M42: Carl Zeiss Jena, Tessar 2,8/50mm an der SD1, Probleme?

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Bibergeorges

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Die Gefahr besteht eher, dass die Hinterlinse beim fokussieren an die Schutzscheibe stösst und diese zertrümmert.
 
Stoneage

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Das gute Stück ist unterdessen gekommen. Es scheint in einem guten Zustand zu sein, lediglich der Fokus-Ring geht auf die eine Seite etwas strenger als es mir lieb wäre.
Gibt es da irgend einen "Life-Hack"? Auseinandernehmen ist keine Option, ich habe zwei linke Hände :D
 
oz75

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Und schön mit Butter einreiben. :D

Jux beiseite: Die Hitzekur reduziert zeitweilig die Viskosität des "Ranzfetts" :D, so dass es wieder an Orte gelangt, welche ggf. trocken gelegt wurden.

Klaus geht noch einen Schritt weiter und veredelt das Ranzfett noch mit ein paar Tropfen Caramba / WD40, welches er über den Rand des Verstellrings vorsichtig einflößt. :D

Ich würde es aber erst einmal mit Methode 1 versuchen.


Gruß und fröhliches Backen - ist ja eh' wieder die Zeit...
Oz
 
Stoneage

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Die Hitzekur reduziert zeitweilig die Viskosität des "Ranzfetts" :D, so dass es wieder an Orte gelangt, welche ggf. trocken gelegt wurden.
Es hat tatsächlich funktioniert. :daumen:
Dafür hat sich ein zweites Problem bemerkbar gemacht: Das Objektiv scheint nicht ganz bis unendlich fokussieren zu können. Dies ist bei 2 verschiedenen M42 Canon Adaptern sowie dem Sigma Adapter so. Kann es sein, dass die alle "zu dick" sind?
Für Landschaft (unendlich) habe ich das Objektiv eh nicht gekauft, ist also zu verschmerzen, trotzdem...

Hier eine erste kleine Spielerei:

tim.jpg
 
oz75

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:D

Dafür hat sich ein zweites Problem bemerkbar gemacht: Das Objektiv scheint nicht ganz bis unendlich fokussieren zu können.
Der nervigste Fehler überhaupt. Ist die Auflagefläche sauber? Ansonsten müsste man etwas von der Auflagefläche "herunterdremeln" o.ä.

Sieht sehr gut aus! :daumen:

Gruß,
Oz
 
Bibergeorges

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Hi
Stösst das Glas schon vor der Unendlichposition gegen die Schutzscheibe?
Ansonsten M42-PK Adapter.
Der ist dünner und hat seitlich etwas Spiel. Damit kannst Du über Unendlich hinaus fokussieren. (Notlösung)
 
Stoneage

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Das Objektiv sieht aus wie neu. Kein Schmutz oder Unebenheiten.
Es stösst bei unendlich auch nicht ans Glas, lässt sich problemlos bis ans "Ende/Unendlich Zeichen" drehen. Trotzdem würde ich sagen ist bei der SD1 so bei 5-6 Metern Schluss, bei der der Canon etwas weiter. Auf F8-F11 abgeblendet könnte das unter Umständen reichen für "alles Scharf". Ich denke aber nicht, dass dies so sein sollte. Die Hauswand gegenüber meiner Quartierstrasse kann ich definitiv nicht scharf stellen im Sucher.
 
Klaus-R

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Hallo zusammen,

1) schwergängiger Meterring .....

Meiner Erfahrung nach reicht "Aufbacken" ohne Kriechöl nicht wirklich. Der Meterring läuft zwar zunächst leicht, wenn die Optik dann aber wieder kalt ist, ist wieder "Bremsen" angesagt. Einge wenige Tröpfchen Kriechöl helfen da wirklich! Meterring betätigen, solange noch warm und so das Kriechöl in das Ranzfett einarbeiten.... die 60 Grad empfehle ich tatsächlich auch ... nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Keine Ahnung, was die da in der Zone für ein Mistfett verwendet haben! Sowas gibt's wirklich nur bei DDR-Objektiven. Ich habe nix gleichaltes aus Japan, mit solchen Problemen.

2) Auflagemaß Ungenauigkeiten sind leider auch ein typisches DDR-Optik-Problem.:eek:
Ich habe gerade ein 30er Meyer-Görlitz diesbezüglich korrigieren müssen.
Dazu hilft ein Dremel mit einer Flachtrennscheibe. Das Objektiv muss (wegen der Späne) dazu von einem Helfer mit einem Lappen gut abgedeckt werden. Dann die Auflagefläche um Bruchteile eines Millimeters zurückschleifen. Das Meyer lässt sich jetzt ca. eine 1/4 Umdrehung weiter einschrauben und geht jetzt knapp über unendlich, wie das soll. Jetzt sthet auch die Skale fast genau senkrecht oben.
Das Meyer ist eine gute Optik ... jetzt jedenfalls ...;)

Grüße

Klaus
 
Stoneage

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Hallo Klaus

Danke für die zusätzlichen Infos.
Da mich das Objektiv nicht viel gekostet hat, bin ich durchaus bereit, etwas daran "rumzubasteln".
Du hattest recht mit dem Fokus-Ring, er geht nun, wo alles kalt ist wieder sehr schwergängig.

Hier ein Foto von dem Teil:

IMG_9495.jpg

Muss das WD40 in A oder B rein?

Bezüglich Auflagemaß: Dieser leichte Überstand C lässt mich das Objektiv nicht sauber bis as Ende in den M42 Adapter eindrehen.
Du würdest diesen abschleifen?

Danke und sorry für die Anfängerfragen :ups:




Hallo zusammen,

1) schwergängiger Meterring .....

Meiner Erfahrung nach reicht "Aufbacken" ohne Kriechöl nicht wirklich. Der Meterring läuft zwar zunächst leicht, wenn die Optik dann aber wieder kalt ist, ist wieder "Bremsen" angesagt. Einge wenige Tröpfchen Kriechöl helfen da wirklich! Meterring betätigen, solange noch warm und so das Kriechöl in das Ranzfett einarbeiten.... die 60 Grad empfehle ich tatsächlich auch ... nicht mehr, aber auch nicht weniger.

2) Auflagemaß Ungenauigkeiten sind leider auch ein typisches DDR-Optik-Problem.:eek:
...die Auflagefläche um Bruchteile eines Millimeters zurückschleifen.
 
Klaus-R

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Das Kriechöl (muss wirklich kein WD 40 sein) an der Stelle A anwenden (hat zumindest bei meinem Tessar so geklappt) und den Auflagering tatsächlich an der Stelle C mit einer Dremeltrennscheibe MINIMAL zurückschleifen.

Von einem Helfer das Objektiv festhalten lassen! Nicht bearbeitete Teile des Objektivs mit einem Lappen schützen. Schutzbrille tragen!!

Die abgeschliffenen Stellen können (wenn's schöner aussehen soll) mit einem schwarzen Edding "lackiert werden" Natürlich keinen Kameralack verwenden, der zerbröselt sonst bein Festschrauben und die Krümel könnten die Kamera beschädigen.

Grüße

Klaus
 
Klaus-R

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@Stoneage: Bei ner APS-C Kamera dürfte es eigentlich nie Probleme mit in Unendlichstellung zu weit herausstehenden Rücklinsen geben. Bei diesen Kameras ist der Spiegel kurz genug, um vorbeizupassen.
Überhaupt scheint die Canon 5D die einzige Kamera zu sein, bei der es Probleme dieser Art gibt.
(...)
Grundsätzlich gilt das genannte Problem für alle Kleinbild Modelle von CANON. Das liegt ganz einfach daran, dass ein kürzerer Spiegel ansonsten bei Teleobjektiven zu einer Abschattung am oberen Sucherrand führen würde. Genau das kenne ich z.B. noch von meinen Prakticas, die einen kürzeren Spiegel hatten, um eben diese diversen DDR-M42er zu ermöglichen, die an CANON nun Probleme machen. Ab 200mm Brennweite war da der obere Sucherrand abgedunkelt.

Wenn man's ganz genau nimmt, dann darf man auch nicht behaupten, dass alle CANON APS-C Kameras diesbezüglich problemlos sind. Problemlos sind nur die CANONs mit EFs Bajonett. Die ganz alten APS-C Modelle mit EF Bajonett D30, D60 10D sind "gefährlich".;)

Die Modelle mit EFs Bajonett (ab 300D bzw 20D) haben keine kürzeren Spiegel, sondern eine ganz andere Spiegelführung! Beim Hochklappen wird der Spiegel nicht mehr um seinen festen Drehpunkt geklappt, sondern beim Hochklappen gleichzeitig zurückgezogen .... deshalb sind sie unkritisch.;) Leider finde ich den diesbezüglichen Artikel nicht mehr ... aber so wurden CANONs eigene EFs Objektive technisch ermöglicht, die eben auch sehr weit nach hinten überstehen und mit den genannten Problemkameras kollidieren würden.
Aus diesem Grunde wurde ja das EFs Bajonett notwendig ... eben damit solche Objektive nicht an Kameras angesetzt werden können, die keinen Spiegelrückzug haben.

Grüße

Klaus
 
Klaus-R

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... hab's gefunden:

Außerdem dürfen sie mit ihrer Rücklinse weiter in das Kameragehäuse hinein ragen. Dies ist deswegen möglich, weil die Kameras für das APS-C-Format gegenüber den Vollformatkameras einen kleineren Spiegel besitzen, der auch nur einen kleineren Abstand von der Sensorebene benötigt. Um diese Distanz weiter zu verkürzen, wird der Spiegel beim EF-S-Bajonett auf einer exzentrischen Bahn hochgeklappt. Die näher an den Sensor herangerückte Rücklinse bietet Vorteile bei der Konstruktion von Weitwinkelobjektiven. Canon-Objektive für das APS-C-Format weisen grundsätzlich den EF-S-Anschluss auf, auch wenn sie vom geringeren Abstand keinen Gebrauch machen.
Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/EF-Bajonett

Grüße

Klaus
 
oz75

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Jou.

Ein wirklich tolles Video zum Tessar (auch wenn es das Zebra zeigt, ist es konzeptionell mit der Stoneage-Linse vergleichbar).

https://www.youtube.com/watch?v=n5GMEHeDwn8

Dort sieht man wo das Kriechöl hinfließen muss...

@Stoneage: Sollten die Linsen nicht ganz sauber sein oder die Blende kleben, so ist das Video bis Minute 8 interessant (danach wird es etwas freakig...:D).

Zur Blendenreinigung (falls irgendwann mal erforderlich): Bremsenreiniger auf Q-Tip. Um Längen besser als Isopropyl. Sind die Linsen raus, so kann man auch vorsichtig durchspülen (vorsichtig ansprühen). Bis zum ablüften sind die Lamellen klebrig (während Ablüftung vorsichtig betätigen). Danach sind die Teile funktionell wie neu. Kommt Bremsenreiniger ins Spiel, sind Handschuhe empfehlenswert, da das Zeug wirklich alles entfettet.

Gruß,
Oz
 
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Stoneage

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Danke Euch. Ein Super Video.

Ich habe die Prozedur Backofen-Kriechöl gestern Abend gemacht, aber leider hat es nichts oder fast nichts gebracht. Im warmen Zustand scheint alles schön leichtgängig zu drehen, aber im kalten harzt es wieder in der einen Richtung.
Aber mit den zusätzlichen Infos und dem Video bin ich zumindest theoretisch gut gerüstet für weitere Operationen :D
 
Stoneage

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Kleines Update: Nach dem Entfernen der Objektiv-Front habe ich das Fokusgewinde gereinigt und neu eingefettet. Nun läuft es weich, wie es soll.

Bezüglich Unendlich Fokus bin ich noch nicht sicher, ob ich das Objektiv wirklich anschleifen will oder nicht doch lieber nur einen der billigen M42 Adapter etwas abschleife.

Leicht OT: Mein zweites M42 Objektiv (Isconar 135/4) ist ebenfalls eingetroffen und macht Freude. Selbst auf F8 abgeblendet erhält man noch ein sehr schönes Bokeh, dank 15 Blendenlamellen. So hatte ich mir das auch vorgestellt.

Hier ein Beispiel an der Canon 6D:
IMG_9497.jpg
 

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