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Teleskop zum betrachten, später gerne auch zum fotografieren von Deep Sky

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Alt 28.01.2013, 14:22   #1
ruhrpottfotograf
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Standard Teleskop zum betrachten, später gerne auch zum fotografieren von Deep Sky

Hallo miteinander,

es ist viel Zeit vergangen, seit dem ich, zu letzt als Kind, durch ein Teleskop den Mond bewundert habe. Fast zwei Jahrzehnte später interessiere ich mich wie nie zuvor für Himmelskörper aller Art, vorwiegend für Nebel, Mond und sonstige Planten in der Nähe. Deshalb suche ich ein hochwertiges aber finanziell erschwingliches Teleskop, vorerst zum Betrachten dieser Orte. Wünschenswert wäre auf alle Fälle, wenn man an dem Teleskop später sogar eine Kamera (Nikon D3) adaptieren kann (was für einen Adaprer würde ich dann benötigen?) und recht hochwertige Ergebnisse erzielt (ich weiß, hierzu ist eine Menge KnowHow erforderlich). Mehr als 1000 Euro habe ich zunächst nicht geplant, auszugeben.

Da es hier sicher einige unter euch gibt, die sich viel mit dem Thema Astrofotografie beschäftigen, möchte ich einfach um Rat fragen. Vor lauter Informationen zum Thema verliert man nämlich schnell den Überblick. Auf die Schnelle bin ich auf das Meade ETX-125PE UHTC gestoßen. Wäre das in etwa das, was ich suche?

Ich bin für jeden Tipp und für sonstige Empfehlungen dankbar.
ruhrpottfotograf ist offline  
Alt 28.01.2013, 14:22   #1
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Hast du schon mal in Fotos nach Rezept nachgelesen?
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem ;-).
ruhrpottfotograf ist offline  
Alt 28.01.2013, 15:35   #2
Saturn
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Moin Moin!
Mit F15 reicht das Ding eher zur Betrachtung von Planeten, Mond und Sonne.
Darüber hinaus taugt es weniger, schon mal gar nicht für Deep Sky Fotografie.

Richte Dein Augenmerk auf die berühmte Russentonne,
mit guter Montierung! Kostet zwar etwas mehr,
entschädigt aber mit einer besseren Leistung.

Um richtig was zu veranstalten, finde ich ab 10" Durchmesser
schon "fast" zwingend, aber um mal bei Meade zu bleiben,
leider fängt der Spaß ab 5.000€ an und das ist dann erst eine Grundausstattung.
Damit hat man aber kein Reiseteleskope mehr, denn rund 50Kg wiegt der Spaß
und ist damit auch ein wenig "unhandlich", mit solch einem Trümmer zu reisen.

Gucke Dich mal auf dem Gebrauchtmarkt um,
z.B. bei http://astronomie.de
Überhaupt ist das Forum ganz interessant, mit sehr vielen Einsteigertipps!

Hier, im Bilderforum, gibt es meines Wissens nach nur zwei User,
die durch solche Rohre gucken: oz75 und meine Wenigkeit.

Hier mal ein älteres Foto von mir (mehr gibt es in der Art nicht )
was ich mit Trümmer meine:
Saturn ist offline  
Alt 28.01.2013, 15:52   #3
ruhrpottfotograf
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Oh, ein nettes Spielzeug hast du da

Diese Russentonne, damit kann ich auch Nebel fotografieren? Das ist mit Abstand das, was mich neben den üblichen Planeten am Meisten interessiert!
Mehr als 1000 Euro sind aber (leider) aus finanziellen, aber auch vom Versand her (Einsteiger) nicht drin.
ruhrpottfotograf ist offline  
Alt 28.01.2013, 16:16   #4
oz75
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Zitat:
Zitat von ruhrpottfotograf Beitrag anzeigen
Hallo miteinander,

es ist viel Zeit vergangen, seit dem ich, zu letzt als Kind, durch ein Teleskop den Mond bewundert habe. Fast zwei Jahrzehnte später interessiere ich mich wie nie zuvor für Himmelskörper aller Art, vorwiegend für Nebel, Mond und sonstige Planten in der Nähe. Deshalb suche ich ein hochwertiges aber finanziell erschwingliches Teleskop, vorerst zum Betrachten dieser Orte. Wünschenswert wäre auf alle Fälle, wenn man an dem Teleskop später sogar eine Kamera (Nikon D3) adaptieren kann (was für einen Adaprer würde ich dann benötigen?) und recht hochwertige Ergebnisse erzielt (ich weiß, hierzu ist eine Menge KnowHow erforderlich).
Das ist ein sehr komplexes Thema - eine Wissenschaft für sich.

Nur grob: Man muss da stringent zwischen Deep-Sky und Planeten/Mond unterscheiden. Die Anforderungen an die Systeme unterscheiden sich sehr.

Zitat:
Zitat von ruhrpottfotograf Beitrag anzeigen
Auf die Schnelle bin ich auf das Meade ETX-125PE UHTC gestoßen. Wäre das in etwa das, was ich suche?
Nein.

Ein sehr schönes System für visuelle Anwendungen bei Planeten Sonne und Mond, aber mit f/14 "langsam" (=lichtschwach). Kein sonderlich geeignetes System für Deep-Sky-Anwendungen, da sich die Belichtungszeiten extrem verlängern.

Zudem handelt es sich bei dem Set um eine Azimutalmontierung. D.h., dass bei längeren Belichtungszeiten mit einer Kamera das Problem der Bildfelddrehung auftritt.

Grundsätzlich stehst Du vor dem Problem aller Astrofotografieeinsteiger: Du möchtest gerne viel probieren, aber nicht viel ausgeben. Das führt mit 100%iger Sicherheit zu Problemen. Ich spreche da aus Erfahrung, weil ich z.B. mit meiner Montierung (NEQ3-Synscan) genau deshalb in der Sackgasse stecke.

Eine halbwegs vernünftige, parallaktische Montierung mit Nachführung (NEQ6) kostet in etwa schon 1000€. Qualitätsmontierungen übertreffen dies noch locker.

Alles in allem ist es eine Materialschlacht, die neben hoher Frustrationsresistenz auch einen hohen finanziellen Aufwand mit sich bringt.

Günstiger kann man es halten, wenn man sich auf das Sonnensystem beschränkt. Nur, wer möchte schon gerne die Deep-Sky-Anwendungen (Galaxien/Nebel) a priori ausschließen? Gerade diese sind äußerst reizvoll, bedürfen jedoch langer Belichtungszeiten - und damit einer sehr präzisen Nachführung.

Hier mal eine grobe Richtschnur, was für ein Materialbedarf sich ergibt:
  • Parallaktische (GOTO-)Montierung mit reichlich Reserven, um die Schwingungsabfälligkeit des Gesamtsystems (Teleskop, Leitrohr, Kameras...WIND) zu mindern.
  • Teleskop, z.B. Newton mit Fotoauszug (mit dem man in den Fokus kommt) - einer der kleineren Kostenpunkte, wie ich finde.
  • Leitrohr bzw. Off-Axis-Guider
  • Guiding-Kamera mit Notebook+Software bzw. Autoguider
  • Eventuell ein DSLR-Umbau, wenn man die H-Alpha-Empfindlichkeit der DSLR erhöhen möchte.
  • Adaptionsequipment, um die Kamera am Okularauszug zu befestigen
  • Bei Mobileinsätzen außerhalb lichtverschmutzter Gebiete eine autonome Stromversorgung (Powertank). Entfällt bei Balkoneinsatz. Da braucht man dann ein geeignetes, spannungsstabiles Netzteil.
  • Okulare
Ich hab' sicher noch einige Dinge vergessen...


Zur Russentonne:
Es gibt verschiedene:
  • Rubinare, z.B. das 1000mm/f/10. Recht scharf, aber flau, da mit vielen Linsen versehen.
  • MTOs, z.B. das 1000mm/f/10. Kontrastreicher und ähnlich scharf. Das Gute darran ist, dass man es in eine 710mm/f7.1-Optik umbauen kann, indem man die vorderen Feldkorrektorlinsen herausschraubt.
Gut arbeiten kann man mit den Teilen - wenn man eine saubere Befestigung an der astronomischen Montierung gewäührleisten kann. Hier sind Rubinare sehr schwierig. Daher geht mein Tipp -wenn Russentonne- eher in Richtung MTO1000.

Alle Russentonnen haben den Vorteil, dass sie M42-adaptierbar sind. Bei Neuware kann es jedoch sein, dass man die Sicherungsschraube für den Unendlichanschlag entfernen muss, um den Unendlich-Fokus mit der DSLR zu erreichen. Kritisch wird es gerade mit Nikon-Kameras, da diese M42(unendlich) nur mit zusätzlichen Korrekturlinsen (im Adapter) erreichen. Diese Linsen bedeuten natürlich Einbußen in der Abbildungsqualität.

Generell ist die Astrofotografie mit DSLR-Kameras unangefochtenes Canon-Terrain.
oz75 ist offline  
Alt 28.01.2013, 16:17   #5
Saturn
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Für Nebel gibt es spezielle Filter ( O-III - Filter)

Guckst Du hier:
http://www.ajoma.de/html/filter.html
Saturn ist offline  
Alt 28.01.2013, 16:28   #6
ruhrpottfotograf
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Ich erkenne es langsam, eine aussichtslose Situation...^^
Schade, dass sich mein Vorhaben mit einem Budget von etwa 1000 Euro nicht so abdecken lässt, dass man qualitative Ergebisse erzielen kann. Das mit dem Canon-Terrain höre ich natürlich auch ungerne. Insofern werde ich das Ganze wohl ersteinmal aufs Eis legen müssen, schade.

Dennoch vielen Dank ersteinmal für die vielen Informationen.
ruhrpottfotograf ist offline  
Alt 28.01.2013, 16:31   #7
oz75
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Zitat:
Zitat von ruhrpottfotograf Beitrag anzeigen
Ich erkenne es langsam, eine aussichtslose Situation...^^
Schade, dass sich mein Vorhaben mit einem Budget von etwa 1000 Euro nicht so abdecken lässt, dass man qualitative Ergebisse erzielen kann. Das mit dem Canon-Terrain höre ich natürlich auch ungerne. Insofern werde ich das Ganze wohl ersteinmal aufs Eis legen müssen, schade.

Dennoch vielen Dank ersteinmal für die vielen Informationen.
Schau Dir ruhig einmal www.astronomie.de an (wie Ulli schon empfohlen hat), um ein Gefühl für die Sache zu bekommen. Dort tummeln sich die ganzen Cracks des Genres.

Und wenn Du bereit bist, erst einmal nur visuell zu beobachten, ist das Ganze gar nicht mehr so teuer.
Die Materialschlacht beginnt halt mit der Fotografie.
oz75 ist offline  
Alt 28.01.2013, 16:41   #8
ruhrpottfotograf
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Was würdet ihr denn für ein Teleskop empfehlen, welches nur zum beobachten, nicht zum fotografieren, dient?
ruhrpottfotograf ist offline  
Alt 28.01.2013, 17:24   #9
oz75
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Wenn Du manuell arbeiten möchtest, sind Dobson-Teleskope eine gute Wahl. Die Nachführung muss man jedoch üben.

Bsp: Ein 10" GSO880. So einen habe ich. Sehr lichtstark.

------------------------

Deutsche (parallaktische) Montierungen haben den Vorteil, dass man nicht am Boden "herumkriecht", wie bei den Dobsons.

Visuell geht z.B. eine EQ5 SkyScan (GOTO-Montierung) mit einem Newton-Teleskop ganz gut. Ein guter Kompromiss aus Brennweite und Lichtstärke ist z.B. ein 750mm f/5. Bei Planeten- und Montorientierung: 1200mm f/8.

So ein System führt, einmal sauber eingenordet, "automatisch" nach, so dass man die Himmelsobjekte gemütlich beobachten und auch leicht auffinden kann. Es stellt auch potenziell den Holzklasseeinstieg in die Astrofotografie dar.

Natürlich gibt es auch andere Ansätze. Z.B. das von die aufgeführte Meade (Maksutov-Cassegrain), das mit 1900mm Brennweit gut für Mond und Planetenbeobachtungen geeignet ist.

Eines noch: Deep-Sky-Objekte sind so lichtschwach, dass man die visuelle Beobachtung lernen muss (peripheres Sehen). Farben löst das Auge jedoch nicht mehr auf. Man sieht nur Hell-Dunkel-Kontraste.
Die spektakulären Bilder, wie sie sich durch die Langzeitbelichtung in der Astrofotografie ergeben, kann man mit dem bloßen Auge leider nicht erleben.
oz75 ist offline  
Alt 28.01.2013, 17:26   #10
Saturn
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http://www.teleskop-express.de/shop/...-Teleskop.html

Da geht auch eine Kamera dran.
Mit F9.9 wesentlich lichtstärker, als das kleine Meade!
Saturn ist offline  
Alt 28.01.2013, 17:47   #11
ruhrpottfotograf
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Ihr seid die Besten

Das Celestron Schmidt Cassegrain SC 152/1500mm, welches Saturn empfohlen hat, wäre das etwas für den Einstieg und würde meine Ansprüche erfüllen? Welchen Adapter würde ich für meine Nikon D3 benötigen?
ruhrpottfotograf ist offline  
Alt 28.01.2013, 18:01   #12
Saturn
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Die Nikons gehören schon zu den problematischen Kameras,
was Astrofotografie betrifft!

http://www.astrotreff.de/topic.asp?A...TOPIC_ID=65564
Saturn ist offline  
Alt 28.01.2013, 18:46   #13
Robert
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Spannendes Thema - ich möchte mich sehr gerne auch irgendwann einaml daran wagen ... ist aber schon eine heftige Investition, wenn man es wirklich erstmal nur "probieren" möchte
Robert ist offline  
Alt 28.01.2013, 19:12   #14
ruhrpottfotograf
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Weil ich mich gerne mit dem Thema weiter befassen möchte und denke, dass ich auch in Zukunft viel Spaß damit haben werde, habe ich mich dazu entschieden, ersteinmal Geld zur Seite zu legen und dann zu investieren. Zusätzlich komme ich anscheinend auch nicht um eine Canon-DSLR herum. Obwohl ich natürlich weiß, dass nach Oben hin wie fast immer keine Grenzen gesetzt sind, hätte ich dennoch nicht mit einem so hohen finanziellen Aufwand gerechnet. Die Zwischenzeit, in der ich brav das Sparschwein füttere, vertreibe ich mir dann mit dröger Theorie zur Astrofotografie
ruhrpottfotograf ist offline  
Alt 28.01.2013, 19:16   #15
oz75
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Zitat:
Zitat von ruhrpottfotograf Beitrag anzeigen

Das Celestron Schmidt Cassegrain SC 152/1500mm, welches Saturn empfohlen hat, wäre das etwas für den Einstieg und würde meine Ansprüche erfüllen?
Visuell ja - mit Schwerpunkt Planeten und Mond. Fotografisch nein, da es auf einer azimutalen Montierung gelagert ist (Bildfelddrehung - auch bei GOTO-Nachführung). Obwohl: Fotografisch ist damit zumindest der Mond ohne Probleme machbar (kurze Verschlußzeiten).

Wenn Du Dich breiter fotografisch versuchen willst, dann solltest Du auf eine robuste parallaktische Montierung und unbedingt auf ein sehr lichtstarkes Teleskop (parabolischer Newton, f/5) setzen. Die parallaktische Montierung folgt -sauber ausgerichtet- der "vermeintlich bogenartigen" Bewegung der Objekte am Nachthimmel. Die lichtstarke Optik sorgt dafür, dass die Belichtungszeiten im Rahmen bleiben. Letzeres ist besonders wichtig, wenn Du nicht gleich einen Batzen Geld für komplexe Nachführsysteme (Guider) ausgeben willst.

Vor einem Kauf würde ich grundsätzlich prüfen (beim Händler nachfragen), ob man mit der DSLR an der jeweiligen Teleskop-Optik in den Fokus kommt.

Zitat:
Zitat von ruhrpottfotograf Beitrag anzeigen
Welchen Adapter würde ich für meine Nikon D3 benötigen?
Wenn Du Dich auf die vorgeschlagenen Teleskope abseits der Russentonnen konzentrierst, läuft alles über T2 + Schraubhülsen für die 1,25" oder 2"-Anschlüsse der Okularauszüge. Abseits der Russentonnen, sollte auch die Unendlicheinstellung machbar sein (...aber wie gesagt: Nachfragen ob der Okularauszug mitmacht!)

Zitat:
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Spannendes Thema
Oh ja.
oz75 ist offline  
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