Canon Mittelklasse USM-Objektive 24-85, 70-210, 28-135 aus analoger Zeit

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Hallo zusammen,
inspiriert durch Steffens Beitrag möchte ich auch einmal eine Rezension zu meinen Objektiven schreiben.

Es gibt ja vielleicht zwei typische Anwendungsfälle, wo man sich zu älteren Objektiven informiert.
Einmal wäre da der Fall, man hat eine APS-C Kamera und möchte sich intensiver mit Tier- und Sportfotografie beschäftigen (vor allem Hunde und Pferde), also der typische Anwendungsbereich für diverse 70-200 Zooms mit 4er oder 2.8er Lichtstärke.
Andererseits kauft man sich vielleicht aus Versehen :)rolleyes:) eine 5D und braucht nun ein nettes Standardzoom.

Die L-Objektive sind vielleicht über Budget, oder man ist sowieso eher Festbrennweiten-Liebhaber und möchte nur für Notfälle ein Zoom im Hinterhalt haben, was dann keine überragende Leistung zeigen muss, aber auch nicht auffällig schlecht sein soll.

Gut, was gibt es denn da alles?
Standardzooms für Vollformat wären unter anderem die diversen 28-80 Zooms, die laut Klaus-R durchaus ansprechende Leistung zu einem sehr günstigen Preis zeigen.

Mich hat nun eher die Mittelklasse interessiert.

Dort gibt es grob gesagt 3 Sets von Objektiven, die den meistgebrauchten Zoombereich abdecken.

Kombi 1: 28-135mm 4-5.6 IS USM.
Kombi 2: 24-85mm 3.5-4.5 USM + 70-210mm 3.5-4.5 USM.
Kombi 3: 20-35 USM + 28-105 USM + 100-300 USM.

Kombi 3 habe ich nie persönlich erlebt, dazu kann ich nichts sagen.

Das 28-135 hatte ich kurz. Es ist relativ groß und schwer, nicht überragend lichtstark, und hat für meinen Geschmack einen zu großen, aber eher unpraktischen Zoombereich. So viel brauche ich selten gleichzeitig, da decke ich lieber das, was ich fotografieren möchte, mit zwei leichteren, aber dafür lichtstärkeren Linsen ab.
Es ist aber deshalb kein schlechtes Objektiv, soweit ich es in der kurzen Zeit einschätzen konnte, ist es absolut offenblendtauglich, der Stabilisator arbeitet gut, auch wenn er nervige Geräusche macht (ich habe keinen Vergleich zu anderen stabilisierten Objektiven, deshalb ist es vermutlich normal).
Ich habe es an meine Mutter weitergegeben, die es an APS-C (1000D) gerne nutzt, um Schnappschüsse vom Familienhund und diversen Blumen und Pflanzen zu machen. Sie ist damit hochzufrieden.

Die zweite genannte Kombi besitze ich noch.

Das 24-85 ist ein sehr kurz und leicht gebautes Objektiv mit durchaus ansprechender Lichtstärke. Von den Werten her ist einzig die Nahgrenze von 50cm nicht mehr ganz auf dem Stand der Zeit.
Vom Handling her ist es klasse, es liegt wertig in der Hand und der USM stellt lautlos und blitzschnell scharf, und ich kann jederzeit manuell in den Fokusvorgang eingreifen, ohne umschalten zu müssen. Außerdem heißt Ring-USM auch, es ist innenfokussierend und Filter (67mm) sind kein Problem.
Offen ist es in der Mitte ok, und auch am Rand nicht auffällig schlecht. Abgeblendet zeigt es dann gute solide Leistung, kommt jedoch von der Brillanz her nicht ganz an meine Festbrennweiten (50/1.4, 100/2.0) und auch nicht an das Tamron 28-75/2.8 (dem ich auch noch eine Rezension schreiben werde) heran, was man aber auch von einem Zoom dieser Preisklasse nicht erwarten muss.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis finde ich völlig in Ordnung.
Nicht zu vergessen ist auch der angenehme Zoombereich, der mit 24mm schon einen beachtlichen Weitwinkel bietet im Gegensatz zu den oft üblichen 28mm, und bei 85mm schon gut geeignet für Portraits ist.

Das 70-210, 3.5-4.5 ist ein feines, relativ lichtstarkes Zoom. Die Nahgrenze liegt bei etwas näher als 1.5m, neuere Objektive sind da besser, aber bisher ist es im Alltag noch nicht negativ aufgefallen.
Die Verarbeitungsqualität ist mittelmäßig, es fühlt sich wertig an, allerdings rutscht der Tubus mit Vorliebe auf die vollen 210mm hinaus.
Die Fokusgeschwindigkeit ist noch einmal schneller als beim 24-85, das reicht auch für schnelle Vögel oder Libellen im Flug und sowieso für alles, was sich bewegt.
Die Bildqualität ist ok, reicht aber wiederum nicht an die Brillanz des 100/2.0 (mein bestes Objektiv und muss deshalb als Referenz herhalten) heran. Es reicht, um auch offenblendig sehr anständige Aufnahmen machen zu können, und etwas abgeblendet noch einmal einen Tick besser.
Wenn man ein schnelles (!), leichtes, vollformattaugliches Objektiv mit besserer Lichtstärke als die sonst in dieser Preisklasse angebotenen sucht und auf den Stabi verzichten kann, weil es ohnehin eher um Sportaufnahmen geht, ist dieses Objektiv absolut empfehlenswert.

Beide Objektive sind nur noch gebraucht zu haben um die 120€, mit Glück auch mal unter 100€, mit Pech auch mal deutlich drüber.
Ich finde, es lohnt sich, mal danach zu gucken, wenn man gerade für diese Anwendungszwecke ein Objektiv brauchen kann.

Beispielbilder finden sich teilweise schon verstreut hier in diesem Forum, aber ich werde selbstverständlich auch noch welche nachreichen.
 
18.05.2015
#1

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Steffen1207

Steffen1207

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Das 70-210, 3.5-4.5 ist ein feines, relativ lichtstarkes Zoom. Die Nahgrenze liegt bei etwas näher als 1.5m, neuere Objektive sind da besser...

Nein, nicht zwangsläufig! Ein topmodernes Tamron SP 4-5,6/70-300 Di VC USD z.B. ist eine grandios gute Linse für den Preis, den sie kostet, muß aber ebenfalls mit 1,50m Mindestdistanz auskommen!


Moin Helena,

danke auch für diesen Bericht.:daumen:
So etwas ist wirklich sehr hilfreich für den Suchenden, vor allem, wenn es um ältere Linsen geht, die in den allgemeinen Medien nicht mehr soo präsent sind, aber trotzdem viel taugen. Ich werde demnächst auch noch mal ein bißchen was folgen lassen. Zum Thema Soligor/Vivitar Series 1/Cosina AF 19-35...

Achso...klar ist nahezu jede Festbrennweite besser als ein Zoom. Das ist ja aber auch völlig normal. Wenn ich daran denke, welch klasse Aufnahmen ich mit deinem 100er gemacht habe, alter Schwede. Wie a.a.O. schon mal erwähnt, ich mag Zooms auch immer weniger und versuche, mich weitestgehend mit Festbrennweiten auszustatten. Gespannt bin ich z.B. schon auf das neue Canon 1,8/50 mit STM, daß Ende Mai für nen eigentlich schon saugünstigen Neupreis kommt...;)
Trotzdem haben Zooms auch so ihre Vorteile. ;) Was machste zum Beispiel, wenn du keinen Schritt vor oder zurückgehen kannst, brauchst aber für dein Motiv genau dann statt der vorhandenen 35 oder 50mm ausgerechnet 43mm...:p
 
Try

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Ich hatte da den direkten Nachfolger im Kopf, das 70-200/4 L USM, das hat eine Nahgrenze von 1.2m. Aber du hast recht, 1.5m sind auch völlig in Ordnung und sind noch nicht störend aufgefallen, und sehr nah im Vergleich mit meinem M42 200mm Objektiv mit 2.8m Nahgrenze.

Und du hast auch recht, der Vergleich mit einer erstklassigen Festbrennweite ist schon sehr deutlich unfair.
Ziegen wir eher, was dieses Objektiv so drauf hat.

Der Bereich, wo ich es eigentlich am schwächsten einschätze, langes Ende, Offenblende.

#1
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Steffen1207

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Der Bereich, wo ich es eigentlich am schwächsten einschätze, langes Ende, Offenblende.
Diese Meinung hält sich hartnäckig. Ich hatte allerdings erst ein Objektiv, bei dem das zutraf: Das Tamron AF 28-200 mm 3.8-5.6 XR Di ASL IF Macro. Das taugt offen am langen Ende (ab 150mm) tatsächlich gar nichts. Bei allen anderen Zooms, die ich bisher mein Eigen nannte, war tatsächlich das kurze Ende das etwas schwächere. Offen, wie gesagt. Etwas abgeblendet ließ kein Zoom egal bei welcher Brennweite etwas anbrennen, obwohl ich bei besagtem Tamron am langen Ende schon sehr weit abblenden mußte (mindestens 8), um dieser Linse die weiche Zeichnung und den flauen Kontrast auszutreiben. Aber sei es drum, das Ding ist wieder wech...;)

(vorsorglich @ Klaus-R: nein, mein Tamron 28-200 hatte keinen Defekt. Ein zweites, baugleiches Objektiv, daß ich probieren durfte, zeigte genau die gleichen Schwächen. ;))
 
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Diese Meinung hat sich bei mir festgesetzt, als ich einmal an einem Tag kein Bild über 180mm mit diesem Objektiv hinbekommen habe, das auf dem Kamerabildschirm schon scharf aussah. Ok, da kannst du sagen, systematischer Fehler, auf dem Display kann man die Schärfe eh nicht erkennen.
Am kurzen Ende hatte ich subjektiv aber tatsächlich noch nie Schärfeprobleme. Am langen Ende kommt es mir manchmal schon so vor. Was aber auch daran liegen mag, dass es dann oft um große Entfernungen geht und da andere Probleme wie athmosphärischer Dunst dazu kommen.

Bei dem anderen hier besprochenen Objektiv würde ich vielleicht ganz vorsichtig sagen, da ist das kurze Ende das schwierigere. Zumindest offen am Rand. Aber wie oft verwendet man schon 24mm offen und platziert dabei bildwichtige Bestandteile an den Rand?

Also vielleicht eher als Theorie: die Zooms haben im Schnitt immer da ihren problematischen Bereich, wo sie sich weiter von den recht einfach zu bauenden 50-100mm entfernen. Mit etwas Serienstreuung, dass manche Exemplare am einen Ende besser sind, manche am anderen Ende.
 
Klaus-R

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(...)
Standardzooms für Vollformat wären unter anderem die diversen 28-80 Zooms, die laut Klaus-R durchaus ansprechende Leistung zu einem sehr günstigen Preis zeigen.
(...)
Da gibt es zwei sehr preiswerte aber sehr unterschiedliche Objektive:

Das ...

EF 28-80mm / 3,5-5,6

http://www.traumflieger.de/objektivtest/open_test/canon_28_80_35/overview.php

und das

EF 28-90mm /4,0-5,6

http://www.traumflieger.de/objektivtest/open_test/canon_28_903/overview.php

Beide sind sehr günstig zu haben (noch günstiger, als hier angegeben).

Allerdings bin ich mit der Bewertung von Traumflieger ÜBERHAUPT nicht einverstanden.

Das EF 28-90mm gibt's in schwarz und in silber ... ich habe beide Ausführungen und natürlich ist das der optischen Leistung egal.

Das 28-90er kann ich für Kleinbild NICHT unbedingt empfehlen, da es bei kurzen Brennweiten Randschärfe vermissen lässt. Am Kurzen Ende ist erst bei Blende 11 erträglich randscharf ... der Brennweitenbereich ab 50mm und der Telebereich sind aber absolut i.O.. auch an Kleinbild-D-SLRs
Mich wundert, dass CANON das Teil so vermarktet hat?? Schließlich ist es seinerzeit ja ausschließlich an Kleinbild verwendet worden.

Da die Optik eine wirklich gute Mittenschärfe hat, kriegt's bei mir eine klare APS-C Empfehlung. An APS-C ist auch die Randschärfe offen und bei kurzen Brennweiten kein Problem.

Das EF 28-80mm ist IMHO der wirkliche "Geheimtipp". Das Teil ist superscharf und bei allen Blenden und Brennweiten wirklich kleinbildtauglich.
Das Teilchen gibt's mit USM AF und mit normalem Stellmotor.

Für Kleinbild halte ich die Kombi EF 28-80mm / 3,5-5,6 + EF 75-300mm / 4,0-5,6 für unschlagbar günstig und wirklich hochwertig.

Das 75-300er wird total unterschätzt, gilt als KIT-Zoom und ist für ein Taschengeld zu haben ... sehr lohnend. Auch diese Optik gibt's mit USM und normalem Stellmotor. Ich habe beide Ausführungen und kann sagen, dass der normale AF-Stellmotor kaum langsamer stellt und USM daher nicht unbedingt sein muss, wenn man das normale Objektiv viel günstiger schießen kann.

Wie gesagt ... da hat man/frau wirklich "Value for Money" und knackscharfe Aufnahmen.:daumen:

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
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Klaus, weil es ja in diesem Thread eher um die USM-Serie geht:
Wie schätzt du die von dir erwähnten Objektive im direkten Vergleich mit diesen ein?
Bzw falls du diesen Vergleich noch nicht durchführen konntest, vielleicht sollten wir das bei einem der nächsten Treffen einmal machen?
Für jemanden, der vor der Entscheidung steht, eines dieser Objektive zu kaufen, wäre das sicher interessant.

So haben wir ja nur die Aussage, ich bin mit meinen Objektiven zufrieden, du bist mit deinen Objektiven zufrieden. Fazit: Sie sind alle gut. Was soll dann der Aufpreis für die USM-Dingsdas? Statussymbol? Wer keinen roten Ring hat, läuft wenigstens mit goldenem Ring herum? :D
Nein, mich würde es tatsächlich interessieren, ob ich bei meinen nur den Luxus des lautlosen Scharfstellens als Mehrwert habe, oder ob die auch einen optischen Vorteil haben. Oder womöglich gar einen Nachteil.

Edit:
Auch zu meinen besprochenen Linsen noch die Links zum Nachlesen:
http://www.traumflieger.de/objektivtest/open_test/canon_24_85/overview.php
http://www.traumflieger.de/objektivtest/open_test/canon_70_210_35/overview.php
http://www.traumflieger.de/objektivtest/open_test/canon_28_135_is/overview.php
 
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(...)
(vorsorglich @ Klaus-R: nein, mein Tamron 28-200 hatte keinen Defekt. Ein zweites, baugleiches Objektiv, daß ich probieren durfte, zeigte genau die gleichen Schwächen. ;))
Janö! Da lasse ich mir nix erzählen!

http://www.bilderforum.de/t18097-ta...ro-preiswertes-reisezoom-fuer-vollformat.html

Hier zeige ich auch Offenblenden vom langen Ende ... ferner werden weiter unten im Faden auch noch andere Stimmen zu dieser Optik vernehmbar.

Objektive dieses Brennweitenbereiches patzen i.d.R im WW-Brennweitenbereich und weniger im Telebereich. Das Tamron ist ein ideales Reisezoom und hat mich mehr als staunen lassen, da ich mir da eigentlich wenig von versprochen hatte. Was Du da für Dein Tamron 28-200mm befindest, gilt nicht für meines und offensichtlich auch nicht für diejenigen, die es sich damals ebenfalls zugelegt hatten und berichteten.;)
Wäre es im Telebereich schrott, würde ich's nicht so oft nutzen.

Hihi ... ich wollte nur mal sehen, ob ich noch meine Stahlarme habe ...

Hier ein spontaner Demo-Shot an EOS 1Ds II ... 200mm Brennweite bei offener Blende ... 1/50s aus der Hand. Wenn's unscharf ist, dann muss ich's wohl verwackelt haben.;)

Bild - 2.JPG

Tamronb.jpg

Das Tamron 28-200mm behält meine ganz dicke Kaufempfehlung als Kleinbild-Reisezoom ... wie gesagt, ich war damals selber mehr als überrascht, über die wirklich klasse Leistung dieser Optik.:daumen:

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
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Urgs .... SORRY!!! Ich muss mich entschuldigen, da haben wir uns überschnitten ....

Was ich da geschrieben habe ist möglicherweise ziemlich OT hier, da es ja um CANON USM-Objektive gehen soll ...:eek::eek::eek:
:D:DSteffen hat angefangen:D:D .. nein ich bin Schuld.

Unglücklicherweise habe ich die drei von Dir genannten Objektive (noch) nicht. Ich bin mir aber sicher, dass Du die schon richtig einschätzt bzw. hier beschreibst!

Vielen Dank auch erstmal für Deine Mühe ... so viel Zeit muss sowieso sein.

Sehr richtig ist auch die Feststellung, dass sich CANON-Glas aus der Vor-Digitalzeit problemlos an Kleinbild D-SLRs nutzen lässt ... ich frage mich oft, was von sog. "digitaler" oder "digital-optimierter" Optik im Vergleich zu halten ist. Kurz .. ich habe den Unterschied bisher nicht feststellen können.;)

Grüße

Klaus
 
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Soo, beim Herumstöbern noch auf diesen interessanten Bericht gestoßen: http://www.holger.ch/Archiv/h_foto/h_foto_01_500.html

[FONT=Arial, Helvetica, sans-serif]Das 24-85 ist mit Canons APS-Spiegelreflexkameras auf den Markt gekommen. Anders als z.B. den Systemen von Minolta verfügen diese jedoch über das selbe Bajonett wie die Kleinbild-Kameras, und auch der Bildkreis der Objektive ist gross genug, um an diesen verwendet werden zu können. Anfangs gab es dieses Zoom nur im Set mit einer APS-Kamera, kurze Zeit später war es auch im normalen Objektivkatalog zu haben.[/FONT]
Und jetzt gehe ich Schlafen. :)
 
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(...)
So haben wir ja nur die Aussage, ich bin mit meinen Objektiven zufrieden, du bist mit deinen Objektiven zufrieden. Fazit: Sie sind alle gut. Was soll dann der Aufpreis für die USM-Dingsdas? Statussymbol? Wer keinen roten Ring hat, läuft wenigstens mit goldenem Ring herum? :D
Nein, mich würde es tatsächlich interessieren, ob ich bei meinen nur den Luxus des lautlosen Scharfstellens als Mehrwert habe, oder ob die auch einen optischen Vorteil haben. Oder womöglich gar einen Nachteil.
(...)
Naja ... meine Einstellung zu solchen Fragen ist ja bekannt .... Statussymbole liegen mir eher mal weniger ... ich habe keine.;)

Ich habe bei meiner SIGMA-Kameraausstattung auch einige exklusive Gläserchen (die heißen bei SIGMA ja tatsächlich "EX").

Ich kann im Vergleich zu gutem NON-EX Optiken ganz klar feststellen, dass sich "EX" eigentlich nicht lohnt und dass sich "Budget" wirklich sehr lohnt.;)

Bei meiner CANON Ausrüstung habe ich diese Erkenntnis dann mal konsequent umgesetzt und ganz gezielt nach "preiswert und klasse" gesucht und auch gefunden. "Preiswert" ist immer relativ und es wird immer auch die andere Ansicht geben, dass nämlich alles ohne Rotkringel eben nur schlechter ist.

Es ist durchaus möglich, dass Du enttäuscht sein wirst, wenn Du später mal auf exklusives Material umsteigen wirst ... das aber muss jeder für sich selber entscheiden.

Ich würde nach Deinen Ausführungen oben (ungesehen) die drei Objektive empfehlen bzw. selber kaufen.

Wie gesagt ... ein unendliches Thema. Da gab es mal einen Versuch ... da wurde eine 30x40cm Aufnahme "Hasselblad gegen CANON Coolpix" einer Zahl von Probanden zum Vergleich vorgelegt ... nunja ... mit höchst erstaunlichem Ergebnis .... wie gesagt ... das unendliche Thema!!:eek::eek:

Ich meine, dass die Macherin oder der Macher inzwischen viel wichtiger ist, als der rote Kringel oder Ähnliches. Gutes Photo-Geraffel gibt's in praktisch jeder Preisklasse ... insofern kann ich Deinen Beitrag nur begrüßen ... ich schreibe ja oft auch Budget-Tipps.

Grüße

Klaus
 
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Soo, beim Herumstöbern noch auf diesen interessanten Bericht gestoßen: http://www.holger.ch/Archiv/h_foto/h_foto_01_500.html



Und jetzt gehe ich Schlafen. :)
Dazu muss man wissen, dass CANON zuerst mit den APS-C Kameras kam und erst viel später mit den dafür optimierten EF-S Objektiven.;)

Die ersten APS-C Kameras hatten deshalb auch nur das reine Vollformat-EF Bajonett ... (EOS D30, D60, 10D und noch frühere).

Gute Nacht!;)

Grüße

Klaus
 
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http://www.canon.com/camera-museum/lens/ef/data/standard_zoom/ef_24~85_35~45_usm.html?p=1
http://www.canon.com/camera-museum/lens/ef/data/telephoto_zoom/ef_70~210_35~45_usm.html

Wenn man die Daten im Camera-Museum bei Canon vergleicht, ist das Objektiv wohl eher mit etwas in der Größenordnung DCS-1 herausgekommen, also streng genommen kein analoges Objektiv mehr, sondern für den 1.3 Crop der alten Vor-Einser optimiert, was vielleicht auch die leichten Randschwächen erklären kann. Die haben Canon ja nicht interessiert, wenn es im Set mit einer Kamera ohne diesen Rand kam.

Zu oben, dass du keinen Unterschied zwischen Objektiven mit und ohne USM feststellen konntest: USM ist ja nicht gleich USM. Viele der günstigeren Objektive haben einen Mikro-USM, der tatsächlich nicht erheblich schneller ist als ein Mikro-Motor. Die hier gezeigten Objektive haben aber einen Ring-USM, der tatsächlich einen spürbaren Geschwindigkeitsvorteil bietet.
Selbst wenn optisch kein Unterschied zu den 28-80ern besteht, diese hier sind schnell und komfortabel und eben auch eine halbe bis ganze Blende lichtstärker.

Ich denke mal, das muss jeder für sich selber entscheiden, bis zu welchem Punkt einem ein Aufpreis für teure Objektive wirklich noch persönlich einen Mehrwert bringt und wo man an einem Punkt angelangt ist, wo man den Nutzen ohnehin nicht mehr ausschöpfen kann und das einzige, was sich steigert, eben der Preis ist.
Oder wo man vielleicht Vorteile splitten kann, weil man nicht immer alles in einer Optik vereint braucht. Hier habe ich den sehr schnellen Antrieb für Bewegungsaufnahmen, das im anderen Thread vorgestellte Tamron ist langsamer, aber lichtstärker, also nehme ich drinnen das (oder direkt eine FB) und draußen das hier, und habe für beide Objektive immer noch weniger (viel viel viel weniger) gezahlt als für ein aktuelles 24-70/2.8 von Tamron oder gar das von Canon. Und eigentlich alle dessen Vorteile abgedeckt, und sogar noch zwei Objektive statt nur eins, falls mir doch mal eins Probleme macht. Und ich schleppe auf Reisen nicht ein ganzes Vermögen um den Hals, das dann nur alle möglichen zwielichtigen Gestalten anziehen würde.
 
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Beispielbilder des 24-85:

#2: 85mm, offen, Nahgrenze

IMG_7532.jpg

#3: 24mm, Blende 8, ohne Verzerrungskorrektur, man sieht auch, dass es abgeblendet auch hinreichend randscharf ist, offen hab ich ehrlich gesagt nie probiert

IMG_8429.jpg
 
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#4: 28-135 an der 40D (besser für Blümchen geeignet als das 24-85):

IMG_1084.jpg
 
Klaus-R

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Hallo Helena,

hey!! Die Weitwinkelaufnahme des 24-85mm USM finde ich absolut überzeugend!:daumen::daumen: Da ist ja gar keine Tonnen-Verzeichnung zu erkennen und die Randschärfe an Kleinbild finde ich ebenfalls tadellos.
Das Teil scheint ja gnadenlos:D architekturfähig zu sein ... und das bei diesem Zoom-Bereich.
Ich habe mir gerade mal ein solches bestellt.;) Danke schonmal für diesen Budget Tipp!

Grüße

Klaus
 
Steffen1207

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Moin,

die Tochter unserer Nachbarin hat so´n 24-85. Ich werd´s ihr zu Testzwecken wohl mal abluchsen müssen....;)
 
Klaus-R

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Helena,

mich würde das 28-135er insbesondere mal bei 28mm Brennweite (an Kleinbild) interessieren. Ist das auch so unglaublich verzeichnungsfrei, wie das 24-85mm? Wenn möglich schon mal Dank vorab.

Und nochmal ein Gedanke i.S. Festbrennweite vs. Zoom (Eingangspost).

Sehr gute Festbrennweiten sind gar nix neues. Da können wir (optisch!) auf hervorragendes Glas zurückgreifen, das mehr als 60 Jahre auf dem Buckel haben kann (Ausnahme sehr kurze Brennweiten ... das ging damals noch nicht wirklich).

Was relativ "neu" ist, das sind Zoom-Objektive, die einen Qualitätsstandard haben, der noch vor 25 Jahren völlig undenkbar war ... bei immer unglaublicheren Zoom-Faktoren und bei großen Bildausleuchtungskreisen (APS - Kleinbild).

Ich würde den optischen Vorteil von Festbrennweiten relativieren wollen ...

Bei mittleren Blendenöffnungen sehe ich die guten Zooms praktisch auf Augenhöhe mit guten Festbrennweiten. Ganz anders läuft der Hase aber, wenn es um "lichtstak und scharf" geht. Richtig lichtstark und richtig gut ... das geht IMHO dann doch nur mit Festbrennweiten. Hier liegen sie mit Abstand vorne. Hochlichtstarke Zooms haben entweder einen nur kleinen Zoombereich oder sind von zweifelhafter Qualität .... evtl. geht da an APS-C noch mehr als an Kleinbild.

Zoomobjektive haben IMHO enorme gestalterische Vorteile und machen das Photographieren spontaner und flexibeler.

Und dann noch eine Zusatzüberlegung .... der evtl. überschaubar kleine optische Vorteil einer Festbrennweite ist in dem Moment nun wirklich futsch, wo ich deshalb einen Bildausschnitt croppen muss, weil ich keine passende (Fest)Brennweite zur Hand hatte. Hier wäre das Zoom dann das Mittel der Wahl gewesen.

ERGO: Ich mag beides ... Festbrennweite und Zoom, weil beides toll ist, wenn's jeweils passt.;)

Grüße

Klaus
 
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Ui, hier habe ich ja etwas losgetreten. :D

Klaus, gibt es eigentlich irgendein Objektiv, das gut ist und älter als 15 Jahre und das du nicht hast? :D

Ich habe damals glaube ich gar keine wirklichen Weitwinkelaufnahmen mit dem 28-135 gemacht, aber es ist ja noch im Besitz meiner Mutter, wenn ich sie das nächste mal besuche (also vermutlich heute), kann ich da mal ein paar Beispielfotos aufnehmen.
Was brauchst du denn, einfach ein Gebäude bei 28mm?
Oder soll ich es mir sicherheitshalber ein paar Tage ausleihen, um auf jeden Fall alles nochmal durchprobieren zu können? (Falls ich zum Stammtisch kommen kann, ich weiß es leider immer noch nicht, kann ich es auch mitbringen, wenn ich es ausleihe, dann kannst du es dir selber mal anschauen.)

Ja, das stimmt schon, es gibt sehr gute Zooms und oft haben sie auch einige Vorteile. Gerade im Weitwinkel- oder Telebereich finde ich sie oft sehr praktisch. Im Normalbereich stehe ich eher auf Lichtstärke, und die gibts im Zoom nicht so häufig, oder eben nur in unhandlich großen Objektiven. :D
Oft ist es bei mir auch Bequemlichkeit, wenn ich auch noch den Ausschnitt kontrollieren muss, dann habe ich ja an noch eine Variable zu denken, wo ich doch schon mit Schärfe und Blende usw. beschäftigt bin. Jaha, ich bin zu faul zum Zoomen. :ups:
 
Robert

Robert

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... Oder soll ich es mir sicherheitshalber ein paar Tage ausleihen, um auf jeden Fall alles nochmal durchprobieren zu können? ...
Das wäre prima - ich interessiere mich nämlich auch für dieses Objektiv, quasi als "Allround-Reserveobjektiv" - wenn die Bildqualität vertretbar ist, würde ich mich auf die Suche nach einem Exemplar machen :)

Btw.: mir gefallen Deine Rezensionen richtig gut (habe gerade den Kamera-vergleich gelesen) - gerne mehr davon :daumen::daumen: