AGFA RECORD 1952 - 6x9 Kameraportrait

Klaus-R

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AGFA RECORD - 2.jpg
Hallo zusammen,



ähnlich, wie der Filmhersteller ADOX stellte man auch bei AGFA eigene Kameras her, um das Filmgeschäft anzukurbeln.

Unvergessen sind Kameras, wie die AGFA BOX oder die KODAK BROWNIE, die fast zeitgleich Anfang der 1930er Jahre die Massen zur Photographie bringen sollten, eine Rechnung, die nicht nur in Deutschland aufging, sondern weltweit.

Dabei war man bei AGFA in München aber nicht nur daran interessiert, mit möglichst einfachen Boxkameras das Volk zur Photographie zu bringen, sondern man war dort ebenfalls damit beschäftigt, auch anspruchsvoll-hochwertige aber preisgünstige Mittelformatkameras für interessierte Aufsteiger aus der BOX-Szene zu fertigen.
Die AGFA BILLY RECORD 6x9 Faltkamera ist sogar noch etwas älter, als die BOX und geht auf das Jahr 1928 zurück.
Nach dem 2. Weltkrieg fiel in ihrer Namensgebung dann das "BILLY" weg, weil man sich vom homophon klingenden "BILLIG" -Image lossagen wollte.
So richtig funktioniert hat das aber nie ..... der bekannte und bis zum Schluss (Produktionsende 1960) sehr geschätzte 6x9 Falter wurde weiterhin gerne "Billy" genannt.

Das 6x9 Mittelformat:

Das 6x9 Mittelformat ist das größte Standard-Mittelformat, das sich auf dem erfolgreichsten und ältesten Film aller Zeiten, dem Rollfilm TYP 120
realisieren lässt. Im Gegensatz zu Kodak, wo man immer wieder versucht hatte, andere und neue Filmformate einzuführen und durchzusetzen, hat AGFA das nie gemacht. Alle AGFA Mittelformater nutzen den auch heute noch erhältlichen 120er Rollfilm.
Große Vorsicht bitte mit diversen KODAK Kameras, die gerne für den KODAK-Film TYP 620 konfiguriert sind. 620 Film ist leider Ende der 1980er Jahre gestorben.
Es ist zwar nicht unmöglich, Typ 620 Film selber zu wickeln ..... der eigentliche Film ist nämlich dem 120er gleich, aber die Spulen sind dünner! Man kann die Spulen zwar bestellen, aber das zweimalige Umwickeln erst auf Ende, dann wieder auf Anfang, ist schon wirklich sehr viel Murkserei.
Mit einer guten Kamera lassen sich auf diesem riesigen Negativformat qualitativ sehr hochwertige Aufnahmen machen, die aufgrund ihrer sehr geringen Tiefenschärfe einen ganz eigenen FILM-Look haben.

VORKRIEGS-BILLYS:

Ich lehne mich jetzt ganz einfach mal weit aus dem Fenster ..... beweisen kann ich's ja nicht, aber nach allem was ich finden kann und was an vernünftig geschriebenen Quellen erreichbar ist, denke ich, dass sich mit jeder gut erhaltenen Vorkriegs-Billy-Record knackscharfe und hochwertige Aufnahmen machen lassen. Agfa hat da ganz einfach von Anfang an für Qualität gesorgt und sich mit der Billy und dem 6x6 Schwestermodell SILETTE ein wirklich gutes Image geschaffen. Dennoch würde ich eine Nachkriegs BILLY aus folgenden Gründen empfehlen:

Die ganz alten Schätzkes haben vergleichsweise sehr lichtschwache Objektive (F:8,8 / 7,7 / 6,3) je nach Baujahr und auch nach Geldbeutel, denn es gab immer unterschiedlich ausgestattete Modelle .... dazu später.
Vorkriegs Faltkameras haben selten oder fast nie eine Doppelbelichtungssperre, die mir z.B. sehr wichtig ist.

Die Zentralverschlüsse von "ganzdamals" hatten noch keine Blitzsynchronisation, wie sie nach dem Krieg schon selbstverständlich war, als die elektrische Blitzsynchronisation (zumeist noch Birnenblitzgeräte, dann Elektronenblitzgeräte), die abenteuerliche Pyrotechnik ersetzte. Auch fehlen die Vorlaufwerke (Selbstauslöser) oft noch.
Vorkriegs Sucher sind bei den Billys nicht auf dem Qualitätsnieveau der späteren Kisten .... aber wie gesagt .... wer sich in eine ganz alte BILLY verguckt, kann mit einiger Sicherheit von guter Bildqualität ausgehen.

AGFA RECORD 1952

Meiner Information nach hat AGFA die RECORD Produktion 1949 wieder aufgenommen und bis Ende 1951 oder Anfang 1952 ein Zwischenmodell gefertigt, das hier in erster Reihe steht:

AGFA RECORD - 3.jpg

Als hätte ich nicht schon genug Billys gehabt (warum vier Stück erzähle ich später noch) hat mich diese 1949er Record auf einem Flohmarkt angelächelt .... sah' sehr traurig aus .... hatte aber Substanz und hab' ich wieder aufarbeiten können.
Die 1949er Billy hat ein sehr seltenes Schneider Kreuznach RADIONAR Objektiv. Leider hat dieses Modell (als einziges in meiner Billy-Sammlung) keine Doppelbelichtungssperre.

AGFA RECORD - 10.jpg

Modelle und Ausstattungen ab 1952

Es gab die Modelle RECORD I, RECORD II und RECORD III. Innerhalb dieser Baureihen gibt es verschiedene Ausstattungen.

Objektive:

Alle Objektive haben 105mm Brennweite und fast alle Objektive haben Offenblende 4,5 (105-110mm ist die Normalbrennweite für 6x9 Kameras).
Ganz frühe RECORD I können auch noch ein AGNAR 105mm/ 6,3 haben .... wie gesagt, gibt's, aber sehr selten.

AGNAR (105mm/ 4,5)
RADIONAR (105mm/ 4,5)
APOTAR (105mm/ 4,5)
SOLINAR (105mm/ 4,5)


Ich zeige unten noch, was meine RECORD III mit ihrem APOTAR bildqualitativ abliefert .... ich denke aber mal, dass die allesamt erstklassig zeichnen ..... AGFA hat da (wie gesagt) wohl wirklich für Qualität gesorgt.

Fast alle Billys sind mit GAUTHIER-Qualitäts-Zentralverschlüssen ausgestattet. Wer sich für die Unterschiede bei den Verschlüssen genauer interessiert, der gucke bitte in meinen ADOX GOLF Faden, da habe ich das alles zerlegt .... sind bei AGFA die gleichen Verschlüsse.

ADOX GOLF 6x6 .... DIE VOLKSKAMERA ..... Modelle und mehr .....

In Verbindung mit dem SOLINAR 105er sind einige wenige RECORD III mit einem COMPUR RAPID Verschluss der Firma Friedrich Deckel zu finden. Das sind die einzigen seltenen Stücke, die heute richtig teuer sind und für bis zu 450,-€ den Eigentümer wechseln.

RECORD I

Da habe ich nur das 1949er Modell zur Verfügung, was ich schreibe gilt aber auch für die 1952er Billy .....

AGFA RECORD - 3.jpg

- keine Doppelbelichtungssperre und nur Pronto-Verschluss (Vorlaufwerk, aber keine langen Verschlusszeiten (1/25s / 1/50s / 1/100s / 200s und B)
Meist AGNAR 4,5, selten AGNAR 6,3 Optik.

RECORD II

AGFA RECORD - 12.jpg

-Doppelbelichtungssperre vorhanden, PRONTOR-Verschluss (Alle Zeiten von 1/250s bis 1s und B + Vorlaufwerk)
APOTAR 105mm / 4,5 Optik

RECORD III

AGFA RECORD - 7.jpg

AGFA RECORD - 8.jpg

Zusätzlich zu den Ausstattungsdetails der RECORD II ist das Topmodell RECORD III mit einem integrierten Messsucher ausgestattet.
Mit diesem Mischbild-Entfernungsmesser kann die Entfernung zum Motiv zur genauen Fokussierung bestimmt werden.
Allerdings ist der Entfernungsmesser nicht "gekoppelt" sondern "ungekoppelt".
Will sagen, man muss den ermittelten Entfernungswert am Rändelrädchen ablesen und dann am Objektiv einstellen.
Das ist MF aus dem "Reich der Vorsintflut" .... wie auch immer .....das geht zumindest sehr genau, auch wenn es umständlich ist.

Tiefenschärfen-Skale .......

Eine wirklich gute Idee war es, ab dem 1952er Modell eine einstellbare (drehbare) Tiefenschärfen-Scale zu verbauen ....

AGFA RECORD - 11.jpg

Man kann so für jede Blende ablesen, in welchem Entfernungsbereich ausreichende Tiefenschärfe entsteht.

Fokussieren mit der Billy .....

Leider sind die RECORD III Modelle wegen ihres Entfernungsmessers erheblich teurer, als eine vergleichbare RECORD II.
Nachvollziehbar ist das schon, denn bei den beiden Schwestermodellen kann man die Entfernung zum Motiv ja nur schätzen, oder extern messen ......
Schätzen ist Mist!! 6x9 Aufnahmen müssen wirklich ganz genau fokussiert werden, eben weil ja so wenig Tiefenschärfe vorhanden ist.
Ich empfehle daher für die Modelle I und II einen Aufsteck-Entfernungsmesser zu verwenden. Da reicht dann ja einer für alle anderen Kameras mit, denn man kann ihn ja nun leicht von einer zur anderen Kamera migrieren.
Hier mal ein solches Teilchen ......

AGFA RECORD - 25.jpg

AGFA RECORD - 27.jpg

Belichtungsmessung:

Keine Billy hat eingebaute Belichtungsmessung! Es muss also ein externer Belichtungsmesser zum Einsatz kommen.
Meinen Gossen SIXTOMAT aus 1956 hatte ich ja schon mehrfach vorgestellt und empfohlen.
Es gibt eine hübsche und sehr praktische Alternative zu einem Handbelichtungsmesser:
Den KODALUX ....... eigentlich ein GOSSEN, der für KODAK hergestellt wurde, aber natürlich auch an einer AGFA hervorragende Dienste leistet.

AGFA RECORD - 28.jpg

AGFA RECORD - 29.jpg

Über dieses hübsche und sehr genaue "Lichtmesserchen" bis ich die Tage mal beim Schmökern gestolpert ..... musste ich haben!
Der kleine GOSSEN ist batterieunabhängig!
Eine Selenzelle erzeugt den Messstrom selber. Wie bei allen damaligen Selenmessern kann auch der KODALUX nur dann überlebt haben, wenn er DUNKEL über die Jahre gekommen ist. Lag er jahrzehntelang offen im Licht, dann ist er leider kaputt .... die Selenzelle verträgt leider keine jahrelange Dauerbelichtung. Wer sich also für einen historischen Selen-Lichtmesser interessiert, sollte darauf achten, dass die original kleine Ledertasche gleich mit dabei ist .... dann war der nämlich mit einiger Sicherheit auch da drin.

Filmtransport:

Wie bei fast allen Faltern ist auch bei der AGFA der Filmtransport manuell und über die Zählspur auf dem Filmträgerpapier realisiert.
Gut gemacht ist, dass das Zählfenster automatisch über eine Feder schließt, um den Film vor grellem Sonnenlicht zu schützen.

AGFA RECORD - 34.jpg


ERGONOMIE:

Sehr gut!!

Die Billy macht auch deswegen Spaß, weil sie gut in der Hand liegt, ordentlich und griffig beledert ist, einen rechten Gehäuseauslöser hat (keine Linksauslösung, wie meine "verrückte" Rodenstock Citonette). Alles ist leichtgängig und passgenau .... bei allen vier Kameras.
Das Laden der Kamera ist sehr einfach, die Mechanik dafür klasse durchdacht.

AGFA RECORD - 31.jpg


AGFA RECORD - 32.jpg

AGFA RECORD - 33.jpg


TYPISCHE MÄNGEL:

Ja, die gibt es leider auch! Der Kreis schließt sich und ich kann bei dieser Gelegenheit auch auflösen, warum ich gleich zwei 1952er Record II Kameras habe ......
Alle Billys haben gute Lichtfallen am Rückdeckel. Lichteinfallprobleme am Deckel sind nicht bekannt. Wie bei vielen anderen Faltern wird von schadhaften Balgen berichtet. Ich hatte bei allen vier Kameras tadellos erhaltene Balgen vorgefunden.

Neben möglicherweise nicht mehr lichtdichten Balgen, haben nicht wenige Billys das übele Problem, dass Das Fokus-Feingewinde festgeht und mit fest meine ich WIRKLICH BOMBENFESTFEST.
Die Billy wird dadurch fokussiert, dass nur die Frontlinsen in Relation zu Mittel und Rücklinse verstellt wird. Leider gammelt dieser sog. "Fokusgang" auch bei Kameras fest, die ansonsten wirklich gut erhalten zu sein scheinen. Dann aber ist guter Rat sehr teuer, denn man kriegt die Optik in diesem traurigen Fall leider nicht zerlegt.
Lösemittel und Wärme waren zwecklos und der Verzweifelungsakt war dann, mit einer Wasserpumpenzange Frontlinse und Zwischenlinse zusammen aus dem Verschlussgehäuse zu drehen .... und "KNACK" ... das war's! Die Messingeinfassung der Linsen ist einfach zu weich, verzieht sich und geht einfach kaputt.
Ich musste also eine weitere Record kaufen .... und .... welche Überraschung?! Genau das selbe Problem.

Vielen Dank an dieser Stelle am meinen MOD-Kollegen Oz75, der es dann schaffte, diese Linsengruppe zu trennen .... leider aber auch nicht ganz ohne Verzug der Teile .... zumindest konnte aber eine der beiden Record mit viel Fummelei wieder indienstgestellt werden. Die Fokussierung ist noch etwas schwergängig, geht aber immer leichter.
Dann habe ich eine Optik-Verschluss-Einheit einzeln bekommen können ... und VERDAMMT NOCHMAL .... da war es wieder .... mein Problem .... festsitzender Fokusgang.
KURZ .... ich habe eine Lösung gefunden, wie man dieses Problem (kann ja kein Einzelfall mehr sein) elegant und schonend löst:

AGFA RECORD - 22.jpg

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Leider benötigt man dafür gleich zweilmal einen sog. Objektivschlüssel, ein Spezialwerkzeug zum Zerlegen und Zusammenbauen von Optikgerätschaften.
Erst wird der Außenring gekerbt und dann Frontlinse und Zwischenlinse komplett aus dem Verschlussgehäuse herausgeschraubt.
Die dafür erforderlichen Angriffkerben in beiden Messingringen habe ich mit einem Dremelwerkzeug und einer Mikrotrennscheibe hergestellt.
Das Gewinde muss trotzdem mehrmals vor dem Löseversuch mit Kriechöl behandelt werden, das am besten im Backofen bei 65 Grad einwirkt.
Hier sieht man das korrodierte (noch nicht gereinigte) Messinggewinde(Fokusgang bzw. Frontlinseneinfassung).

AGFA RECORD - 24.jpg

Warum es an dieser Stelle gerade zu solchen Korrosionsproblemen kommt, ist mir schleierhaft, gerade dann, wenn die Kameras ansonsten tadellos erhalten sind .... es ist so.
Fazit .... ich konnte auf diese Weise die zuvor "verlorene" erste AGFA RECORD II auch wieder indienst stellen.



Wenn man die Optik einer solchen Faltkamera einmal zerlegt hat, reicht es leider nicht, alles einfach wieder zusammenzubauen. Die Kamera hat anschließend leider keine exakte Fokuslage mehr und muss diesbezüglich neu kalibriert werden. Dazu braucht man eine Hilfsmattscheibe, die wirklich auf's Haar genau in der Fokusebene liegt.
Ich empfehle zu diesem Zweck die mattierte Deckscheibe eines Schnellhefters, die man genau zuschneidet und dann mit Klebeband in die Filmebene klebt.
Um die Fokuslage exakt einstellen zu können verwende ich eine Briefmarkenlupe.

AGFA RECORD - 17.jpg

AGFA RECORD - 20.jpg

Kalibriert wird bitte immer der Unendlichfokus!! Leider gibt es im Netz ein Tutorial, bei dem jemand behauptet, man solle auf 4m Entfernung kalibrieren .... bitte NICHT, denn es passt dann nicht. Wenn Unendlich stimmt, dann stimmen die 4m natürlich auch.
Kontrollmessung mit 3m:

AGFA RECORD - 21.jpg

Zwei von drei ungeprüften Zentralverschlüssen funktionieren zunächst nicht!
Gauthier oder Deckel Zentralverschlüsse sind absolute Spitzenfeinmechanik (made in Germany) und haben selten oder nie wirklich was. Ich habe noch keinen einzigen komplett zerlegen müssen .... die brauchen alle nur einen "Quick and Dirty" Pflegedienst bei allerdings ausgebauter Optik und Teilzerlegung. Ist einfach! Bei Interesse gerne mehr. Ansonsten hatte ich die Verschlussprobleme in meinem ADOX-Golf Faden ja auch schon angesprochen.

Bildqualität:

Phantastisch gut!

Wie ich oben ja schon mutig behaupte, gehe ich davon aus, dass alle verbauten Objektive sehr hochwertig und "mittelformatwürdig" abliefern.
Ich zeig's jetzt mal an einer Testaufnahme mit meiner RECORD III, die ein APOPTAR Objektiv verbaut hat.

Die Szene:

AGFA RECORD - 14.jpg


Mittencrop bis an das Filmkorn

AGFA RECORD - 16.jpg

Äußerste Bildecke unten rechts, selber Cropmaßstab, wie Bildmitte:

AGFA RECORD - 15.jpg


Die Agfa liefert tadellos und knackscharf an diesem riesigen 6x9cm großen Bildkreis ab. Knackschärfe ohne merklichen Abfall bis in die Bildecken, keine erkennbare Vignettierung und das mit einem für die Zeit und für das Negativformat sogar recht lichtstarken Objektiv.

KAUFEMPFEHLUNG:

Wer sich in Sachen Film-Photographie für das größte Mittelformat entscheidet und den Look für bezahlbares Geld haben möchte, der macht mit einer BILLY ganz bestimmt keinen Fehler.

Sie ist auch dann noch günstig, wenn jemand, der nicht selber reparieren kann oder will, sicherheitshalber ein gewerbliches Angebot nutzt und für eine "filmgeprüfte" Billy mit Gewährleistung etwas mehr bezahlt. Aufgrund der oben ja beschriebenen Probleme muss man sich mit der Kameratechnik schon sehr gut auskennen und auch die Werkzeuge dafür besitzen.
Kameras zum Aufarbeiten bekommt man fast geschenkt. Kurz: Ich würde eine geprüfte RECORD II als 1952er Modell mit PRONTOR-S Verschluss empfehlen. Die RECORD I hat ja eben keine Doppelbelichtungssperre und nur den PRONTO Verschluss.
Eine geprüfte RECORD III ist im Vergleich erheblich teurer (mit Gewährleistung und revidiert sowieso), so dass ich eine 2er und dazu einen Aufsteck- Entfernungsmesser für eine gute Wahl halte.

Fragen, Ergänzungen oder Kritik sehr gerne......😊

Grüße und rettet Film

Klaus
 
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Nitram_B.

Nitram_B.

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meine "Foto-Karriere" fing 1954 mit einer Pouva Start an(Rollfilm 6x6)

Gruß Martin, der 1958 auf Kleinbild wechselte.
 
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oz75

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Geniale Reportage! Eine wahre Fundgrube für alle, die sich über die Agfas informieren wollen! 👍👍👍👍
 
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Der Bü...

Der Bü...

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Hej...

mal wieder ein begeisternder Beitrag von dir, lieber Klaus. Wie Kermit schon gesagt hat "Applaus, Applaus, Applaus" 👏 👏 👏
Musste erstmal meine Billy II in den Arm nehmen und lieb halten...

Ich kann nur bestätigen, dass die Kameras einfach Spaß machen. Von Film einlegen bis zum fertigen Bild...

Gruß, der Bü...
 
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Klaus-R

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Hallo zusammen,

lieben Dank für die Kommentare. 😊
Man "muss" mindestens drei Falter haben .....😂😅

4,5x6
6x6
6x9

Es schadet auch nicht, (so wie ich), die gleiche Kamera gleich mehrmals zu haben .... dann kann man in
unterschiedliche Kameras auch unterschiedliche Filme einwerfen .... die Falter sind ja sehr handlich.😜🤪

Bitte nicht ernst nehmen!

Legt aber mal wieder einen Film ein Leute ... und rettet Film .....Bitte ernst nehmen!

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
Klaus-R

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Wie funktioniert das bei der mit allen drei Formaten ?
Sie hat die Einstellung am Sucher, aber in der Kamera ?
Beste Grüße
Da werden in die Filmbühne einfach Blechblenden eingesetzt, die den Ausbelichtungsbereich von 6x9cm auf 6x6cm oder 4,5x6cm reduzieren. 😊

Nochmal ..... ich halte WENIG davon!😊

Eine 6x9 Faltkamera hat traditionell MEISTENS ein 105mm Normalobjektiv, selten sogar ein 110mm.
Wenn man nun solche Kameras mit MASKE auf kleinere Mittelformate bringt, dann greift das 105mm Objektiv eben halt in den Telebereich .... man hat dann für 6x6 oder 4,5x6 leider eine Telekamera.

Für 6x6 ist 75-85mm ideal, für 4,5x6 75mm .....maximal 80mm.😊

Grüße und rettet Film

Klaus
 
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kris-kelvin

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Gibt es und hat es Sinn einen Gelb- oder Orangefilter davor zu schrauben ?
Welches Filtergewinde benötigt man ?
Grüße 👻
Gerade gesehen, gibt gar kein Gewinde.
Gibt es statt dessen eine Stecklösung ?
 
Klaus-R

Klaus-R

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Die Verwendung von GELB- / ORANGE- / und ROT-Filtern dient(e) in der SW-Photographie dazu,
bei der Verwendung von panchromatischen SW-Filmen die Himmelszeichnung zu betonen.

Faustregel: Gelb Filter = eine Blende +Korrektur
Orange Filter = zwei Blenden + Korrektur
Rot Filter = drei Blenden + Korrektur

Sinnfrage:

Es kommt HEUTE darauf an, was mit den SW-NEGATIVEN einer 6x9 Faltkamera im weiteren passieren soll????

Schließt sich eine Hybridbearbeitung an (Scannen und digitale Weiterbearbeitrung), dann würde ich die Nachteile (Lichtverlusst) dieser Filter NICHT inkauf nehmen und den Himmel im POST-Processing digital nachzeichnen.

Soll das NEGATIV aber klassisch ausbelichtet werden, dann bieten sich diese klassischen Filterstrategien nach wie vor an.

In der SW-Landschaftsphotographie kann graduell über GELB / ORANGE / ROT der Himmel nachgezeichnet "betont" werden.

Grüße, schöne Photos und rettet Film

Klaus

P.S. Für die AGFA-Record gibt es solche Aufsteckfilter ....
 
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Sehr interessante Bilder aus alten Zeiten. Früher war alles besser, oder? Ich kann da mitreden bin 1 Jahr nach Kriegsende geboren.
 

kris-kelvin

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Hallo Klaus,
bei der AGFA komme ich mit der Doppelbelichtungssperre nicht klar.
Normal drehe ich den Film weiter, nach der Aufnahme.
Mache ich bei der AGFA auch so, damit sie wieder bereit ist.
Danach wieder zuklappen.
Bei der nächsten Gelegenheit wieder aufklappen und wenn ich dann den Auslöser betätigen will,
ist die Doppelbelichtungssperre drin.
Ist das so oder mach ich etwas falsch.
Rettet Kameras 📷
 
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Klaus-R

Klaus-R

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Also ......

Bild - 9.jpg

Dieser Rote Punkt am Auslöser der Kamera bedeutet, dass das aktuelle Filmfeld schon belichtet ist und dass jetzt transportiert werden muss!

So sieht es aus, wenn die Sperre nach Filmtransport "entriegelt" ist.....

Bild - 11.jpg

Und so, wenn der Filmtransport noch aussteht:

Bild - 10.jpg

Wenn der Film schon transportiert ist (also kein roter Punkt!) der Verschluss aber nicht gespannt ist, dann sollte sich die RECORD zumindest ohne "Gewalt" so verhalten, dass die Doppelbelichtungssperre NICHT reinspringt, ohne dass eine Belichtung stattgefunden hat.

Zwei Dinge müssen also vor der nächsten Aufnahme passieren .... Filmtransport UND Verschlussaufzug am Objektiv!

Wenn Du direkt nach der Aufnahme transportierst, aber noch nicht unmittelbar anschließend die neue Aufnahme belichten willst, dann musst Du zumindest VERHINDERN, dass der Auslöser versehentlich sehr starken Druck bekommt .... sonst kann es tatsächlich passieren, dass die Doppelbelichtungssperre auch bei ungespanntem Verschluss am Objektiv einspringt! Dann aber muss schon "heftigst" auf den Auslöser gedrückt werden, ohne dass der Verschluss am Objektiv vorgespannt war ..... kann eigentlich so nicht passieren bzw. ist mir noch nie passiert??!

Versuch .... ohne eingelegten Film natürlich!

Film transportieren und Doppelbelichtungssperre lösen!
Dann (ohne gespanntem Verschluss den Auslöser (aber ohne Gewalt!!) betätigen
Jetzt sollte NICHTS passieren ... also die Doppeöbelichtungssperre gelöst bleiben (kein roter Punkt!)

Erst bei am Objektiv gespanntem Verschluss sollte sich die Kamera auslösen lassen und erst jetzt sollte der rote Punkt eine Doppelbelichtung sperren!

Wenn sich die Kamera OHNE am Objektiv gespanntem Verschluss bei menschlichem (gewaltlosen) Druck auf den Auslöser so verhält, dass dann die Doppelbelichtungssperre reinspringt, ist das so nicht in Ordnung!

Du kannst Dir dann aber so behelfen, dass Du Dir angewöhnst, immer erst vor der nächsten Aufnahme zu transportieren .....😶 .... ODER .... dass Du versehentliches Betätigen des Auslösers nach dem Filmtransport vermeidest (die wohl bessere Lösung)!

Grüße und rettet Film

Klaus
 
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P.S.:

Falls die Doppelbelichtungssperre DEFINITIV ohne, dass der Auslöser betätigt wird nach Vorab-Filmtransport "reinspringt", dann ist die Kamera diesbezüglich wohl defekt, was ich dann aber in Sachen
AGFA-RECORD das wirklich allereste Mal lese bzw. sonstwie "gehört" hätte ..... das wäre dann eine wohl extrem seltener Mangel .... total untypisch.

Grüße

Klaus
 
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Klaus-R

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.....es lässt mir ja keine Ruhe .....😊.....

Ich habe vier Agfa Record ... drei davon haben Doppelbelichtungssperre.😊

Ich habe das gerade noch einmal bei allen drei RECORDs geprüft.

Wenn Du transportierst und dann die Kamera zusammenfaltest, dann darf sich die Doppelbelichtungssperre auch dann nicht "einlegen", wenn Du versehentlich den Auslöser betätigst .... der ist dann total blockiert!
Erst wenn sie aufgefaltet ist UND Du dann vergessen hast, den Verschluss zu spannen, kann es bei zu starkem Druck auf den Auslöser passieren, dass die Sperre "reinfliegt" ..... aber so feste drückt kein Mensch drauf, der weiß, wie sanft die RECORD bei gespanntem Verschluss auslöst.
Bei geschlossener Kamera darf das also definitiv nicht passieren, wenn alles in Ordnung ist.
Das Vorabtransportieren mach ja auch unbedingten Sinn, damit die Kamera schnell schussbereit ist.

Grüße und viel spaß mit Film

Klaus
 
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kris-kelvin

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Danke Klaus, so bei der Trockenübung auf dem Sofa hat es funktioniert.
Irgendeinen Bedienfehler muß ich wohl gemacht haben.
Nächstes mal achte ich mehr drauf.