Apo Componon 4/60; kleine Linse - große Wirkung

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Anderl

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Hallo zusammen,

nachdem hier im Forum schon mehrfach fabelhafte Bilder mit Vergrößerungs-Objektiven gezeigt wurden konnte ich nicht widerstehen, als ich dieses winzige Wunderwerk der Optik gesehen hab:
SDIM0487.jpg

In ein Pentax Bajonett habe ich gleich die Fokussiereinheit "Unifoc 7" "eingepasst" und kann, wenn nötig auch von Unendlich bis auf 60 cm Abstand fokussieren, allerdings sind dafür über 20 ganze Umdrehungen notwendig, nicht ganz ideal für bewegte Motive:).

Ich habs natürlich fürs Makrographieren gekauft, dazu kann man den Aufsatz gegen einen M42 Zwischenring tauschen und kanns dann auf den Balgen aufschrauben, zur Not auch mit ner Batterie von Zwischenringen zwischendrin.

Hier mal ein paar Beispiele im Abbildungsmaßstab 4:1,
wenn man da noch abblendet wirds (für mich) zu unscharf, daher sind mehrere Aufnahmen bei Offenblende mit unterschiedlicher Fokusebene mit CombineZM gestackt.
SD9 Sensor(10 Aufnahmen):
sd9.jpg

ne 1€ Münze(10 Aufnahmen):
stack_mag4_2.jpg

eine Kugelschreibermiene(32 Aufnahmen):
stack_mag4.jpg

In freier Wildbahn krieg ich 4:1 nicht hingezittert, die Schneeflocken sind im Maßstab 2,4:1, geblitzt, bei Blende 8 (am Objektiv, effektiv ist das schon Blende 27), Einzelaufnahmen:
SDIM0231.jpg


Von der Schärfe her ist da nichtmal so viel Unterschied zu (guten) 50er Festbrennweiten bei gleicher Blende am Balgen, die fehlenden Farbsäume sind aber schon eine Wohltat und solche Stackversuche sind mir bisher bei gleicher Vergrößerung mit anderen Objektiven noch nie geglück.

Viele Grüße,
Andreas
 
23.12.2009
#1

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Guest

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Hippo

Hippo

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Uiuiuiuiuuuih,
was für klasse Makros:klatschen::klatschen:, echt genial .. bin sprachlos!

Was ist denn bitte Unifoc 7, wir basteln gerade für Regina (hier als Hippoline) an einem Rodenstock APO 150mm/9 aus einer Reprokamera, Scharfstellen funzt nur mit Balgen und Zwischenringen, daher die Frage ... soll auch ein reines Makro werden!
 
Daniel

Daniel

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Hallo Andreas,

die Apo-Variante ist schon eine feine Scherbe, herzlichen Glückwunsch! Selbst mit Rodenstocks Trinaren und Rogonaren (3- und 4-Linser) habe ich bislang sehr gute Ergebnisse erzielen können, wenn man Glück hat, gibt´s die schon im einstelligen Bereich in der Bucht. Auffällige CAs sind mir auch bei diesen preiswerten Varianten noch nicht untergekommen.

Zur Kontrolle der Schärfeebenen bin ich seit einiger Zeit dem Tilten verfallen und taste mich da stetig voran. Wahrscheinlich macht es Sinn, zu diesem Thema einen separaten Thread zu eröffnen. Diesen interessanten Link möchte ich aber hierzu loswerden http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/6375353

Zur Erhöhung der Schärfentiefe kannst Du aber auch Lochblenden vorsetzen, Lochgrößen vom Durchmesser 1mm, 1.5mm und 2mm bringen schon Erstaunliches zu Tage.

Aber sicherlich sind das keine Neuigkeiten für Dich ;)

VG
Daniel
 
mitch

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Geile Makros....kann man nicht anders sagen....Respekt...

lg
mitch
 
Robert

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Ich bin auch begeistert - besonders die Kuli-Mine hat es mir angetan: ganz großes Kino :klatschen::klatschen::klatschen::klatschen:
 
wpau

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Hallo Andreas,
ich bin immer wieder erstaunt wie Du mit kleinen Mitteln zu solchen respektablen Ergebnissen kommst.
Hier ist ja nicht nur das Bild, und der Eiskristall ist schon erstaunlich gut gelungen, erste Klasse, sondern auch der Objektiv Umbau.
 
Telekomiker

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Auch von mir Gratulation zu den ge....n Makros! :klatschen::klatschen:
Ganz große Klasse, vorallem die letzte Schneeflocke ist ja wohl der GHit.

Viele Grüße
Harald
 
netzuser

netzuser

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Hallo Andreas,
eine super gute Leistung.:klatschen::klatschen::klatschen:
Da hast Du ja richtig viel Zeit investiert.
Ich glaube, so eine Fokusierschnecke wird bei meinem Componar-S 2,8 50mm nichts bringen weil es ein Auflagemaß von 42mm hat.:mad:
Dann bleibts beim Balgen oder Zwischenringen,oder mir läuft nochmal was mit 60mm oder mehr über den Weg.
Gruß
Uwe
 
Anderl

Anderl

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Vielen Dank, Rainer, Daniel, mitch, Robert, Werner, Harald und Uwe!

Daniel, welchen Vorteil hat denn ne Lochblende gegenüber der eingebauten Blende? Ohne das Glas zwischendrin würde ja ne 1mm Blende im Abstand von 250mm vom Sensor eine Blendenzahl von 250 bedeuten, also auch gewaltige Beugungsunschärfe.
Ein Vorteil fällt mir schon ein, Spitzlichter ausserhalb der Schärfeebene wären halt kreisrund anstatt die Blendenöffnungsform abzubilden.
Was zum Tilten brauch ich aber auf jeden Fall noch!


Heut hab ich ein Tagpfauenauge gefunden, das sich im Haus verkrochen hatte, tagsüber hielt es leider nicht mal für n paar Sekunden still, aber vorhin konnte ich es an eine günstige Stelle stellen und die ersten Stackbilder am lebenden Objekt machen, das ist ja wie Weihnachten:D.
8, 17 und 22 Einzelbilder
tag.jpg
tag2.jpg
tag3.jpg


Viele Grüße,
Andreas
 
Hippo

Hippo

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Boaaaaah, was für Makros, der Hammer!!!:klatschen:
... tagsüber hielt es leider nicht mal für n paar Sekunden still...
ES? ... bei den Makros sollte man aber das Geschlecht bestimmen können :psst:;)

... und Ostern zusammen:D

Was für Makros, ich ziehe den Hut vor Dir, das ist Spitze!!!:klatschen::klatschen::klatschen:

Grüsse und schöne Weihnachten!!!
 
Daniel

Daniel

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Euch allen natürlich auch an dieser Stelle ein frohes Fest!

Andreas, bei Lochblendeneigenbauten - ich habe die Zörk-Variante (Schärfentiefendehner-Set) - wird immerwieder darauf hingewiesen, den Lochrand hauchdünn zu halten. Auch ist wohl eine Lochgröße < 1mm nicht empfehlenswert. Das Problem der Beugungsunschärfe sollte bei Beachtung dieser Punkte in den Griff zu kriegen sein.

Die Berechnung der Blendenzahl lautet tatsächlich dabei:

Brennweite
Lochgröße

Hier mal 4 Bilder (Zollstock, Geldmünzen) mit dem Rodagon 80mm, Bild 1 und 3 bei Offenblende 4.0, Bild 2 mit 1.5mm Lochblendenvorsatz, Bild 4 mit 1mm. Man verzeihe mir den verschmutzten Sensor, aber bei diesen Extrembereichen kommt so ziemlich alles zum Vorschein, was sonst eher im Verborgenen bleibt.

Rod80_SDIM5027.jpg

Rod80_SDIM5030.jpg

Rod80_SDIM5034.jpg

Rod80_SDIM5038.jpg

Frei Hand ist aufgrund der angestiegenen Belichtungszeiten nicht mehr möglich, weshalb ich das Verschwenken nach Scheimflug diesem Verfahren vorziehe. Zum Thema Tilt folgt dann in Kürze mehr.

Das sogenannte Zörk-MFS, bestehend aus der Fokussierschnecke und zugehörigem Schwenktubus, ist wirklich eine alltagstaugliche Kombi. Mit (eingekürztem) 80mm klappt dann auch Unendlich. Kameraseits hat übrigens sowohl die Minimacro-Schnecke als auch der Schwenktubus von Zörk 52mm bei 0,75 Steigung. Die möglichen 30° Tilt sind schon genial, wobei beim Vollformatsensor seitlich "nur" ca. 25° möglich sind, wenn man keinen schwarzen Bildkreis auf dem Bild haben möchte. Einige Beispielbilder hatte ich ja schon gezeigt.

Hier zwei turtelnde V-Linsen (bei 1/4s leider verwackelt):

SD14_18-200_SDIM5463.jpg

VG
Daniel
 
Anderl

Anderl

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Daniel,

herzlichen Dank für die eindrucksvolle Vorstellung:eek:!!
Die Münzen sind ja sehr extrem, der Zollstock sieht aber schon recht gut aus.

Ich werds dann mal testen (wenn man nur mit der Bohrerspitze in dickeres Metall bohrt entstehen auch sehr dünne Ränder), vermutlich aber eher mit 2-5 mm Durchmesser.


Apropos Staub aufm Sensor, der muss nicht Zwingendermaßen auf dem Schutzglas direkt vorm Sensor sein, bei meinem SD9 Sensor hab ich auch welchen direkt auf dem Sensor gefunden,
100% crop vom Bild von oben:
sd9crop.jpg

Viele Grüße,
Andreas
 

Karrollus

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Hallo Anderl,
hast Dich wohl nicht rechtzeitig impfen lassen und so hat Dich das Stack-VIRUS erwischt - das bringt man nicht mehr weg :D.
Erstens: Gratuliere zu Deiner Klasse-Linse. Wie Uwe bereits erwähnt hat, ist es mit einem 50er (habe das 50er Rodagon) auf Grund des kleinen Auflagenmasses nicht möglich, es bis auf unendlich fokussieren zu können. Daher hatte ja bereits Novoflex vor vielen Jahren einen 105er und einen 60er Objektivkopf gebaut.
Zweitens: Super-Bilder - solche Ergebnisse infizieren - das Tagpfauenauge war offensichtlich in Kontemplation :D;)

Schöne Grüsse
Karl
 
Hippoline

Hippoline

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Hallo Anderl,

ich bin ja nur noch begeistert !!! :klatschen::klatschen::klatschen:
 
Daniel

Daniel

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Hallo Andreas,

klar, die Bohrung dann abzusenken bringt auch einen scharfen und dünnen Rand. Alternativ ginge auch die Verwendung einer hauchdünnen Folie im Mittelpunkt, z.B. Aluminiumfolie, natürlich das rückseitige Schwarzeinfärben nicht vergessen.

Hier einige Daten zu den bisher genannten Fokussierschnecken, min und max-Auszugslänge, woraus sich auch die Fokussierung bis Unendlich zu den unterschiedlichen Brennweiten erklärt:

Unifoc 7: 20mm/27mm
Unifox 12: 17,4mm/29,4mm
Zörk Mima: 26mm/60mm.

Von Rodenstock/Linos gibt es übrigens auch eine Fokussierschnecke, das sogenannte Modular-Focus. Leider habe ich hierzu nur eine Hubangabe von 25mm gefunden. Dann wäre da von Durst das Dutub II zu erwähnen. Dieses konnte ich kürzlich für unter 2 Eur schnappen und bin mal gespannt. Aus dem Kopf ist die Fokussierbandbreite ca. 50mm/100mm.

Beim Zörk läßt sich die Schnecke übrigens mit knapp einer Umdrehung komplett herausfahren.

VG
Daniel
 

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