Analog vergrößern - Fragen/Tipps/Erfahrungen - Durst M305

Leon

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Hallo liebe Freunde der analogen Fotografie!

ich weiß absolut nicht, ob ich hier an der richtigen Stelle bin, vielleicht hätte der Beitrag auch eher in die Kategorie "Ausbelichtung und Druck" gepasst, hab dort aber keinen Eintrag zum analogen Vergrößern gefunden, deshalb hier :)

Ich habe mir kürzlich einen SW-Vergrößerer von Durst gekauft, da ich mich gerade intensiv mit der analogen Fotografie beschäftige.
Öfters habe ich schon in einer Dunkelkammer vergrößert, da allerdings am Color-Vergrößerer (SW-Abzüge).
Jetzt möchte ich mir mein eigenes kleines SW-Labor aufbauen, der Durst macht den Anfang!

Da ja bestimmt der ein oder andere von euch auch mit dem analogen erstellen von Papierabzügen Erfahrung hat, würde ich mich über einen kleinen Austausch an dieser Stelle freuen, gerade da von meiner Seite bestimmt einige Fragen entstehen werden.

Erste Fragen haben sich bereits aufgetan und vielleicht kann mir jemand etwas dazu sagen:

  • Für Multigrade Papiere benötige ich ja Multigrade-Filter für den SW-Kopf. Müssen diese Firma von der selben Marke des Fotopapiers sein? Oder kann ich auch die eines günstigeren Herstellers kaufen?
  • Müssen auch Fotopapier und Enwickler übereinstimmen (Sollte z.B. beides aus dem Hause Ilford kommen oder kann ich auch für Ilford-Papier bspw. Rodinal benutzen)?
  • Habt ihr generell Tipps für gute und günstige Chemikalien?
  • Eine - vielleicht etwas dumme - Frage zu dem Vergößerer an sich: An der Stelle, wo bei einem Farbmischkopf die Filtereinstellungen sind, befindet sich bei einem SW Vergrößerer wie dem Durst M305 ein schwarzes Raster mit weißen Linien. Was ist das?? :) Ähnelt ein Bischen dem Raster eines Histogramms.
Liebe Grüße - ich bin gespannt auf Eure Beiträge, auch gerne einfach Erfahrungen, sonstige Tipps und alles!
Leon
 
04.12.2020
#1

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Guest

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Leon

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Mir ist eben noch eine Frage eingefallen:

  • Da ich mir noch nicht sofort Chemie und alles kaufen werde habe ich mir überlegt, ob ich nicht schon mal mit Kaffee als Entwickler ein par Experimente machen könnte. Im Internet habe ich gelesen, dass dafür am besten eine Mischung aus Instantkaffe, Soda und Vitamin-C funktioniert. Meine Frage: Brauche ich dafür trotzdem ein herkömmliches Stoppbad/Fixierer oder gibt es da auch entsprechende "Hausmittel"?
 

Leon

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Könnte mir denn vielleicht jemand zum Thema Fotochemie schon einmal Tipps geben?

Übrigens:
Mir ist eben noch eine Frage eingefallen:

  • Da ich mir noch nicht sofort Chemie und alles kaufen werde habe ich mir überlegt, ob ich nicht schon mal mit Kaffee als Entwickler ein par Experimente machen könnte. Im Internet habe ich gelesen, dass dafür am besten eine Mischung aus Instantkaffe, Soda und Vitamin-C funktioniert. Meine Frage: Brauche ich dafür trotzdem ein herkömmliches Stoppbad/Fixierer oder gibt es da auch entsprechende "Hausmittel"?
Das habe ich inzwischen ausprobiert, einfach ohne Stoppbad und Fixierer. Ich habe die Abzüge lediglich ordentlich gewässert. Natürlich sind diese Prints nicht für die Ewigkeit gemacht, da sich das Bild mit der Zeit "weiterentwickeln" wird. Für den Moment war das aber ein schönes Experiment und die Ergebnisse sind für den ersten Versuch ordentlich geworden :)
 
Klaus-R

Klaus-R

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Hallo Leon,

ich versuch's mal ..... kann aber nicht in allen Punkten weiterhelfen, weil ich zwar gerne mit Film arbeite, Film auch selber entwickele, aber seit mehr als 20 Jahren keine Positiv-Laborabbeiten mehr mache, sondern meine Negative (wenn entwickelt) scanne und digital weiterverarbeite (Hybrid-Verarbeitung).

Der Durst M305 ist kein ausschließlicher SW-Vergrößerer. Er hat zwar keinen regalbaren sog. Farbkopf, wohl aber eine Filterschublade, in die man auch Farbfilter zur Anfilterung von Farb-Positiven einlegen kann.
Das ist zwar umständlch, aber zumindest möglich. 😊

Zu Multigrade SW-Photopapieren kann ich nix sagen, habe ich nie verarbeitet! ich kenn's nur so, dass ich drei
Schachteln mit WEICHEM, NORMALEM und HARTEM Photopapier hatte und je nach Bedarf das Passende gegriffen habe. Natürlich müssen dann alle drei Papier-Gradationen vom selben Hersteller sein und auch etwa gleich lange gelagert worden sein, damit die Grundbelichtung beibehalten werden kann.

Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass Filter und Papiermarke NICHT übereinstimmen müssen, weil die Technik ja vergleichbar sein muss.

Entwickler: Photopapier und Entwicklermarke müssen definitiv NICHT übereinstimmen. Natürlich ergeben sich je nach Papiermarke aber unterschiedliche Belichtungszeiten bei gleich langer Entwicklung (Anleitung des Entwickler-Herstellers ist hinsichtlich von Temperaturen und Zeiten zu beachten!)
Die Lichtempfindlichkeiten von Photopapieren ist nicht übereinstimmend und muss mit sog. Teststreifen
ausprobiert werden. Erst wenn ein Teststreifen das gewünschte Ergebnis zeigt, kann der Sondenbelichtungsmesser am Belichtungstisch kalibriert werden und dann sollten alle anderen Aufnahmen
vorhersagbare Schwärzungen aufzeigen.
Der Klassiker Rodinal ist nie verkehrt!
Das Raster vorne am Kondenser-Kopf ist einfach nur "schön" ..... keine Funktion!

Ich wünsch' Dir viel Spaß und Erfolg! Lass mal Photos von Deinem Labor hier reinregnen! Ist für mich
eine schöne Erinnerung an meine alten Laborzeiten.

Wie gesagt .... Positiv-Processing kommt für mich nicht mehr infrage! Zu vielfältig erscheinen mir im Vergleich die Möglichkeiten, die im Vergleich die Weiterverarbeitungsoptionen der SCANS dann am Rechner ermöglichen.

Grüße und schöne SW-Vergrößerungen

Klaus
 

Leon

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Habe mich sehr über deine Antwort gefreut, vielen Dank @Klaus!

Negative einscannen und via Lightroom "entwickeln", damit habe ich angefangen und mache ich auch weiterhin. Mich fasziniert allerdings dieser rein analoge Prozess und die Arbeit in der Dunkelkammer, bei der ich am Ende mit einem selbst abgezogenen Foto dastehe - das begeistert mich einfach viel mehr!
...Ich bin aber auch schon vorwiegend mit digitaler Fotografie aufgewachsen, vielleicht liegt es daran! :)

Das mit den Filtern für Farbvergrößerungen habe ich nicht gewusst, macht aber natürlich Sinn, da ja ein Farbmischkopf auch nichts anderes macht, als verschiedene Filter zu bedienen... Wäre mir auf die Weise aber glaub ich auch zu anstrengend. Möchte mich aber sowieso erst ein mal mit SW-Vergrößerungen beschäftigen.

Mit Multigrade-Papier habe ich im Fotolabor schon gearbeitet. Das ist eine schöne Sache! Das Papier umfasst das Potential aller drei festgraduierten Papierarten und kann jeweils durch entsprechende Filter den oder den Typ annehmen. Durch eine größere Anzahl an Abstufungen der Filter sind auch feinere Variationen möglich und sogar kombinierbar!

Danke für die Tipps bezüglich Chemie, Papier und Filter! Von der Verwendung eines Belichtungsmessers in der DuKa hatte ich bisher noch nichts gehört. bisher hatte ich für jedes Motiv einen Belichtungsstreifen angefertigt, bzw. teilweise dann einfach die Zeit abgeschätzt.

Wenn mein Labor vollständig ist, poste ich mal hier ein Foto :) Bisher habe ich wirklich erst den Durst, eine Zeitschaltuhr und eine Wanne...
Für die Kaffee-Prints habe ich als Beleuchtung eine Fahrradlampe verwendet 😅 und übrigens, das Papier, das ich dafür benutzt habe ist schon sehr alt und ist auch unter optimalen Bedingungen und "richtiger" Chemie sehr verschleiert. War hier sozusagen billiges Testmaterial...:

Kaffeprints_auf_expired_Papier.jpg
 
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Klaus-R

Klaus-R

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..... hier mal eine Kombi .... Zeitschaltuhr mit Sonden-Belichtungsmesser:

Wallner Report Timer Belichtungsmesser Zeitschaltuhr mit Anleitung | eBay

Und hier eine "Anleitung", wie das geht:

Laborbelichtungsmesser: Die richtige Papier-Gradation ermitteln

Ich habe eigentlich immer auf die "Lichter" kalibriert, also auf die dunkelste Stelle der Negativprojektion, weil diese Stellen die sog. "DICHTE" des Negatives am sichersten erfasst.
Misst man in Folge dann für jeden Shot die jeweils dunkelste Stelle des Negatives an, ergibt sich so ein fester Weißpunkt für alle Folgeaufnahmen und gleichmäßig und richtig ausbelichtete Positive für just diese Film/Photopapier Kombination. 😊

Bleiben also alle anderen Parameter gleich (vor allem auch die Temperatur der Chemikalien), müssen keine weiteren Teststreifen mehr gemacht werden.

Stichwort Filterschublade und Einlegefilter für Farbvergrößerungen.....

Sooo unmöglich ist das Procedere gar nicht! Auch in Farbe muss nur einmal pro Film/Papier Paarung angefiltert werden.

So ein Filterset kommt in den drei Grundfarben und kann auf jeweils 5% RGB genau "gelegt" werden .... genau genug um jeden Farbstich herauszubekommen. Wichtig ist allerdings (auch wenn mit Farbkopf gearbeitet wird), dass man Farbpapier mit der selben "Grundzahl" Verwendet, wenn man Papiere unterschiedlicher Größe parallel verarbeiten will. Ansonsten müssen Colour Papiere mit unterschiedlichen Grundzahlen leider individuell neu angefiltert werden .... sehr umständlich!
Es ist praktisch nicht möglich, Farbmaterial nachzukaufen und dabei zufällig die selben Grundzahlen zu erwischen .... da sie produktionsbedingt immer schwanken und für jede Charge neu angegeben werden.
Viele denken ja, man müsse jede Aufnahme einzeln anfiltern .... ist natürlich nicht so .... das passt immer für eine Film/Papier Kombination durchgehend .... also auch ohne Farbmischkopf durchaus machbar.

Grüße und viel Spaß 😊

Klaus
 

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