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Neues Datenschutzgesetz ab dem 25.05.2018

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Alt 26.04.2018, 20:24   #1
dj69
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Standard Neues Datenschutzgesetz ab dem 25.05.2018

Ich stoße hier mal ein sicherlich unangenehmes Thema an.
Das neue Datenschutzgesetz kommt, na ja, eigentlich ist es schon da, es tritt am 24.05.2018 in Kraft.

Wenn man das so liest was da steht, und wenn man dann überlegt bzw. liest das das gute alte KUG mit dem neuen DSGVO komplett ausgehebelt wird, wird mir schon ein wenig schwummerich.

Hier mal der Link zu einer erläuternden Seite.

Wie haltet Ihr es damit? Das neue Gesetz verbietet nun nicht nur die Veröffentlichung von Fotos mit Personen darauf sondern auch die Aufnahme und Speicherung als solche da es sich um Personenbezogene Daten handelt die nicht ohne besonderen Grund erhoben werden dürfen.
Wenn ich das richtig verstehe.

Hier ein weiterer Link mit einem interessanten Zwischenfazit.
Zitat:
...Fotografieren, Speichern, Vermarkten und Veröffentlichen von Fotos stellen eine dem Datenschutzrecht unterliegende Verarbeitung personenbezogener Daten dar. (Update: diese Auffassung hat inzwischen auch ausdrücklich die EU-Kommission auf Anfrage eines Fotografen bestätigt) ...]
Was haltet ihr von dieser Sache?
dj69 ist offline  
Alt 26.04.2018, 20:24   #1
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Hast du schon mal in Fotos nach Rezept nachgelesen?
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem ;-).
dj69 ist offline  
Alt 26.04.2018, 21:41   #2
dj69
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Ich habe mich ein wenig weiter mit der Materie beschäftigt und auch etwas beruhigendes gefunden.
Im Teil 3 dieser Serie (KLICK) ist die Rede von einer sog Haushaltsausnahme, die ist dann, wenn Zitat

Zitat:
Das Datenschutzrecht ist jedoch nicht anwendbar, soweit die Datenverarbeitung durch natürliche Personen ausschließlich für persönliche oder familiäre Zwecke erfolgt, Art. 2 Abs. 2c DSGVO (sog. Haushaltsausnahme). Dann gilt weiterhin das KUG.
Unser Hobby wird langsam kompliziert...

Mir drängt sich die Frage auf wie das dann hier im Forum ist, mit den eingestellten Bildern, den ganzen Beiträgen und so weiter.

Grüße vom grübelnden Dirk
dj69 ist offline  
Alt 26.04.2018, 23:10   #3
GD7
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Mich beunruhigt das auch, aber eher aus dem Grund, was könnte denn bald passieren, das man unter keinen Umständen von privaten Leuten, fotografiert und veröffentlicht haben möchte.
Ich denke da an Unruhen aller Art im Land, wo dann private Aufnahmen mit Medienpropaganda nicht konform gehen könnten.
So dass die Bilder aus der Tagsschau was anders vermitteln als die Bilder von Hinz und Kunz, die auch vor Ort waren.
GD7 ist offline  
Alt 27.04.2018, 17:09   #4
Robert
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Die Schlussfolgerung, dass das private Fotografieren in der Öffentlichkeit oder z.B. auch Hochzeitsfotografie künftig nicht mehr möglich sein soll, scheint mir ein Missverständnis zu sein.

Hierzu zwei Zitate aus der Datenschutzgrundverordnung:

"... Die Verarbeitung von Lichtbildern sollte nicht grundsätzlich als Verarbeitung besonderer Kategorien von personenbezogenen Daten angesehen werden, da Lichtbilder nur dann von der Definition des Begriffs „biometrische Daten“ erfasst werden, wenn sie mit speziellen technischen Mitteln verarbeitet werden, die die eindeutige Identifizierung oder Authentifizierung einer natürlichen Person ermöglichen. ..." (Erwägungsgrund 51, Fassung vom 27.04.2016)

"... Auf jeden Fall wäre das Bestehen eines berechtigten Interesses besonders sorgfältig abzuwägen, wobei auch zu prüfen ist, ob eine betroffene Person zum Zeitpunkt der Erhebung der personenbezogenen Daten und angesichts der Umstände, unter denen sie erfolgt, vernünftigerweise absehen kann, dass möglicherweise eine Verarbeitung für diesen Zweck erfolgen wird. ..." (Erwägungsgrund 47, Fassung vom 27.04.2016)

Ich verstehe das so, dass Bilder sehr wohl gemacht und unter den bisher üblichen Vorbehalten auch veröffentlicht werden dürfen, da sie nicht zur Personenidentifikation speziell technisch weiterverarbeitet werden: erst die würde dann eine von der Datenschutzgrundverordnung umfasste Datenverarbeitung darstellen.

Auch in Bezug auf die Abwägung der Interessenlage scheint mir nachvollziehbar zu sein, dass einem Gast beispielsweise einer Hochzeit oder eines Konzerts durchaus bewusst sein muss, dass er dort mit hoher Wahrscheinlichkeit fotografiert werden und in Folge auch namentlich genannt z.B. in den sozialen Medien auftauchen kann.
Robert ist offline  
Alt 29.04.2018, 08:18   #5
undine11
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Standard Gesetzesänderungen zum Thema fotografieren

https://www.ipcl-rieck.com/allgemein...otografen.html
Wie geht Ihr mit der neuen Rechtslage um?
Wie kann ich auf nem Mittelalterfest noch Fotos machen(für mich privat) wenn ich keinesfalls die Einwilligungen aller mitwirkenden einholen kann?
Ich will auf nem Volksfest die Schiffsparde fotografieren...
Wie soll das aufgehen?
undine11 ist offline  
Alt 29.04.2018, 09:39   #6
undine11
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Wie Robert das erklärt war nach der alten Gesetzlage,
Öffentliche Plätze,und man muß damit rechnen mit drauf zu sein.
Jetzt diskutiert man darüber,das Veranstalter darüber informieren müssen-was mit den Bildern geschieht.
Sportfotografie wird sich bis auf Weiteres ab dem 25.05.2018 die Einwilligung zufällig oder absichtlich abgelichteter Zuschauer eines Sport-Events einholen müssen. Für teilnehmende Sportler eines öffentlichen Sport-Events wird eine Einwilligung insbesondere bei Einladung von Medien anzunehmen sein. Ob z. B. Aushänge von Sportvereinen, die auf Fotografie u.ä. hinweisen, das Hausrecht so regeln, das eine Einwilligung der Zuschauer angenommen werden darf, ist ungeklärt.
Vergleichbares gilt für Konzertfotografie und Eventfotografie
Street Photography kann unter den Erlaubnistatbestand für Kunst fallen. Es wird aber damit zu rechnen sein, dass vor Gericht stets Einzelfallentscheidungen gefällt werden. Eine Verwertung der Aufnahmen z. B. für Werbung dürfte grundsätzlich ausgeschlossen sein. Auch werden Abgebildete, wie bisher unter dem KUG, schwerwiegendere Persönlichkeitsrechte in die Waagschale werfen können, die durch Veröffentlichung von Street Photography ohne Einwilligung verletzt werden könnten.
Während Hochzeitsfotografie sich gegenüber dem Hochzeitspaar auf ihre vertragliche Vereinbarung wird berufen können, wird diese nicht automatisch auch für Hochzeitsgäste gelten. Hochzeitsfotografen werden also gut beraten sein, entweder mit dem Hochzeitspaar zusammen Einwilligungen aller Gäste einzuholen oder aber sich durch das Hochzeitspaar von jeglichen Ansprüchen der Hochzeitsgäste freistellen zu lassen. Letzteres wird sie aber allenfalls vor Schadensersatzansprüchen schützen können, nicht z. B. vor Auskunfts- & Löschungsansprüchen.
undine11 ist offline  
Alt 29.04.2018, 21:43   #7
Robert
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Zitat:
Zitat von undine11 Beitrag anzeigen
Wie Robert das erklärt war nach der alten Gesetzlage, ...
Die Zitate oben stammen aus der "neuen" Datenschutzgrundverordnung.
Robert ist offline  
Alt 01.05.2018, 05:23   #8
undine11
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Das heißt also,beim Mittelalterfest kann ich problemlos knipsen?
undine11 ist offline  
Alt 02.05.2018, 15:08   #9
Raybin
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Joa...dann willste auf dem Bahnhof mitten in der Pampa ein Abschiedsfoto ( mit dem Handy!!!!) von der besten Freundin machen weil sie demnächst für Monate nach Japan geht und was passiert?
Du wirst von hinten angepflaumt dass man dafür ab sofort eine Genehmigung! braucht.
Ähmmm....Leute, ich denke das grösste Problem wird nicht das neue Gesetz sein sondern die Massen von Menschen die nur ein Halbwissen haben und deswegen Stress machen.
Ich für meinen Teil hab mir meins gedacht, dem freundlichen Herrn hinter mir in Gedanken so einige schöne Worte gesagt, das Handy weggesteckt und gut is.
Wenn das jetzt schon in "Großstädten" wie Wittlich mit ganzen 5 Figuren auf dem Bahnsteig passiert male ich mir lieber nicht aus wie das wohl vor der Porta Nigra, dem Bundestag oder dem Eiffelturm zugehen wird.
Jedenfalls werde ich meine Konsequenzen daraus ziehen.
Gruss
Ray
 
Alt 02.05.2018, 15:23   #10
Harald
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Mir scheint, ich sollte künftig einen größeren Bogen um Wittlich machen...
Harald ist offline  
Alt 02.05.2018, 20:25   #11
oz75
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Zitat:
Zitat von undine11 Beitrag anzeigen
Das heißt also,beim Mittelalterfest kann ich problemlos knipsen?

Sieh das hier Geschriebene nicht als eine Rechtsberatung an, auf die Du Dich rechtswirksam berufen kannst.

Wir sind hier Laien, die versuchen, die Dinge bestmöglich aufzuschlüsseln. Die DSGVO kommt und der Gesetzgeber hat versäumt, die hiesigen Szenarien durchzudefinieren (bzw. mit gegebenem Recht zu vereinbaren).

Das lässt auch uns Mods etwas grübeln.

---

Nachfolgend mein persönliches, aktuelles Verständnis der Sache - ohne Gewähr:

Für Privatleute, die für persönliche Zwecke fotografieren: Siehe Art. 2, 2 c DSGVO:

https://dsgvo-gesetz.de/art-2-dsgvo/

Dort steht:
"Diese Verordnung findet keine Anwendung auf die Verarbeitung personenbezogener Daten durch natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten."

D.h.: Die Aufnahme (als personenbezogene Datenverarbeitung) für die rein persönliche Verwendung ist nicht Gegenstand der DSGVO.
Was nicht heißt, dass für den persönlichen Gebrauch alles erlaubt ist - denn Menschen haben Persönlichkeitsrechte. Logisch, oder?

Interessant wird es grundsätzlich, wenn eine natürliche Person z.B. ein gemachtes Bild veröffentlicht, bzw. zu veröffentlichen beabsichtigt.

Grundsätzlich gilt: Das Recht am Bild gibt es nicht erst seit der DSGVO.

Siehe hierzu u.a. auch §22 KUG: https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__22.html

Und strenge Sanktionsmöglichkeiten existieren auch seit langem, siehe §33 KUG (https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__33.html).

Wer als HobbyfotografIn respektvoll und umsichtig handelt(e), fuhr immer und fährt weiterhin gut.

---

Für ein Mittelalterfest, als konkretes Beispiel - so wie ich persönlich es verstehe:

Fotografiert man den großen Mittelalterplatz als Gesamtansicht, so stellen die Menschen darauf (nach alter Sicht) "Beiwerk" dar. Selbiges gilt für ein Sportstadion. Auch nach DSGVO: Es ist hypothetisch, zu erwarten, dass von all diesen Menschen eine Einverständniserklärung vor Aufnahme -auch im Hinblick auf eine Veröffentlichung- eingefordert werden könnte. Es ist einfach nicht praktikabel - selbst bei bestem Willen.

Anders sieht es aus, wenn man z.B. auf dem Markt, Menschen/Darsteller gezielter heraussucht bzw. Leute in einer Übersichtsaufnahme sehr deutlich im Vordergrund stehen. Es versteht sich von selbst, dass hier vorab eine Klärung des Einverständnisses der abgebildeten Person erfolgen muss. D.h. u.a. die Klärung, ob fotografiert werden darf und -in dem Zusammenhang auch- was damit gemacht wird!

Nochmal zum Beiwerk:
Anders als bei der bisherigen Beiwerksregelung (§ 23 KUG https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__23.html) hat die DSGVO nunmehr grundsätzlich Vorrang.

Das heißt konkret, dass sich der Fotograf nicht mehr (wie bisher) auf Beiwerk (bei einer Übersichtsaufnahme) berufen darf, um z.B. ein veröffentlichtes Bild aufrechtzuerhalten.

Wünscht jemand, der sich auf dem Bild (z.B auch als Beiwerk in einem Pulk von 40000 Stadionzuschauern) wiedererkennt, eine Löschung, so hat diese auch stattzufinden. Jederzeit und ohne Angabe von Gründen.

Für uns hier im Forum, war und ist dies -seit ehedem- eine Selbstverständlichkeit. Also nichts Neues.

---

Im Prinzip ist die DSGVO mit sinnvoller Intention verfasst.

Kontrolle über Big Data, "Soziale" Netzwerke und sonstigen Datenkraken mit Gesichtserkennungsfunktion tut Not.
Auch ist es eine klare Ansage an alle, die meinen, z.B. mit dem Smartphone alles und jeden insbesondere den sozialen Medien, ungefragt, uneingeschränkt und mit sonstigen Informationen zum Fraß vorwerfen zu können.

Für Gewerbetreibende wird es teils komplizierter. Dies ist jedoch nicht Gegenstand unseres Hobbyforums.

Auf Webseitenbetreiber kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit Informationspflichten, d.h. Aufklärung via Datenschutzbestimmung, etc. zu...

Hierzu stehen wir (die Moderation) mit unserem Admin und Seitenbetreiber in Kontakt.

Gruß - und keine Panik,
Oz

P.S.: Die von Robert zitierten Erwägungsgründe sind sehr gut. Denn nach den Erwägungsgründen (die Grundintentionen für die Verordnung) wird dann auch rechtlich gewichtet.

P.P.S.:
Grundsätzlich: Bloggetratsche o.ä. würde ich mit Vorsicht werten. Ebenso wäre ich skeptisch, wenn Sozietäten mit reißerischer Rhetorik Stimmung machen und dann ihre "Beraterdienste" anbieten.

Seriöse Quellen (meines Erachtens!):

http://www.moenikes.de/ITC/2018/03/02/dsgvo-pr-und-oeffentlichkeitsarbeit-gesetzgeber-sollte-probleme-der-praxis-ernst-nehmen/

und

http://nordbild.com/personenfotos-dsgvo-und-kug/

Dort wird das Szenario KUG versus DSGVO formell durchgespielt (siehe pdf-Download der 6 Beispielfälle) und -für privat- streng ausgelegt, wenn "veröffentlicht" wird.
Ich bleibe dabei: Fotografiert jemand ein Stadion mit 40000 Zuschauern, ist die Vorgehensweise der Einholung einer formfreien Einwilligung zur Veröffentlichung nicht praktikabel.

Geändert von oz75 (11.05.2018 um 19:47 Uhr) Grund: RSK
oz75 ist offline  
Alt 02.05.2018, 20:38   #12
rico2007
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Muss man sich jetzt nen Kopf machen wenn die Tochter ... der Sohn mit dem Handy xyz und Kunz ... ich war hier auf Facebook posten ??? Ein Foto in der U-bahn oder in der Schule und schon hat man nen Strafprozess als Eltern am Hals. Heute hat jedes Handy ne Kamera und man kann Fotos damit machen ... da sind solche Gesetzte echt Banane . Ab der 4. Klasse wird man als Eltern schon dazu gezwungen den Kindern ein Handy zu geben. Ab der 5. Klasse muss dann jeder ein Tablett haben. Wer soll das bezahlen wenn die Kids dann Bilder machen .
rico2007 ist offline  
Alt 02.05.2018, 20:56   #13
oz75
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Zitat:
Zitat von rico2007 Beitrag anzeigen
Muss man sich jetzt nen Kopf machen wenn die Tochter ... der Sohn mit dem Handy xyz und Kunz ... ich war hier auf Facebook posten ???
Wenn alle einverstanden mit dem Bild waren, nein.

Wenn der Sohn aber auf der Party den besoffenen Kumpel im Erbrochenen ungefragt knipst und irgendwo reinstellt, ganz klar JA. Dann sollte man sich einen Kopf machen.

Das Wichtigste: Erkennt sich jemand auf Bildern wieder und wünscht eine Löschung, so hat diese auch stattzufinden. Auch wenn der Teen da quer im Stall steht. Stichwort Erziehungsberechtigter.

Zitat:
Zitat von rico2007 Beitrag anzeigen
Ein Foto in der U-bahn oder in der Schule und schon hat man nen Strafprozess als Eltern am Hals.
Nein, s.o.

Aber man hat als Eltern die Pflicht den Kindern klarzumachen, dass andere Menschen kein Smartphone-Freiwild für die eigene Chronik-Leiste oder den neuesten Tweet sind.

Hauptfokus der DSGVO sind aber vor allem die Datenkraken, die solche Bilder (etc...) u.a. biometrisch verarbeiten, die EXIFs mit den GPS-Koordinaten auslesen, verarbeiten, Menschen "profilen" und ihre Daten verwerten.
oz75 ist offline  
Alt 03.05.2018, 17:16   #14
dj69
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Danke für eure Meinungen und euer Fachwissen hier an dieser Stelle.
Ich denke mal ich habe mich da auch etwas verrückt machen lassen, vor allem habe ich die Abmahnfallen schon gesehen...
Man wird sehen, welche Stilblüten das neue Gesetz so treibt.

HIER habe ich eine recht lesenswerte Seite zu dem Thema gefunden.

Die Diskussion zum Thema DSGVO führt aber auch dazu, sich mal wieder mit dem auseinanderzusetzen, was man Darf und was man besser nicht machen sollte. Auch nach der alten Gesetzeslage gab es ja schon das Eine oder Andere zu beachten.

Und eine Sache, bzw. eher eine Begriffsdefinition, sorgt auch für Unwohlsein. Nämlich das Fotografieren und anschließendes Bilderverarbeiten eine Verarbeitung personenbezogener Daten darstellt.
Ist ungewohnt, stimmt aber tatsächlich...

Hat man sich mit der neuen Begrifflichkeit und deren Bedeutung ein wenig arrangiert, ist es nicht mehr so "unheimlich"...
dj69 ist offline  
Alt 03.05.2018, 18:41   #15
kemot
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bei street heißt dann: solange belichten, bis die Menschen verschwinden
kemot ist offline  
Alt 03.05.2018, 20:34   #16
oz75
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Zitat:
Zitat von kemot Beitrag anzeigen
bei street heißt dann: solange belichten, bis die Menschen verschwinden
"Dann"? Nein, nicht wirklich, sondern eher "seit ehedem", denn

§ 22 KUG https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__22.html
§ 33 KUG https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__33.html

und

§ 201a StGB https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__201a.html
§ 74a StGB https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__74a.html

gibt es schon länger.

Zitat:
Zitat von dj69 Beitrag anzeigen
Danke für eure Meinungen und euer Fachwissen hier an dieser Stelle.
Danke, dass Du dieses interessante, wenn auch nicht durchweg erfreuliche Thema hier angesprochen hast.

Zitat:
Zitat von dj69 Beitrag anzeigen
Die Diskussion zum Thema DSGVO führt aber auch dazu, sich mal wieder mit dem auseinanderzusetzen, was man Darf und was man besser nicht machen sollte. Auch nach der alten Gesetzeslage gab es ja schon das Eine oder Andere zu beachten.
...zumal ein Verbotsirrtum nur dann straffrei bleibt, wenn es dem "Vergeher" nicht möglich war, den Irrtum zu vermeiden (§ 17 StGB).
Es ist aber so, dass sich halt sehrwohl jeder vorher schlaumachem kann, ob er bei Personen unbedacht und uneingeschränkt draufhalten darf.

Zitat:
Zitat von dj69 Beitrag anzeigen
Und eine Sache, bzw. eher eine Begriffsdefinition, sorgt auch für Unwohlsein. Nämlich das Fotografieren und anschließendes Bilderverarbeiten eine Verarbeitung personenbezogener Daten darstellt.
Ist ungewohnt, stimmt aber tatsächlich...

Hat man sich mit der neuen Begrifflichkeit und deren Bedeutung ein wenig arrangiert, ist es nicht mehr so "unheimlich"...
Was ich persönlich inständig hoffe, ist, dass sich insbesondere unsere Forenteilnehmer nicht verrückt machen lassen oder gar den Spaß am Hobby verlieren. In der Praxis wird vieles weit weniger heiß gegessen als es gekocht wird, denke ich.

Gruß,
Oz
oz75 ist offline  
Alt 03.05.2018, 20:58   #17
Klaus-R
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Ich photographiere mich einfach selber und veröffentliche mich wann, wie und wo ich will .... dann kann wirklich gar nix passieren!

ICH_1.jpg

Naja .. ist jetzt kein "Selfie" (das Wort gab's vor 50 Jahren irgendwie noch nicht) aber wenn, dann kriegt jetzt meine Mutter einen dran', denn die hat das Photo (höchstwahrscheinlich) damals gemacht.

Ach war das alles noch einfach, als es noch kein Internetz gab und nicht jeder Kleingeist (ich meine mich!) alles veröffentlichen konnte.

Grüße

Klaus

P.S. Das Photo rauscht nicht! Das ist Filmkorn eines damals noch ziemlich teuren Farbfilms (wahrscheinlich Agfa-Color).
Klaus-R ist offline  
Alt 03.05.2018, 21:48   #18
Klaus-R
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Blinzeln Noch 'ne Idee ....

Naja ... für alle Portrait Photographen habe ich da auch noch was ....

Bild - 3.jpg

Völlig ungefährlich! Noch hat sie kein Persönlichkeitsrecht ... kann aber noch kommen! Nichts ist unmöglich!

Grüße und schöne Photos

Klaus
Klaus-R ist offline  
Alt 03.05.2018, 21:54   #19
Klaus-R
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... über ihren langen Hals hätte er sich gefreut ....

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josef_Strau%C3%9F

Gute Nacht, John-Boy! Gute Nacht, Mary-Ellen...

Take Germany EASY

https://www.youtube.com/watch?v=oeOWv88NtC0
Klaus-R ist offline  
Alt 03.05.2018, 22:20   #20
GD7
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Sollten sie bei uns auch so einen Vogel bekommen, in Sachen Gesetze zur Fotografie, dann werde ich mich wieder der Motorradfahrerei zuwenden, es juckt ohnehin schon seit geraumer Zeit, wieder in der Gas-Hand.
GD7 ist offline  
Alt 03.05.2018, 22:33   #21
Klaus-R
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Rotes Gesicht

Zitat:
Zitat von GD7 Beitrag anzeigen
Sollten sie bei uns auch so einen Vogel bekommen, in Sachen Gesetze zur Fotografie, dann werde ich mich wieder der Motorradfahrerei zuwenden, es juckt ohnehin schon seit geraumer Zeit, wieder in der Gas-Hand.
Du wirst mir immer sympathischer!

Ich fahre Yamaha XV 750 Virago und Kawasaki Zephyr 1100.... es lebe Stahl und Chrom und Luftkühlung!!

82f490bde2054633959cb1265698229d.jpg

Aber den Spaß an der Photographie lassen wir uns bitte trotzdem nicht verderben .....

Grüße und schöne Photos

Klaus


P.S. Mal im Ernst .... All diese Verschärfungen sind ja leider nur deshalb notwendig, weil zu viele Idioten ohne Rücksicht auf deren menschliche Motive handeln.

Man zeigt einfach keine Menschen so, wie sie mit Sicherheit nicht dargestellt werden wollen!!!! Wer sowas macht, schadet der Photographie erheblich und erzwingt so juristische Konsequenzen ... getragen von Leuten, die selber selten photographieren und leider nicht abschätzen können, dass sie so der Photographie als solcher leider erheblichen Schaden zufügen, weil sich "anständige" Photos leider nicht qua Algorithmus von unanstöndigen Photos unterscheiden lassen.

Ich hab' da leider auch keine Lösung für .... Führerschein für Kameras??? So wie Waffenschein für Waffen?!

Der Mensch macht soooo lange weiter, bis alles verboten werden muss, was nicht ausdrücklich erlaubt ist.

Kopfkratzende Grüße

Klaus
Klaus-R ist offline  
Alt 03.05.2018, 22:56   #22
GD7
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Hi Klaus, deine Kawa gefällt mir, ich hatte zuletzt eine Suzuki Bandit 1200 in Deutschland, übelst frisiert.
Begonnen hatte ich mit einer Benelli 500 Quattro, das war 1976, da war ich gerade 17 und wenn ich das Motorrad fahren wollte, habe ich mir immer eine Nummerntafel von den Kumpels aus der Kreidler RS-Szene ausgeliehen.
Danach Suzuki Katanas zwei Stück und anschließend viele Jahre Suzuki GSX-R 750
Auch eine Suzuki 1100 GSX-R von Robert Bosch, die wir schon ab 1985 für ABS-Bremssystem Entwicklung im Werk hatten, durfte ich immer über das Wochenende privat bewegen und auf der Teststrecke den Besuchern vorführen (mit Stützrädern).
Insgesamt waren es 30 Jahre auf recht strammen Bikes.

Hier in Australien ist das Geld mehr ins Haus geflossen, da hatte ich einen 250er Roller von Kymco um in die Stadt zu flitzen.
Wenn wir aber aus dem gröbsten heraus sind, werde ich mir sehr wahrscheinlich eine Afrika Twin holen, das Bike kann fast alles und dann will ich auch mal raus ins Outback.
GD7 ist offline  
Alt 03.05.2018, 23:27   #23
Klaus-R
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... hab' Dir 'ne PN geschrieben ....
Klaus-R ist offline  
Alt 04.05.2018, 08:03   #24
dj69
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Zitat:
Zitat von oz75 Beitrag anzeigen
Danke, dass Du dieses interessante, wenn auch nicht durchweg erfreuliche Thema hier angesprochen hast.

...

Was ich persönlich inständig hoffe, ist, dass sich insbesondere unsere Forenteilnehmer nicht verrückt machen lassen oder gar den Spaß am Hobby verlieren. In der Praxis wird vieles weit weniger heiß gegessen als es gekocht wird, denke ich.

Gruß,
Oz
Moin Oz, danke für deine Infos.
Ich hoffe auch das sich niemand jetzt vom Fotografieren abbringen lässt, zumal die Regelungen der DSGVO nur und ausschließlich für Fotos mit Personen drauf gelten und auch nicht den privaten Bereich betreffen.
Eine relevante Neuerung ist, das auch geschlossenen Verträge zur Veröffentlichung, also sowas wie Model-Release-Verträge, jetzt jederzeit widerrufen werden können und eine Löschung des Bildes verlangt werden kann. Und zwar ohne Angabe von Gründen.
dj69 ist offline  
Alt 13.05.2018, 09:19   #25
undine11
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Gestern in Prerow.
Fotoapperat in der Hand.
Ein Foto quer über die Sovenirpromenade geschossen.Ohne Fokus,einfach ohne zu zielen.
Menschen als Beiwerk sozusagen.
Geht mich doch eine Dame an.
Ob das denn erlaubt sei,und sie wolle sich nicht in Facebook wiederfinden-ne Frechheit sei das.
Ich hab die Unbeteiligte gespielt.....
10 m fiel mir ein...
Hätte sie doch so protestiert als die Kameras in Berlin/Hamburg/Köln und auf den Bahnhöfen installiert wurden.
Die Aufnahmen lassen sich mit Sicherheit den Personen zuordnen-mit Namen,Beruf und Familienstatus....
Warum fallen einen die Antworten immer so spät ein?
Ich mußte also großflächig grinsen....
Ein alter Herr ,auf einer Bank sitzend fragte mich warum ich so lustig sei...
Ich antwortete lächelnd:
In meinem Kopf ist viel los!
Manchmal bildet auch Facebook
(der Spruch ist nämlich nicht von mir!)
undine11 ist offline  
Alt 20.05.2018, 12:51   #26
Peter_M
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Die Verordnung sollen die Daten und vor allem die Datenverwendung des Bürgers sicherer und überschaubarer machen und das Gegenteil ist der Fall.
Der Abmahnsumpf wird wieder neue Druckerpatronen im Dutzend bestellen.
Wie ich heute gelesen habe wird schon das überreichen einer Visitenkarte als kritisch erkannt weil der Empfänger erklären müsste was er mit den Daten macht.


Lächerlich und grotesk ist das einzige dass mir dazu einfällt.
Wir müssen Kundendaten löschen bei denen wir keine Einverständniserklärung haben und die älter als 10 Jahre sind. Da gehen Daten ins Nirwana über deren Aufbewahrung sich Kunden bei uns eigentlich immer freuen. Eine deutlich fünfstellige Kundenzahl anschreiben und um Unterzeichnung der Datenschutzverordnung bitten... können/wollen wir uns nicht leisten.

Bis die Sache eine entsprechende Praxisrelevanz hat werde ich an meine Internetseite ein Schild kleben: Vorübergehend geschlossen.



Der Hinweis von OZ ist richtig das die Praxis es zeigen wird, die Praxis wird aber sein das viele Firmen und Privatpersonen Ärger mit Leuten bekommen werden die Serienbriefe drucken können.
Peter_M ist offline  
Alt 20.05.2018, 16:08   #27
Peter_M
Total verwirrt

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Ach ja, falls jemand glauben sollte ich übertreibe:
https://t3n.de/news/dsgvo-visitenkarten-1080318/


Erste amerikanische Firmen haben schon den Rückzug aus Europa wahr gemacht. Ist teilweise nicht so schlimm wenn es um Datensammler geht, schon schlimmer wenn es um Schulungsfirmen geht die den Aufwand nicht stemmen können oder wollen.
Peter_M ist offline  
Alt 20.05.2018, 16:30   #28
oz75
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Zitat:
Zitat von Peter_M Beitrag anzeigen
Ach ja, falls jemand glauben sollte ich übertreibe:
https://t3n.de/news/dsgvo-visitenkarten-1080318/
Ich verstehe Deinen Brass.

Ich habe es allerdings schon erlebt, dass meine Visitenkarten, auf der Messe überreicht, in Mailinglisten landen, die mich dann mit den neuesten Neuigkeiten des Herstellers versorgen, die ich -so- gar nicht wissen wollte.

Für den regulären Kunden-Lieferanten-Kontakt sehe ich aber keine Probleme. Sprich den intendierten Nutzungszweck.

Auch bei uns in der Firma drehen die Verantwortlichen Räder - ich hoffe, dass sich das alles weniger heiß ißt, als es zurzeit gekocht wird. Und dass die Abmahnmafia am kurzen Finger "verhungert wird“.

Fürs Forum ist erst recht Gelassenheit angesagt - alles Notwendige haben wir ja durchgekaut. Der Admin wird, soweit wir Mods wissen, noch eine Info an alle verfassen.

Gruß,
Oz

Geändert von oz75 (20.05.2018 um 21:18 Uhr) Grund: RSK
oz75 ist offline  
Alt 21.05.2018, 16:01   #29
Wolfrodo
badisch by nature

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Beiträge: 497
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Also wenn ich diesem Herrn hier Glauben schenke, ist das für uns Hobby-Fotografen halb so wild:
DSGVO - WOTTSEFACK
https://www.youtube.com/watch?v=bF_-SWyFT5Y

Ich bin da eigentlich noch ganz entspannt ...
Wolfrodo ist offline  
Alt 21.05.2018, 18:12   #30
Peter_M
Total verwirrt

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Beiträge: 2.887
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Als Privatmann finde ich das Datenschutzgesetz wirklich gut.

Ich kann zu jeder Firma bei der ich gekauft habe gehen und verlangen das sie mir die gespeicherten Daten geben, ohne Ausnahme.



Ob der Knabe tatsächlich Ahnung hat der das Video gemacht hat? Ist der Anwalt..... wenn nicht grenzt das an Rechtsberatung und ist abmahnfähig.
Ich glaube ich mache in einem Viertland noch einen Juristencrashkurs, kaufe viel Papier und eine serienbrieffähige Software mit Mahnstufenverwaltung.


In Venezuela sollte das in 1-2 Monaten gemacht sein.
Peter_M ist offline  
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