cgrille

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Zuhause bin ich aktuell da eher fahrlässig und kopiere meine Daten in willkürlichen Abständen per Filesync auf eine externe USB Festplatte. Im Grunde wären ein NAS System mit Raid schon angebrachter, da hier eine defekte Platte bei dem richtigen Raidlevel kein Problem ist.

Auch im beruflichen Bereich werden Daten zur Sicherung maximal 1 Jahr aufgehoben und auf Storage-Systemen mit Raid Double Parity/SyncMirror betrieben. Es gibt so gut wie keine Fälle, in denen man 1 Jahr lang nicht bemerkt, dass eine gelöschte Datei fehlt.
Alles was dort über den Zeitraum aufbewahrt werden muss, ist kein Fall für ein Backup, sondern gehört zur Archivierung, was über einen Zeitraum von 30 Jahren als Bandsicherung ausgelegt ist.
 
Steffen1207

Steffen1207

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Moin Waldschrat,

interessante Sache, hatte ich gar nicht mehr wirklich auf dem Schirm. Für mich wäre das schon interessant, da mein optisches Laufwerk DVD-RAM lesen und schreiben kann. Datenträger gibt es ja teilweise schon sehr günstig.

Danke dir auf jeden Fall für´s Aufmerksammachen auf einen lange nicht (oder noch nie :ups:) beachteten Datenträger. :daumen:

Ach ja, das mit der Cloud könnte man auch machen. Ich habe da aber nicht mehr Vertrauen zu als du. Bin ich jetze auch Oldschool? :eek::D:psst:
 
Waldschrat

Waldschrat

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Hallo Carsten!

Danke für diese fachkundigen Ausführungen. :daumen:


Grüße!



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Waldschrat

Waldschrat

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Für relativ unwahrscheinlich halte ich, dass ein schädigendes Ereignis
wie Feuer gleichzeitig die Wohnung im 3.OG und den Keller betrifft.

Seit heute hängen hier die Daten auch 1x komplett an einem rostigen Nagel
an der Kellerwand. ;)
Waldschrats_SSDs_im_Keller.jpg



Gedacht ist es so, diese externen SSD's zyklisch mit denen in der Wohnung
auszutauschen, und sie dort am Rechner neu zu beschreiben.
 
skynyrd

skynyrd

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Lieber Waldschrat;

wenns im 3.OG brennt ... kommt die Feuerwehr ... und ... na ja ... die guten Helfer tun dann halt, was Sie in so einem Fall eigentlich immer tun ... sie löschen den Brand.
Wo glaubst Du, wo das Löschwasser nach dem Löschen zu finden ist ... ja, genau; deine Festplatten sind dann nicht mehr im Keller sondern im "Pool" zu finden ... die dümpeln da friedlich drinn.

Also wenn schon der ganze Aufwand; HDDs bei Freunden/Familie deponieren, die nicht im selben Haus oder gerade nebenan wohnen. Dein Einsatz in Ehren; es wäre schade um Deine Daten und Dein Engagement !

Ach ja ... eine gebrochene Wasserleitung oder heftiger Regen können einen Keller auch fluten ...
Ich habe eine HDD bei meinen Eltern ca. 30km entfernt von meinem Wohnort im 1. OG deponiert.
 

Henbe

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Hallo zusammen,

hab ihr euch schon mal mit der Glas- Disk beschäftigt. Ich habe vor kurzem einen Bericht gesehen, in dem ein Archiv diese Datenträger einsetzt. Allerdings hatte ich es wieder vergessen, aber zum Glück haben wir ja unseren Waldschrat.

Hier mal ein Link.
 

KaPe

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Nichts ist für ewig, und das ist ja auch nicht nötig, angesichts memento mori, oder?

Ich lege für jeden Jahrgang eine externe USB-HD an.
Darüberhinaus habe ich auf mehreren durch iCloud verbundenen Rechnern meine best ofs stets zur Verfügung, und wenn ich ehrlich bin, meine besten Aufnahmen reichen mir. Es sei denn, ich suche mal eine andere Variante einer bestimmten Aufnahme.

Meine Digiknipserei geht bis in das Jahr 2009 zurück. Irgendwann wird es vielleicht einmal ratsam sein, das eine oder andere Laufwerk auszutauschen, oder auf ein zukünftiges Speichermedium auszuweichen.

Ich habe schon so viele kommen und gehen sehen. Lochkarte, Magnetband, 8 Zoll Floppy Disk etc.
 
Waldschrat

Waldschrat

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Nie gehört. Danke! Vielleicht braucht es dann noch eine gut gemachte
Höhlenzeichnung daneben, um zukünftigen Generationen zu erklären, wozu
das Stück Glas gut ist. ;)

Etwas tiefer stapelt seit Jahren "Delkin Devices" mit ihren "Archival Gold"-
Datenträgern. Sie versprechen eine Haltbarkeit der

CD-R = 300 Jahre
DVD-R = 100 Jahre
Blueray = 200 Jahre

http://delkin.com/archival-gold-storage-media/



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KaPe

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Es müssen nur Binärzahlen gespeichert werden. Die lassen sich mit einem Griffel in Ton drücken. Das ist natürlich nicht gerade platzsparend, aber ziemlich dauerhaft.
 
Peter_M

Peter_M

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DVDs sind für die Datenmengen nicht mehr praktikabel.
Denkbar wäre ein MegaUltraTerrabyteCloud dann kümmert sich jemand anderes um den Datenerhalt.
Persönlich tausche ich meine Sicherungsmedien bevor sie zu alt werden und sichere die Bilder auf drei unterschiedliche Festplatten.

Insgesamt wird zu viel Gedöns um die Bilder gemacht, die nächste Generation wirft das Zeug sowieso weg wenn wir in die Kiste abtauchen.

Guido Karp, der Mann lebt vom Fotografieren, sichert seine Bilder als JPG mit einer definierten Größe und auf ca. 500kb reduziert.
 
Waldschrat

Waldschrat

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...Insgesamt wird zu viel Gedöns um die Bilder gemacht, die nächste
Generation wirft das Zeug sowieso weg wenn wir in die Kiste abtauchen.
...
Auch wenn Du sicher Recht hast, finde ich diese Gedanken hier schwierig.
Einen Schritt weiter gedacht landet man dann bei der Frage:
:pfeil: Warum überhaupt fotografieren? Welchen Sinn macht das?
Von dort ist es dann nicht mehr weit bis zum Sinn des Lebens allgemein. ;) ;) ;)
Alles hochwichtige Fragen, zweifelsohne, über die sich eine Reflexion lohnt,
aber die sollen jetzt bitte bewusst ausgeblendet bleiben!


Ich persönlich investiere sehr viel Zeit, Energie und Herzblut in die Fotografie,
und möchte einfach 100% sicher stellen, dass die Fotos zumindest
bis an mein Lebensende erhalten bleiben. :ausrufezeichen:


Hier
http://www.dpreview.com/forums/thread/3700706
entdeckte ich bei einem Tauchgang im Netz eine relativ
frische Diskussion zum Thema Datenerhalt bei SSD.



Herzliche Grüße vom Waldschrat... :)




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Waldschrat

Waldschrat

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Auf folgende Frage fand ich trotz längeren Recherchen noch keine
zufriedenstellende Antwort:

Übernimmt der Controller einer SSD die Datenpflege von sich aus, wenn
die SSD nur an 5V Spannung angeschlossen ist? (ohne Rechner / OS)




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six.tl

Guest
Man steckt in den elektronik-Geräten doch nicht drin.
Es soll ja Hersteller geben die eine "Ablaufuhr" programieren das die Teile kurz nach der Garantie "hochgehen".
Schon mal an plötzlichen Stromausfall und Blitzeinschlag gedacht?
Da kann alles mögliche passieren.
Bei plötzlichen Stromausfall kann ein Notstromaggregat die Notversorgung übernehmen.
Hat man einen Blitzschaden hilft sicher nur das staubfreie Labor mit teuren Stundensatz.
Man muss also auch hierbei für sich selber entscheiden wie weit man mit seiner Datensicherung geht.

Für meinen Teil nehme ich mich nicht so wichtig das sich wer für meine Aufnahmen groß interresiert
Da rennen aber Millionen draußen herum die mehr auf der Kirsche haben als ich je zusammen bekommen.
Wenn es kracht bei meinen zwei HDD und alles im Nirwana landet dann fange ich von vorn an.:rolleyes:

Optimistische Sicherheits Grüße aus LE