was die farben angeht, so ist das, da denke ich mir gibt mir evt. der ein oder andere sigmajaner recht, auch so eine eigenart.
der x3f sensor, zeichnet tatsächlich farben auf, die da sind...
Farben, die tatsächlich da sind? Da muss ich Dir, ganz kurz nur, die rosa Brille abnehmen. Da wird sehr viel gerechnet, bis die "tatsächliche Farben/Unverfälschtheit" da sind.
Zur "Wirklichkeit":
... Die Farbermittlung auf Basis der wellenlängenabhängigen Eindring
tiefe der Photonen in die Siliziumschichten des Foveons ist aber eine haarige Angelegenheit.
Ich bin mir recht sicher, dass dort enorm viel Kalibrierarbeit bei der Sensorentwicklung und der Anpassung der verarbeitenden Einheiten erforderlich ist.
S.27 in der nachfolgenden Thesis zeigt das ganz gut. Dort wurde ein Foveon mit einem Monochromator vermessen.
http://www.dtic.mil/cgi-bin/GetTRDoc?AD=ADA429699
Die "blaue Schicht" des Foveon (blau?) sieht nicht nur blau, sondern alles!! Blau, rot, grün.
Die "grüne Lage" kriegt schon weniger von dem in der oberen, "blauen Lage" absorbierten kurzwelligen Lichtbestandteilen mit. Dies gilt natürlich umso stärker für die unterste Lage - jene, die für die "Rot"-Detektion zuständig ist.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
Die blauabsorbierende Schicht sieht (und detektiert!) das ganze optische Spektrum von violettblau bis dunkelrot (420nm - 670nm).
Die grünabsorbierende Schicht sieht von blaugrün bis dunkelrot (470 - 670nm).
Die rotabsorbierende Schicht sieht von grün bis dunkelrot (490 - 670nm).
Es ist auch logisch, da Photodioden im Silizium des Foven nicht zwischen Farben unterscheiden. (Genausowenig, wie ein Bayer-Sensor ohne Farbfilter Farben in der Pixelebene unterscheiden kann.)
Daher ist der Berechnungsaufwand zur Farbrekonstruktion aus diesen Signaldaten der einzelnen Ebenen aufwändig. Rechenaufwändig - denn sie kommen nicht naturgegeben aus dem Sensor.
Teilweise werden diese Berechnungen in der Kamera durchgeführt (für die jpg-Ansicht ist es unumgänglich) aber wohl hauptsächlich in der Postprocessing-Software. Sicherlich liegen im SPP entsprechende Lookup-Tabellen vor, die mit welchen Algorithem auch immer in den per Monochromator generierten Signaldatentabellen hin- und herrechnen. Ich sage auch mal ketzerisch: "Interpolieren".
Das die breite Wellenlängen-Detektion der Sensorebenen kein Hingespinst ist, kann sich jeder SD1-Besitzer im Monochrom-Modus des SPP vor Augen führen. Einfach einmal mit der gezielten Aussteuerung des Blau-, Grün- und Rotkanals spielen.
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Brutal, aber wahr: Auch der Foveon ist, wenn auch anders als ein Bayer, eine Maschine. Eine sehr spezielle Maschine.
Und nicht nur das. Die spektrale Aufzeichnung, ist erst der erste Schritt. Das Ganze dann noch zu etwas zu verarbeiten, was das menschliche Auge als "natürlich, echt, unverfälscht..."
empfindet, setzt noch weitere Berechnungsoperationen voraus. Gelöst hat das Problem seinerzeit Dick Lyon. Er hat ganze Arbeit geleistet, um dem Foveon das Farbensehen beizubringen.
Nur mit den allgegenwärtigen Marketingkäse, der dem geneigten x3f-Nutzer eingeimpft wird, hat dies rein gar nichts zu tun.
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wie gesagt, das ist die unverfälschte aufnahme, nat. könnte man lustig nun schlagschatten, spitzlichter, kontrast, sättigung ohne ende reinprügeln, bis es wie ein "wau tolle farben bild"ist, doch das wäre nicht der wirklichkeit geschultert. ...
Nun gut, nachdem das mit der Wirklichkeit und unverfälschter Aufnahme (die ist ein ganzer Cocktail an Signalverarbeitung, ganz nach dem Gusto von irgendwem...) geklärt sein dürfte, s.o., kann man das Ganze, ganz subjektiv, als Geschmacksache belassen.
Ich persönlich würde dem o.g. Bild, ganz subjektiv, eine kleine Prise Tiefenanhebung, Kontrast, Spitzlichterreduktion und Schärfe gönnen.
Gruß,
Oz